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13. Love Parade startet am Samstag in Berlin - "Musik-Streik" geplant:

Von wegen Friede, Freude, Eierkuchen

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Trotz aller Unkenrufe wollen sich die Raver am Samstag die Feierlaune nicht verderben lassen.

Berlin - Von wegen Friede, Freude, Eierkuchen. Dieses Ursprungsmotto der Love Parade ist längst vergessen. Das monatelange Gezänk um das weltweit größte Techno-Event in Berlin hat den Veranstaltern dieses Jahr gründlich den Appetit verdorben. Erst machten die Tiergartenschützer den Ravern den traditionellen Termin am zweiten Juli-Wochenende streitig, und dann unterlag Planetcom auch noch vor dem Bundesverfassungsgericht. Am Samstag wollen sich dennoch, trotz aller Unkenrufe, rund 400.000 Raver die Feierlaune nicht verderben lassen.

Das verflixte 13. Jahr ist für die Parademacher zum Schicksalsjahr geworden. Der quälende Streit um Termine und Kosten wird aber wohl den Besucher-Einbruch bringen. An Rekordjahre mit 1,5 Millionen Ravern denkt Planetcom-Sprecher Enric Nitzsche mit Wehmut zurück. Die Veranstalter müssen sich zudem auf Umsatzeinbußen von 1,5 Millionen Mark (rund 0,77 Millionen Euro) einstellen, die allerdings vollständig durch Rücklagen aus den vergangenen Jahren aufgefangen werden können. Dennoch, so ein Jahr wie dieses werde die Parade nicht noch einmal durchstehen, stellt Nitzsche klar und drohte zugleich mit einer Verlegung der Love Parade ins Ausland. Sollte bis September keine Einigung mit dem Berliner Senat über Termin und Konditionen zu Stande kommen, werde es 2002 keine Parade mehr in Deutschland geben.

Erstmals keine "politische Veranstaltung"

Dieses Jahr zieht die Parade erstmals nicht als politische Veranstaltung durchs Land. Die Organisatoren unterlagen mit ihrem Antrag vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Als kommerzielles Spaßfest müssen sie für Müllentsorgung und die Reinigigung des Großen Tiergartens entlang der Straße des 17. Juni selbst aufkommen. Rund 700.000 Mark (rund 357.000 Euro) wurden dafür veranschlagt.

Umsatzeinbußen von rund zehn Prozent beklagt auch der Berliner Hotel- und Gaststättenverband. Vor allem in Drei- und Vier-Sterne-Hotels seien noch genügend Zimmer frei, bestätigte Verbandsvorsitzender Karl Weißenborn. Viele Hoteliers hätten wegen des Termin-Hickhacks Stornierungen hinnehmen müssen.

Star-DJs sagten Auftritt ab

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An Rekordjahre mit 1,5 Millionen Ravern denken die Veranstalter mit Wehmut zurück. Aufgrund des quälenden Streits um Termine und Kosten wird mit einem Besucher-Einbruch gerechnet.

Rund 50 Wagen werden sich mit wummerndem Beat auch dieses Jahr ihren Weg über die rund fünf Kilometer lange Paradestrecke zum Sammelpunkt am Großen Stern bahnen. Mit viel kommerziellem und medialem Aufwand machten sich Clubs und Plattenlabels bereits an die Ausstattung ihrer Gefährte. Ganz auf Ausdauer setzen dabei die Love-Parade-Verantwortlichen des Ost-Berliner Szene-Clubs Matrix. "Die Tänzer müssen die Leute anheizen, und das die ganze Parade durch", sagt Club-Mitglied Markus.

Stars der Techno-Szene wie Dj Marusha und Sven Väth haben den Organisatoren allerdings das Gezerre um die Mega-Party übel genommen und ihre Auftritte abgesagt. Der Spirit der Anfangsjahre sei weg, beklagen sie. Das Image der Parade bröckelt.

Imgage bröckelt: "Musik-Streik"

Mit einem zehnminütigen "Musik-Streik" will auch die teilnehmende Techno-Szene gegen die "Inkompetenz und Arroganz" der Parade-Veranstalter protestieren. Punkt 17.00 Uhr würden 27 der insgesamt 45 teilnehmenden Wagen anhalten und keine Musik mehr spielen, sagte der Geschäftsführer des Magazins "Raveline", Cengiz Celik. Durch ihre Arroganz und Geldgier gefährdeten die Love-Parade-Macher den Techno-Umzug. Zur 13. Love Parade werden mehrere hunderttausend Raver erwartet.

Trotz aller Kritik will der mit 39 Jahren inzwischen aus dem klassischen Love-Parade-Alter herausgewachsene Dr. Motto wieder mit seiner traditionellen Ansprache die Party am Samstagabend beenden. Das Motto "Join the love republic" streute er schon vor ein paar Wochen unters Volk.

Erfolgsstory begann 1989

Die Erfolgsstory der Love Parade begann 1989. Damals zogen unter der Regie von Dr. Motte rund 150 Techno-Fans über den Berliner Kurfürstendamm. Obwohl die damaligen Klänge höchstens ein leises Säuseln im Vergleich zur Lautstärke kommender Jahre waren, zog schon die erste Love Parade den geballten Unmut der Anwohner auf sich. Eimer voll Jauche ergossen sich auf das Feiervolk.

1999 brach die Love Parade mit 1,5 Millionen Besuchern alle Rekorde. Im vergangenen Jahr breitete sich das Techno-Fest ins Ausland aus: Getanzt wird seitdem in Leeds, Kapstadt, Tel Aviv und Wien.

AP, dpa - Archivofotos: AP

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Zuletzt geändert am 19. Juli 2001 12:03 von aj

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