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Mo 23.07.2001
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Entlassungen nicht augeschlossen - Auch im Gesamtjahr Verluste:Infineon stürzt in die roten ZahlenMünchen - Nach dem tiefen Sturz in die Verlustzone im abgelaufenen Quartal rechnet der Halbleiter-Hersteller Infineon wegen Überkapazitäten und des Preisverfalls in der Branche auch im gesamten Geschäftsjahr 2000/01 mit roten Zahlen. Es gebe derzeit kein Anzeichen für ein Ende der "weltweiten Rezession in der Halbleiter-Branche", sagte Infineon-Chef Ulrich Schumacher am Montag in München. Entlassungen seien nicht ausgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2001/02 (30. September) will Infineon wieder zurück in die Gewinnzone.
Im Juni hatte der Konzern die Märkte mit der Ankündigung eines Verlusts vor Steuern und Zinsen von bis zu 600 Millionen Euro im dritten Quartal geschockt. Mit einem Minus von 598 Millionen Euro bewegte sich der Konzern nun in diesem Rahmen. Im Vorjahreszeitraum lag das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) mit 366 Millionen Euro deutlich im Plus. Der Netto-Verlust im dritten Quartal betrug 371 Millionen Euro. Der Umsatz brach wegen der schwachen Nachfrage in fast allen Geschäftsbereichen um 30 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro (2,5 Mrd DM) ein. Der Infineon-Aktienkurs sank um zeitweise zwei Prozent auf 26,75 Euro. "Marktumfeld nochmal verschlechtert" "Das Marktumfeld hat sich im dritten Quartal noch einmal verschlechtert", sagte Schumacher. Die Nachfrage habe nicht nur bei Chips für Computer und Handys stark nachgelassen, sondern nun auch bei drahtgebundener Kommunikation. Belastet wurde das EBIT im dritten Quartal durch Abschreibungen von Lagerbeständen in fast allen Segmenten in Höhe von 209 Millionen Euro. Auch im vierten Quartal - und somit im Gesamtjahr - rechnet Finanzvorstand Peter Fischl mit roten Zahlen. Die Abschreibungen sollen aber geringer ausfallen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erzielte Infineon einen Nettoverlust von 68 Millionen Euro nach einem Gewinn von 545 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 4,59 Milliarden Euro. Infineon hatte vergangene Woche rund 1,5 Milliarden Euro durch eine Kapitalerhöhung eingenommen. Das Geld soll vor allem in Investitionen gesteckt werden. "Mit diesen Maßnahmen werden wir hervorragend gerüstet sein, um vom nächsten Aufschwung in der Halbleiterbranche zu profitieren", sagte Schumacher. Auch falls die Rückkehr in die Gewinnzone nicht gelingen sollte, sichere der Erlös der Kapitalerhöhung die Finanzierung der nächsten zwölf Monate. Einstellungsstopp Infineon reduzierte die geplanten Investitionen im laufenden Geschäftsjahr um 500 Millionen Euro auf 2,3 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2002 soll eine Milliarde weniger investiert werden, als ursprünglich geplant. Derzeit gilt bei dem Unternehmen ein Einstellungsstopp. Details zu möglichen Entlassungen wollte Schumacher nicht nennen. Angesichts des schlechten Infineon-Ergebnisses dürften auch die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Siemens schlecht ausfallen, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Siemens hält noch gut 50 Prozent an der Infineon Technologies AG (München), will sich aber ganz von der Chiptochter trennen. (Berichtigung: Im dritten Absatz muss es richtig heißen: Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 4,59 Milliarden Euro. dpa - Grafik: Reuters |
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Zuletzt geändert am 23. Juli 2001 11:29 von aj |
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