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Do 05.07.2001

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EM in Koblenz: Lokalmatador Willi Kothny geht geschwächt ins Rennen

Virus und Streitigkeiten setzen dem Säbel-Ass zu

Koblenz - Eigentlich wollte Wiradech Kothny am Freitag in seiner Heimatstadt Koblenz Europameister im Säbel-Fechten werden, aber eine hartnäckige Virusinfektion und ein Intrigenspiel scheinen die "Operation Gold" schon im Vorfeld zur "Mission Impossible" werden zu lassen. Der zweifache Bronzemedaillen-Gewinner von Sydney wird zwar an den Start gehen, aber die andauernde Auseinandersetzung mit der Vorsitzenden seines Fecht-Klubs und die kürzlich aufgetretene Krankheit setzen ein dickes Fragezeichen hinter seine derzeitige Form.

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Bei Olympia in Sydney hatte Willi Kothny gleich doppelten Grund zur Freude: Im Einzel und mit der Mannschaft gewann er die Bronzemedaille.

"Willi hat uns am Mittwoch mitgeteilt, dass er am Freitag unbedingt fechten will, und wir freuen uns auf seinen Start", verkündete der Teamchef des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), Matthias Behr, am Rande der EM mit großer Erleichterung. Der Start des 21-Jährigen war Anfang der Woche in weite Ferne gerückt, nachdem Kothny vom letzten Weltcup der Saison Ende Juni auf Kuba nicht nur mit dem Sieger-Pokal, sondern auch mit einer Magen-Darm-Infektion zurückgekommen war. Nun soll eine Behandlung mit Infusionen den Lokalmatador wieder fit gemacht haben.

Ärger um Vereinswechsel

Doch ein guter Gesundheitszustand "Willis" ist nur die halbe Miete auf dem Weg zum erstrebten Titel. Mehr noch als die Krankheit belasten den Sympathieträger des DFeB die Streitigkeiten mit Monika Sauer, der Chefin seines Klubs CTG Königsbacher. Nachdem Kothny im vergangen Jahr angekündigt hatte, seinen eigenen Verein zu gründen, soll Sauer, die auch dem Koblenzer Stadtrat angehört, den damaligen Abiturienten unter Druck gesetzt haben. Kothnys Vorwurf: Sauer habe im nahegelegt, den Verein nicht zu verlassen, wenn er seinen Schulabschluss nicht riskieren wolle, der ohne ihre Unterstützung in Gefahr sei.

Wogen sind noch nicht geglättet

"Ich habe das nie gesagt. Ich kann das gar nicht gesagt haben. Ich habe doch keinen Einfluss auf die Schulbehörde und Willi weiß das auch", erklärte dagegen Sauer und wehrt sich gegen die Anschuldigungen ihres ehemaligen Vorzeige-Athleten. Mittlerweile hat der Weltranglisten-Dritte zwar sein Abitur, aber die Wogen sind längst nicht geglättet. Vater Erik Kothny fordert den Rücktritt Sauers vom Amt der Vereins-Vorsitzenden und eine Entschuldigung bei seinem Adoptiv-Sohn.

Trainer Behr: "Sehe die Sache mit Unbehagen"

Den Verantwortlichen des DFeB bereitet das Theater um seinen Parade-Fechter Kopfzerbrechen. "Wir sehen seine Situation mit großem Unbehagen. Hoffentlich färbt das Gerangel nicht leistungsmäßig auf Willi ab", sagte Teamchef Behr. Doch die Hoffnung Behrs scheint ein frommer Wunsch zu bleiben, erklärte Kothny Mitte Juni seinen definitiven Wechsel zum eigenen Klub, dem FKC Koblenz, zum ersten Januar des kommenden Jahres. Ob das Säbel-Ass den ganzen Rummel um seine Person weggesteckt hat, wird sich schon beim Einzel-Wettbewerb am Freitag zeigen.

Von Alexander Sarter, sid - Foto: Archiv

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Zuletzt geändert am 5. Juli 2001 11:59 von sab

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