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Fr 13.07.2001

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Szene: Partnersuche im Schnellverfahren
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Szene: Amerika im Speed-Dating-Fieber

Partnersuche im Schnellverfahren

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Das schnelle Kennenlernen: Speed-Dating

Amerikas neueste Strategie für Singles, die es nicht länger bleiben wollen, hat viele Namen: Speeddating, Express-Date, 10-Minute-Dating oder Mini-Date. Das Prinzip ist bei allen gleich: Warum einen ganzen Abend mit einem Unbekannten verbringen, wenn man in wenigen Minuten merkt, ob man sich mag oder nicht ausstehen kann. Die Lösung: Mann und Frau sitzen sich gegenüber. Beim Gongschlag geht es los.

In 7 bis 10 Minuten versucht jeder, vom anderen so viel wie möglich zu erfahren. Wenn der Gong ertönt, stehen die Männer auf und rücken zur nächsten Kandidatin vor.

Bei einem Rendezvous-Termin in San Francisco saßen sich jüngst rund 200 Männer und Frauen zwischen 30 und 60 Jahren gegenüber, zwei lange Reihen mit erwartungsvollen Gesichtern. Und dann das Kommando. Die meisten reden los, nur wenige sitzen sich gelangweilt gegenüber. Janet, eine 43-jährige Landschaftsarchitektin, redet über ihren Traumurlaub und ihre Hobbys. Der Banker John Lee begnügt sich mit leichten Fragen nach ihrem Beruf und wo sie herkommt.

Alle 7 Minuten eine andere Frau, das ist anstrengend

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Im Internet bommt das Speed-Dating-Geschäft.

Die Hausfrau Klara Vass, 48 Jahre alt, hat nach 2 Minuten bereits genug. Man wisse bereits nach wenigen Sätzen, ob es funken könnte oder nicht. Dan Goodman, ein Fitnesstrainer, dem die Schweißtropfen auf der Stirn stehen, findet es überraschend anstrengend, alle 7 Minuten mit einer anderen Frau zu reden. 15 hat er an diesem Abend kennen gelernt. Eine davon würde er gern wiedersehen.

Es ist die schnellste, wirksamste, häufig billigste und derzeit die "heißeste" Methode der Partnersuche, findet der Dating-Experte Richard Gosse, Vorsitzender von "American Singles", dem größten gemeinnützigen Singles-Verband der Welt, überzeugt. Gosse muss es wissen. Seit 23 Jahren führt er in den USA und anderen englischsprachigen Ländern einsame Herzen zusammen. "7-Minute-Dating ist der neueste Hit, der sich wie ein Lauffeuer, bald auch in Europa, verbreitet", prophezeit der Liebes-Experte. Varianten davon gibt es auch schon in Deutschland.

Jüdische Gemeinschaft hat das schnelle kennen lernen erfunden

Erfunden wurde das schnelle kennen lernen von einer jüdischen Glaubensgemeinschaft in New York und Los Angeles, die inzwischen sogar den Begriff "Speeddating" patentieren ließ. Man wollte Ehen zwischen gleich gesinnten Gläubigen fördern. Längst haben andere Gruppen den Reiz der Sache erkannt. Vom Computer-Mekka in Silicon Valley, über die Schwulentreffs in San Francisco, bis zum Vorort von Chicago werden Minuten-Dates abgehalten.

Speed-Dating ideal für scheue Singles

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Speed-Dating kommt auch in Deutschland an.

Gosse preist die Schnell-Kennlern-Methode vor allem für scheue Singles, die sich in einer Bar nie trauen würden, Fremde anzusprechen. Sein Tipp: nicht über Geld, Gewicht und Ex-Partner reden, sondern über seine Träume, Lebensziele und Hobbys.

Bei Gosses Treffen wird am Ende des Sprech-Marathons Tanzmusik gespielt. Wer sich auf Anhieb sympathisch fand, kann jetzt zum Angriff übergehen. Andere Dating-Veranstalter verbieten den sofortigen Kontakt und den Austausch von Telefonnummern. Männer und Frauen müssen auf Zetteln notieren, ob sie am Gegenüber interessiert sind. Der Spielleiter wertet die Ergebnisse aus. Nur, wenn beide sich wiedersehen möchten, wird via Email der Kontakt hergestellt. Alle weiteren Begegnungen können sie selbst arrangieren.

Die meisten Speed-Dating-Treffs verlangen rund 25 Dollar (58 Mark/30 Euro) pro Abend. Dafür lernt man gewöhnlich 15 bis 20 potenzielle Partner kennen. Der erste Schritt ist derzeit der Schwerste: Speed-Dating ist in Amerika so gefragt, dass die meisten Treffs auf Wochen und Monate ausgebucht sind.

Barbara Munker, dpa - Screenshots: Red.

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Zuletzt geändert am 13. Juli 2001 16:39 von tea

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