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Vermisste Julia wurde ermordet
Chronologie: Sechs Tage zwischen Hoffen und Bangen
Hintergrund: Lange Serie von Verbrechen an Kindern
Stichwort: DNA-Analyse

Achtjährige ist tot - Verdächtiger wieder auf freiem Fuß:

Vermisste Julia wurde ermordet

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Sechs Tage hatten Julias Eltern und Freunde vergeblich auf eine Rückkehr gehofft.

Gießen - Nun ist es traurige Gewissheit: Die sechs Tage lang vermisste kleine Julia aus Mittelhessen ist ermordet worden. Julias Erbgut stimmte mit dem der am Mittwoch im Wetteraukreis gefundenen Kinderleiche überein. Das ergab eine DNA-Analyse.

Der Tatverdacht gegen einen festgenommenen Mann bestätigte sich indes zunächst nicht. Er wurde am Donnerstagnachmittag nach intensiven Vernehmungen auf freien Fuß gesetzt, wie der Gießener Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner mitteilte. Hinweise auf ein Sexualverbrechen lägen nicht vor, hieß es.

Gegen den Mann, der bereits am Mittwoch festgenommen worden war, habe ein "gewisser Tatverdacht" bestanden, weil er sowohl "Beziehungen" nach Biebertal - dem Wohnort Julias - als auch nach Niddatal habe, dem Fundort der Leiche. Julia starb an starken Kopfverletzungen. Ihre verbrannte Leiche wurde in der Nacht zum Mittwoch in einem Waldstück gefunden. Ein Fahrradfahrer hatte einen brennenden Holzstapel gesehen, unter dem die Polizei die Leiche fand. Die Obduktion am Mittwoch hatte zunächst noch keinen einwandfreien Aufschluss über die Identität der Toten ergeben.

Eltern bitten um Wahrung der Intimsphäre

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Ein Polizist steht an der Fundstelle der toten Julia in einem Wald bei Niddatal in der Wetterau. Die verbrannte Leiche der Achtjährigen wurde am Abend zuvor unter den brennenden Holzstücken entdeckt.

Die Eltern der Achtjährigen sind nach Darstellung von Julias Onkel in den vergangenen Tagen "durch das tiefste Tal gegangen, durch das Menschen überhaupt gehen können". Noch am Mittwoch, als die unbekannte Mädchenleiche gefunden worden war, hätten sie einen Funken Hoffnung gehabt. Das Mitgefühl vieler Menschen habe "den Schmerz nicht gemildert, ihn aber erträglicher gemacht", sagte Julias Onkel, der evangelische Pfarrer Hans Thome. Er bat die Medien im Auftrag von Julias Eltern, diesen nicht "zu nahe" zu kommen. Sie bräuchten die Intimsphäre, um zu trauern. Das Haus von Julias Eltern in Biebertal bei Gießen wurde von der Polizei am Donnerstagvormittag abgeriegelt.

Fall Johanna wieder ins Blickfeld gerückt

Im Zusammenhang mit dem Tod Julias rückt auch wieder der ungeklärte Fall Johanna Bohnacker ins Blickfeld. Das damals ebenfalls acht Jahre alte Mädchen, das ähnlich aussieht wie die ermordete Julia, war im September 1999 aus Ranstadt-Bobenhausen (Wetteraukreis) verschwunden und im April 2000 tot in einem Wald im Vogelsberg gefunden worden. Ihr Wohnort liegt nach Angaben der Polizei in Friedberg nur etwa 20 Kilometer vom Fundort von Julias Leiche in Niddatal entfernt.

Verbrechen auch im Fall Adelina wahrscheinlich

Auch im Fall der vermissten zehn Jahre alten Adelina aus Bremen schließt die Polizei ein Verbrechen nicht mehr aus. "Wir ermitteln in alle Richtungen und hoffen, dass das Mädchen noch gefunden wird", sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Frantzen am Donnerstag, "aber wir müssen auch von einer Straftat ausgehen". Die 30-köpfige "Soko Adelina" überprüft unter anderem bekannte Sexualstraftäter. Adelina verschwand vor einer Woche auf dem Heimweg von ihrem Urgroßvater zu der nur 150 Meter entfernten Wohnung ihrer Mutter.

Rund 30 Quadratkilometer durchforstet

Die achtjährige Julia aus Hessen war am Freitagabend der vergangenen Woche verschwunden. Sie war zuletzt auf einem Spielplatz gesehen worden. Die aufwendige Suche war am Dienstag nach vier Tagen zunächst abgebrochen worden. Zuvor hatten bis zu 1100 Polizisten im Umkreis von Biebertal rund 30 Quadratkilometer durchforstet. Hessens Ministerpräsident Roland Koch und Innenminister Volker Bouffier (beide CDU) zeigten sich "bestürzt über das brutale Verbrechen" an der achtjährigen Julia.

dpa - Foto: dpa, AP

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Zuletzt geändert am 5. Juli 2001 15:33 von aj

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