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Fr 13.07.2001
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Albtraum Bikini:Wenn der Zweiteiler nur oben oder unten passt
Sommerzeit - Bikinizeit. Für viele Frauen fängt schon lange vorher ein Spießrutenlauf an. Sie klappern unzählige Geschäfte ab und kommen immer wieder zu dem gleichen erschütternden Ergebnis: Mal passt das Oberteil nicht, mal das Unterteil. Die wirklich schicken, topmodischen Modelle gibt es meist nur zusammen in einer einheitlichen Größe. Die so genannten Mix-and-Match-Programme beschränken sich streng auf langweilige einfarbige Bikinis. Um einen maßgeschneiderten Zweiteiler zu erstehen, müssen Perfektionistinnen schon südliche Ferien-Hochburgen wie Ibiza anfliegen, wo Boutiquen Urlauberinnen einen Bikini-Traum auf jedweden Leib schneidern. Das schöne Geschlecht hat 2,5 Zentimeter mehr "auf die Hüfte" bekommen "Ich weiß auch nicht, warum sich hier noch nichts geändert hat", bekennt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Damenoberbekleidung (DOB), Friedhelm Sartoris, in Köln. Dabei hätten Reihen-Vermessungen der Damenwelt die Notwendigkeit besserer Schnitte bewiesen: Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte habe das schöne Geschlecht durchschnittlich 2,5 Zentimeter mehr "auf die Hüfte" bekommen und 1,5 Zentimeter mehr Brustumfang. Die ebenfalls in der Domstadt ansässige Forschungsgemeinschaft Bekleidungsindustrie hat mit computergestützter Technik sogar vier Zentimeter Busen-Zuwachs ermittelt.
"Das Thema Kombi-Bikini wird seit Jahren diskutiert", so der Münchner Wäschehändler Werner Krines, der mit 30 Bademodelieferanten zusammen arbeitet. Selbst bei seinen Nobelmodellen - ab 200 Mark aufwärts - könne nichts variiert werden. Im Handel gebe es zwar ein Angebot an Bikinis mit verschiedenen BH- und Höschengrößen. "Es ist nur oft müßig, sie zu suchen und die Auswahl beschränkt sich auf ganz einfache und preiswerte Modelle." Das Oberteil wird meistens teurer Der Grund für die Zurückhaltung von Industrie und Handel liegt in der Angst der Anbieter, auf einem Berg von Unter- oder Oberteilen sitzen zu bleiben, die nicht zusammen passen. Obwohl der Zweiteiler in Konkurrenz zum Badeanzug wieder Boden wettgemacht hat und seinen Marktanteil von 20 auf 50 Prozent steigern konnte, kommt kaum Bewegung in die "Problemzone Bikini". Krines bietet seinen Kundinnen wenigstens Änderungen an: mit 20 Mark extra ist "Sie" beim Höschen dabei - beim Oberteil wird es meistens teurer. "Anfangs haben wir auch angedacht, Ober- und Unterteile größenmäßig variabel anzubieten", erzählt Claudius Rauscher, Verkaufsleiter von Marc O'Polo Underwear im bayrischen Stephanskirchen. Der Handel habe jedoch derart zurückhaltend reagiert, dass das Unternehmen sich entschlossen habe, diese Nische "den preisaggressiven Handelsketten zu überlassen". Seit kurzem macht sich aber der bayrische Bademoden-Hersteller "Elfi Swimwear" in Weißenburg die Marktlücke zu Nutze. "Seit der letzten Saison sind 70 Prozent unserer Bikinis kombinierbar", berichtet Verkaufsleiter Stephan Wölfer. "Man kann wählen zwischen Mustern, Drucken oder Hosenformen wie Tangas und Oberteilen." Elfi mache damit bereits rund 40 Prozent seines Umsatzes. Allerdings räumt er auch Probleme mit den Händlern ein. Der Hersteller sei jedoch stets bemüht, fehlende Teile nachzuliefern. Die Kombi-Bikinis liegen preislich zwischen 79 Mark für die junge Mode und 99 Mark für hochwertigere Modelle. Bodyscanner kann Abhilfe schaffen
Rosige Aussichten verheißt eine neue Vermessungsmethode allen Frauen ohne Standard-Model-Maße. Während die Industrie bislang auf 20 Jahre alte Daten - vermessen mit dem altbackenen Maßband - zurückgreifen musste, soll ein so genannter Bodyscanner künftig neue Grundlagen für die Schnittkonstruktion und die Modellgestaltung in der Miederwaren- und Badeindustrie schaffen. Bewundert werden kann die formvollendete computergestützte Bademode erstmals bei der Body & Beach Show auf der CPD-Modefachmesse (5. bis 8. August) in Düsseldorf. "Wir haben im Auftrag der Industrie mit dem Scanner 1500 Frauen zwischen 14 und 75 Jahren im Raum Köln und Stuttgart vermessen", berichtet Uta-Maria Groth, Geschäftsführerin der Forschungsgemeinschaft Bekleidungsindustrie in Köln. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Körper der Frau sich durch Ernährung und Sport in den letzten zehn Jahren, mehr als bisher angenommen, geändert habe. "Vor allem jüngere Frauen tragen heute schon einen BH mit Cup C - insgesamt etwa 25 Prozent, 19 Prozent haben Cup A und kleiner." Durch den Scanner, der mit Hilfe von 16 Kameras berührungslos den Körper der Testpersonen abtastet und die Daten an den Computer weitergibt, habe die Industrie nun realistische Daten, um gute Passformen zu gewährleisten. Andrea Grüten, dpa |
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Zuletzt geändert am 13. Juli 2001 17:08 von tea |
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