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Mo 18.06.2001

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Zuviel Schulden: DFB verweigert vier Vereinen die Regionalliga-Lizenz

Fortuna Düsseldorf bleibt der Abstieg erspart

Frankfurt/Main - Die kommende Saison der Fußball-Regionalliga findet ohne die "Sportwelt-Opfer" Sachsen Leipzig und SSV Ulm sowie ohne den SV Wilhelmshaven und Aufsteiger Göttingen 05 statt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verweigerte dem Quartett die Lizenz für die nächste Spielzeit der dritten Liga. Alle vier Vereine hatten es versäumt, bis zum Verstreichen der letzten Frist die wirtschaftlichen Bedingungen zur Teilnahme am Spielbetrieb zu erfüllen. Ulm und Leipzig hatten wegen des Rückzugs von Rechteverwerter Sportwelt ohnehin einen Insolvenzantrag stellen müssen.

Durch den Ausschluss der Klubs sind drei sportliche Absteiger der Regionalliga nachträglich gerettet. Neben Ex-Zweitligist Rot-Weiß Erfurt (für Ulm im Süden) bleiben die Amateure von Werder Bremen und der einstige Europapokal-Finalist Fortuna Düsseldorf in der Nordstaffel vertreten. Zudem rückt Holstein Kiel für Göttingen 05 als Aufsteiger nach.

"Tote Hosen" helfen mit einer Million aus

Vor allem in Düsseldorf war die Erleichterung deutlich spürbar. "Der große Aufwand, den wir ohne die Sportwelt betrieben haben, hat sich gelohnt. Viele haben uns belächelt, aber jetzt haben wird es geschafft", sagte Vorsitzender Michael Steffes-Holländer, der gleich nach Erhalt der Nachricht durch den DFB mit seinen Mitarbeitern der Geschäftsstelle eine Flasche Sekt köpfte. Die Fortuna war wie Leipzig und Ulm durch den Rückzug der Sportwelt in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Doch unter anderem das Engagment der Punkrocker der "Toten Hosen" mit einer Geldspritze von einer Million Mark für die nächsten beiden Jahre half dem Traditionsverein aus dem Rheinland aus der Klemme.

SV Wilhelmshaven erwägt Klage

Entsetzen herrschte dagegen beim SV Wilhelmshaven, der eine Bürgschaft über 500.000 Mark nicht rechtzeitig eingereicht hatte. Lediglich zehn Minuten nach Ablauf der Frist kamen die Papiere per Fax in Frankfurt an. Der Sportliche Leiter und Interimsvorsitzender Hans Bösken erhob im Fachmagazin Kicker schwere Vorwürfe in Richtung DFB: "Das ist eine schwarze Stunde für den Deutschen Fußball-Bund, der uns zu Gunsten eines Traditionsvereins aus der Liga kegelt. Wir werden uns erst einmal beraten und dann voraussichtlich vor ein ordentliches Gericht gehen, um unser Recht zu bekommen."

Zwanziger verteidigt DFB-Entscheidung

Dr. Theo Zwanziger, Vorsitzender des Lizenzierungsausschusses, verteidigte den DFB: "Wir sind uns bewusst, dass der Klub die Frist nur sehr knapp, überzogen hat. Aber wir können im Sinne einer Gleichbehandlung der Vereine keine Ausnahme machen. Der Klub ist seit April informiert, welche Bürgschaft zu erbringen ist. Wer erst fünf Minuten vor Ende der Frist die Unterlagen faxt, hat fahrlässig gehandelt."

Für Ulm und Leipzig dagegen kam die Lizenzverweigerung nicht mehr überraschend. Ulm hatte schon in der vergangenen Woche, Leipzig wenige Minuten vor der Lizenzverweigerung den Gang vor den Konkursrichter angekündigt.

sid

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Zuletzt geändert am 18. Juni 2001 18:56 von sab

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