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Mo 06.08.2001
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100-Meter-Weltmeister Maurice Greene: Auf silbernen Sohlen zum GoldMit 9,82 Sekunden gerade noch ins Ziel gerettetEdmonton - Maurice Greene rannte auf silbernen Sohlen zum dritten WM-Gold über 100 m in Folge und humpelte dann wie ein Invalide zur Siegerehrung: Der 27-jährige US-Amerikaner wäre beim Showdown der Sprinter in Edmonton wegen einer Oberschenkelverletzung auf den letzten 15 Metern beinahe noch von seinem Herausforderer Tim Montgomery eingeholt worden.
Am Ende trennten die beiden gerade mal drei Hunderstelsekunden und der Weltrekordler musste seinen Traum vom erneuten Titeltriple wie 1999 in Sevilla begraben. "Ich hätte ihn eher umgebracht, als dass ich aufgegeben hätte", tönte Greene nach seiner Weltjahresbestzeit von 9,82 Sekunden, kündigte aber seinen Startverzicht über die 200 m an. Fünf Sprinter unter zehn Sekunden "Das war das schnellste 100-m-Finale aller Zeiten", meinte das "Großmaul" aus Kansas City irrtümlich. Denn bei einem olympischen Endlauf war zwar noch nie jemand so schnell, doch bei der WM vor zwei Jahren in Sevilla hatte Greene sogar mit 9,80 triumphiert. Auch das Finale von Tokio 1991 ist noch höher zu bewerten: Der große Carl Lewis gewann damals in der Weltrekordzeit von 9,86, zudem blieben gleich sechs Sprinter unter zehn Sekunden. Im Commonwealth Stadium waren es nur fünf: Neben Greene und Montgomery (9,85) noch Bernard Williams (9,94), der als Dritter den US-Triumph perfekt machte, sowie der Olympia-Zweite Ato Boldon (Trinidad/9,98) und der Brite Dwain Chambers (9,99).
Fehlstart irritierte Montgomery "Das ist Platin - mehr wert als Gold", pries Greene auch sein auffälliges Schuhwerk. Montgomery fehlten zur Glanztat wohl die Spikes von Olympiasiegerin Marion Jones. Der 26-Jährige konnte seine Saisonbestmarke von Oslo (9,84), die er im Rüstzeug seiner Trainingspartnerin erzielt hatte, nicht mehr steigern: "Vielleicht hätte ich die wieder anziehen sollen." Montgomery legte zudem einen von drei Fehlstarts hin und war durch die "Verwarnung" etwas gehemmt. "Ich hatte 9,75 im Gefühl" Dabei hatte der Vize-Hallenweltmeister darauf spekuliert, Greenes Weltrekord (9,79) zu knacken: "Ich hatte die 9,75 im Gefühl." Bei Montgomery kommt auf dem Weg ins Ziel eben öfter mal etwas dazwischen. 1994 wurde ein Junioren-Weltrekord von ihm nicht anerkannt, weil der Windmesser falsch stand und die Bahn angeblich vier Zentimeter zu kurz war. Über die 4 x 100 m in Sydney durfte der WM-Dritte von 1997 nur im Vorlauf ran. "Ich finde es toll, was Maurice alles geschafft hat und hoffe, das gelingt mir in der Zukunft auch", bleibt Montgomery optimistisch. Greenes Start in der Staffel noch offen Greene träumt derweil nach seinem fünften WM-Titel von einer Karriere wie der des neunmaligen Olympiasiegers und achtmaligen Weltmeisters Carl Lewis. Doch dafür fehlen ihm nicht nur einige Goldmedaillen, sondern auch die Aura. Als sich der angeschlagene Sieger schwerfällig zur Ehrenrunde aufmachte, klatschten die Zuschauer eher höflich als begeistert. Ob Greene über 4 x 100 m antritt, ist offen. "Ich will mit meinem Ego nicht die Chancen der Staffel schmälern", gab sich der schnellste Mensch der Welt ungewohnt generös. Von Ulrike John, dpa - Fotos: dpa, AP |
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Zuletzt geändert am 6. August 2001 15:16 von sab |
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