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Windhose: Schneise der Verwüstung
Grafik: Windhose
Chronologie: Windhosen in Deutschland
Stichwort Windhose: Kleiner Tornado bei Temperaturwechsel

Zwei Menschen durch herumfliegende Äste leicht verletzt:

Schneise der Verwüstung durch Windhose

Belm - Eine plötzlich aufgetretene Windhose hat am späten Montagabend eine etwa hundert Meter breite Schneise der Verwüstung durch die niedersächsische Ortschaft Belm bei Osnabrück gezogen. Auf einer Länge von rund einem Kilometer wurden Dächer abgedeckt, Fensterscheiben einer Ladenzeile im Zentrum des Ortes eingedrückt, Bäume entwurzelt und kleinere Gegenstände bis zu hundert Meter hoch in die Luft gewirbelt.

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Das teilte der Leiter der zuständigen Polizei in Melle, Stefan Knolle, am Dienstag mit. Wie durch ein Wunder wurden nur zwei Menschen durch herumfliegende Äste leicht verletzt. Der Sachschaden wurde zunächst auf fünf bis zehn Millionen Mark geschätzt.

Hunderte Meter durch die Luft

Nach Angaben von Knolle tagte gegen 20.45 Uhr gerade die örtliche Feuerwehr, als die Windhose über die Ortschaft hereinbrach. Das Dach des Feuerwehrhauses wurde ebenso abgedeckt wie das viel schwerere Flachdach eines Geschäfte. Anwohner hätten beobachtet, wie ein kleines Holzhaus mit Spielgeräten und Kinderfahrzeugen vom Gelände eines Kindergartens mehrere hundert Meter durch die Luft geschleudert wurde, berichtete Knolle. Auch die Auslagen mancher Geschäfte sowie Einrichtungsgegenstände der Läden seien verwüstet, stabiles Eisengestänge sei wie Draht verbogen worden. Vor den Geschäften lagen die Glassplitter knöchelhoch herumgelegen. Der Sturm dauerte laut Polizei rund eineinhalb Minuten, dann war der Spuk vorbei.

Aufräumarbeiten dauern mehrere Tage

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Mehr als 300 Mitarbeiter von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Polizei waren laut Knolle m bereits nach 15 Minuten vor Ort. Durch weiträumige Absperrungen seinen mögliche Plünderungen unterbunden worden. Die fensterlosen Geschäfte erhielten Notverglasungen. Die Aufräumarbeiten würden mehrere Tage in Anspruch nehmen, schätzte Knolle.

In Deutschland sehr selten

Windhosen treten Metereologen zufolge in Deutschland sehr selten auf. Es handelt sich dabei um Luftwirbel, die sich um eine fast senkrechte Achse bilden. Sie entstehen bei plötzlichen Wetterwechseln durch den Zusammenprall kalter und warmer Luftmassen. In einem rüsselartigen Wolkenschlauch werden durch einen enormen Sog selbst schwere Gegenstände angehoben und oft kilometerweit weggetragen. Vor allem in den USA richten Windhosen, die deutlich stärker sind als die in Belm, riesige Verwüstungen an.

AFP - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 7. August 2001 14:15 von aj

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