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Ätna-Ausbruch richtete bisher schwerste Schäden an

Heiß wie im "Vorzimmer zur Hölle"

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Kampf gegen die Natur: Die ganze Nacht durch versuchen die Einsatzkräfte des Zivilschutzes mit Baggern Dämme zu errichten, um den Lavastrom abzuleiten.

Nicolosi - Der Ausbruch des sizilianischen Vulkans Ätna hat am Freitag die bisher schwersten Schäden angerichtet. Ein hunderte Meter breiter Lavastrom zerstörte die Skiliftanlagen völlig. Aus den glühenden Gesteinsmassen ragten nur noch die Liftstützen hervor. Auch ein Ferienhaus wurde von der Lava zerstört.

Von weiteren Gebäuden im Bereich der Schützhütte Sapienza in rund 2000 Metern Höhe sei der Lavastrom nur noch wenige Meter entfernt, berichteten Augenzeugen. Das Schutzhaus und die Talstation der Ätnaseilbahn blieben bisher von der Lava verschont. Allerdings bewegte sich am Freitagmorgen eine weitere Lavafront auf die Gebäude zu.

Einsatzkräfte des Zivilschutzes versuchten weiter, mit Baggern Dämme zu errichten, um den Lavastrom abzuleiten. Für die Bewohner der Ortschaften Nicolosi am Fuße des Ätnas bestand weiterhin keine Gefahr.

Erst ist die Farbe brüchig geworden, dann hat sie sich abgepellt. Die ersten roten Steine haben den Fuß des Stahlpfeilers erreicht, Flammen beginnen an ihm zu lecken. Eine halbe Stunde dauert der Kampf des Strommastes gegen die Lava, dann gibt er nach, fällt in den heißen Brei. Stundenlang kämpfen die Menschen beim sizilianischen Touristenstützpunkt La Sapienza gegen den neuen Lavastrom, der unerbittlich aus dem Ätna quillt. Vom ersten Gebäude war das Magma am Donnerstag noch 200 Meter entfernt.

Mit Baggern kämpfen die Sizilianer gegen die tausend Grad heiße Lava

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In der Kabine des Baggers ist die Hitze kaum auszuhalten.

Ein metallener Arm erhebt sich, taucht in die schwarz-rote Masse ein und hebt Tonnen des heißen Materials empor. Beim Entleeren stößt er fast mit einem zweiten zusammen, der dieselben Bewegungen vollführt. Mit Schaufelbaggern und Bulldozern kämpfen die Sizilianer gegen die tausend Grad heiße Lava. Hindernisse versuchen sie dem Strom in den Weg zu räumen, künstliche Erdwälle, um seinen Lauf zu stoppen.

"Die Hitze, der Lärm, dazu noch der Staub"

"In der Kabine des Schaufelbaggers ist es wie im Vorzimmer zur Hölle", berichtet einer der Arbeitsleiter. "Die Hitze, der Lärm, dazu noch der Staub." Nur gelegentlich halten die Arbeiter inne, um einen Schluck Wasser zu trinken. Dann gehen sie sofort wieder an die Arbeit. Die Lava wartet nicht. Einige von ihnen tragen einen Mundschutz, um sich gegen die Staubwolken zu schützen. Verständigen können sie sich nur mit den Händen - der Lärm der Maschinen und das Grollen des Vulkans betäuben die Ohren.

Um La Sapienza haben die Arbeiter einen zehn Meter hohen und 15 Meter breiten Wall gezogen. Am Donnerstag sah es noch so aus, als könne der Anlage am Südhang des Vulkans das Schlimmste erspart bleiben. Salvatore Moschetto, Bürgermeister der Gemeinde Nicolosi, zu der auch La Sapienza gehört, ist dennoch beunruhigt. Der neue Lavastrom könnte die baldige Wiedereröffnung der Seilbahn, der Restaurants und der Souvenirläden verhindern. Allein das ist für die Region, die auf den Tourismus angewiesen ist, eine Katastrophe.

AFP, dpa

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Zuletzt geändert am 27. Juli 2001 08:52 von tea

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