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Blödel-Western "Der Schuh des Manitu" von und mit "Bully" Herbig

Wo die Schoschonen schön wohnen

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Christian Tramitz (Kopf) ist "Ranger"

Heißt der Häuptling nun "Lustiger Lurch" oder "Listiger Lurch"? Ersteres trifft zu, letzteres nicht im Blödel-Western "Der Schuh des Manitu", der am 19. Juli anläuft.

Der alte Häuptling, dessen Namen die Bleichgesichter nie behalten können, ist zwar würdevoll, aber unterbelichtet. Weil das Kriegsbeil kaputt ist - bei Tchibo erworben, wie man im Indianer-Kauderwelsch erfährt - lässt er stattdessen einen Klappstuhl ausgraben. Und so sieht dann auch das Rauchzeichen aus, das den Feldzug der Schoschonen ankündigt.

Von Anfang an hat die Komödie eine für deutsche Verhältnisse recht hohe Trefferquote an Witzen. Michael ("Bully") Herbig, der mit Christian Tramitz zusammen die Comedy-Serie "bullyparade" bei Pro Sieben macht, hat nach "Erkan und Stefan" zum zweiten Mal Regie geführt. Er hat auch produziert und spielt zusammen mit Tramitz die Hauptrolle: als zankendes Blutsbrüderpaar Abahachi und Ranger parodieren sie Winnetou und Old Shatterhand.

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Marie Bäumler ist "Uschi"

Blödeleien auf wurschtigem Bayerisch

Mit einem Schoschonen-Kredit will das Duo einen Saloon kaufen, der allerdings bei der Übergabe zusammenbricht. Immobilien-Gauner Santa Maria (Sky DuMont) erschießt dabei nicht nur den Schoschonensohn "Falscher Hase" und nimmt das Geld, sondern schwärzt die beiden bei dem Stamm an. Am Marterpfahl erinnert sich Abahachi an einen Schatz, mit dem er seine Schulden begleichen könnte. Die Schatzkarte hatte er allerdings einst geviertelt und an seine Freunde verteilt. Heimlich verfolgt von Santa Marias Bande, machen sich die beiden auf die Suche nach den Einzelteilen.

Nun ist es recht einfach, das Pathos der deutschen Winnetou-Filme aus den Sechzigern auf die Schippe zu nehmen. Herbig als Pseudo-Pierre Brice und Tramitz als Lex-Barker-Verschnitt wählen die Kunst der Untertreibung und schauen dumpf aus der Wäsche, wenn sie sich nicht wie ein altes Ehepaar streiten. Dass sie ein wurschtiges Bayerisch sprechen, ist dabei ein schöner Effekt. Zugleich spielt Herbig Abahachis Zwillingsbruder, einen schwulen Beauty-Farm-Besitzer, der Cocktails mit niedlichen kleinen Tomahawks dekoriert.

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Michael Herbig spielt nicht nur "Winnetouch"...

Die rettende Fee für Heteros

Der nette Winnetouch erweist sich stets als die rettende Fee für die beiden Heteros, auch wenn sie nur widerwillig in seine rosa Kutsche einsteigen. Als Alter Ego von Uschi Glas fungiert Marie Bäumer als das Halbblut "Uschi", eine Saloonsängerin, der ein Teil der Karte auf dem Rücken eintätowiert ist.

Einerseits wendet sich die Komödie an Menschen, die das genügsame TV-Zeitalter mit drei Programm erlebt haben und die mit Geschichten von Karl May (auch er hat einen kurzen Auftritt) und Serien wie "Shiloh Ranch" und "Rauchende Colts" sozialisiert wurden. Wie in Spaghetti-Western wurde auch hier im spanischen Almeria gedreht, und es gibt jede Menge stoppelige Männergesichter mit Kippen oder Mundharmonika im Mund, die a la Clint Eastwood und Charles Bronson posieren. Gerade in den vielen witzigen Details, Zitaten und Kalauern fühlt man sich gar an Asterix-Comics erinnert. Andererseits geht es für die "bullyparade"-Fans um den Wiedererkennungseffekt bei den Hauptfiguren.

Latrinen-Humor passiert angenehm selten

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... und "Abahachi", er ist auch Regisseur und Produzent des Films.

Das Ergebnis ist ein meist entspanntes, oft ins Absurde driftendes Geblödel, das sich fast nie zum üblich gewordenen Latrinen-Humor hinreißen lässt. Zumindest zirka jeder zweite Witz zündet. Wenn aber wieder mal Szenen a la "Jäger des verlorenen Schatzes" für Spannung sorgen sollen, erweist sich leider doch die Einfallslosigkeit der Filmemacher. Immerhin zeigt sich, dass landsmannschaftliche Dialekt-Comedy - wie sie neben "Bully" zum Beispiel auch das hessische Badesalz-Duo und der Saarländer Gerd Dudenhöffer beherrschen - die den Leuten aufs Maul schaut und ihren Witz aus Mimik und Gestik bezieht, durchaus auch als Langfilm Chancen hätte. Falls sich jemand um eine Story kümmern würde. Bis dahin gilt: Blindes Huhn findet auch mal ein Korn.

Birgit Roschy, AP

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Zuletzt geändert am 16. Juli 2001 16:42 von mwege

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