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Mi 27.06.2001
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Bryan Ferry`s Roxy Music nach 18 Jahren wieder daEleganz, Ekstase, Erinnerungen
Der Mann ist die personifizierte Lässigkeit. Da können seine Musikerkollegen nebenan noch so ins Horn blasen und die Gitarrensaiten traktieren, Sänger Bryan Ferry hat nun Pause. Der 55- Jährige lehnt sich an das Geländer, wirft einen Blick auf das Publikum und wiegt sich gemächlich im Rhythmus. Erinnerung an elegante Zeiten: 18 Jahre nach ihrer Trennung kehrte die britische Rockband Roxy Music am Dienstagabend in München auf die Musikbühnen der Welt zurück. Die Kultband mit Ferry, Saxofonist Andy Mackay, Drummer Paul Thompson und Gitarrist Phil Manzanera sowie damals noch dem Elektro- Sound-Spezialist Brian Eno und Richard Kenton am Bass galt in den 70er und frühen 80er Jahren nicht nur als eine der erfolgreichsten, sondern auch als eine der innovativsten Gruppen. Doch im Jahre 2001 scheint die gute, alte Zeit weit weg: Fast 35 Minuten benötigen die zehn Musiker auf der Bühne, um unter den meist älteren Fans in der halb leeren Münchner Olympiahalle so etwas wie Begeisterung hervorzuzaubern. Anspruchsvolle, aber gängige Hitparadenmusik Dabei sind die teilweise mit Schlips und Kragen angetretenen Stars, begleitet unter anderem von der hervorragend aufgelegten Violinistin Lucy Wilkins, noch immer Meister ihres Faches. Zwar wirken manche der einstigen Hits ("Love is a drug", "Dance away") im Rückblick zwar als anspruchsvolle, aber eben gängige Hitparadenmusik. Doch wenn die Altmeister etwa beim Klassiker "Virginia Plain" loslegen, wirbeln Gitarre, Saxofon, Violine, Klavier und Drums in einem solchen Tempo, dass sich die Musik zu überschlagen scheint. Entspannt und unaufgeregt - Musik für andere, schönere Orte...
Auch weniger laute Töne kommen von Roxy Music. Da mag Ferry noch so cool, noch so abgeklärt erscheinen, wenn er und seine Mitstreiter sanfte Balladen anstimmen, durchströmt eine einzigartige Stimmung die halb leere Arena. Große Gesten sind nicht die Sache der alten Stars, entspannt und unaufgeregt erledigen sie ihre Arbeit. Einen Haken hat das Ganze: Die Musik ist zuweilen derart träumerisch, derart entspannt, dass sie an jeden schönen Ort zu passen scheint - nur nicht in eine stickige Halle. Super-Hit "Jealous guy" zum Ausklang So muss Ferry schließlich den alten Zauber bemühen, um die Fans endgültig zu begeistern. Beim Super-Hit "Jealous guy" pfeift der Vorzeige-Dandy der 70er und 80er Jahre exakt so in sein Mikrofon, wie es die Fans seit Jahrzehnten von der Platte kennen. Der Dank ist ihm sicher - und prompt ist wenig später Schluss. Erst Ferry, dann seine Mitstreiter, ein Bandmitglied nach dem anderen verlässt schließlich die Bühne. Dann fällt der Vorhang nach exakt 100 Minuten, die Fans treten den Heimweg an - und summen die alten Lieder in die laue Sommernacht. Michael Fox, dpa |
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Zuletzt geändert am 27. Juni 2001 12:45 von to |
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