|
|
||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||
Do 09.08.2001
|
Tennis: Tommy Haas verliert denkbar knapp gegen Gustavo KuertenBackofenhitze schafft Spieler und ZuschauerCincinnati/Los Angeles - Die dicksten Eisbeutel reichten Thomas Haas nicht aus, um mit kühlem Kopf den derzeit weltbesten Tennisprofi kaltzustellen. Trotz einer couragierten Vorstellung bei über 40 Grad musste der Hamburger beim Masters-Turnier in Cincinnati nach seiner 6:7 (4:7), 6:7 (8:10)-Niederlage in der zweiten Runde gegen den Brasilianer Gustavo Kuerten wieder vorzeitig seine Sachen packen.
"Es ist schon bitter, so knapp gegen den Topspieler zu verlieren", ärgerte sich Haas, der in der Vorwoche beim ebenfalls mit 2,95 Millionen Dollar dotierten Masters in Montreal erst im Halbfinale auf Grund einer Rückenverletzung am späteren Turniersieger Andrei Pavel (Rumänien) gescheitert war. Herzinfarkt bei vier Zuschauern Gesundheitlich hatte Haas keinerlei Probleme. Dafür umso mehr mit der Backofenhitze. Doch nicht nur ihm fiel jede Bewegung dadurch doppelt schwer. Der nach seinem 6:1, 4:6, 6:2-Sieg gegen den Amerikaner Todd Martin noch als einziger Deutscher im Achtelfinale stehende Nicolas Kiefer (Holzminden) war froh, sein Spiel bei diesen "irrsinnigen Temperaturen überlebt zu haben". Dutzende Zuschauer mussten nach Kreislaufzusammenbrüchen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Vier erlitten einen Herzinfarkt. Kiefer jetzt gegen Henman "Bei dieser Hitze intensives Tennis zu spielen, ist brutal und sicher gefährlich", stellte Kiefer besorgt fest, dessen nächster Gegner der Brite Tim Henman ist. Um keinen Sonnenstich zu erleiden, kühlte der Niedersache seinen Kopf, Hals und die Schultern ebenso wie Haas in jeder freien Spielminute mit Eiswürfel. Nach dem Match trabte er dann sofort vom kochenden Tenniscourt in die erfrischende Reporterkabine des amerikanischen TV-Sportkanals ESPN. Dort durfte er live das Duell seines Landsmannes mitkommentieren und verblüffte mit haargenauen Vorhersagen. Zweimal kündigte Kiefer an, dass Haas ein As schlagen werde - in beiden Fällen hatte er recht. Sampras wartet weiter auf den nächsten Turniersieg Die Eiswürfel bescherten auch Pete Sampras nicht die erhoffte Wirkung. Der 30-jährige Amerikaner präsentierte sich beim 4:6, 4:6 gegen den acht Jahre jüngeren Spanier Alberto Martin einmal mehr müde und ausgebrannt. "Ich stand völlig neben mir. Überhaupt nichts klappte, alles lief schief. Das war wirklich ein sehr enttäuschender Auftritt", gestand der einstige Weltranglisten-Erste. Damit ist er seit nunmehr 16 Turnieren sieglos. Kuerten war am Ende cleverer Haas hatte es allerdings in der Hand, das Duell zu seinen Gunsten zu entscheiden. Doch jeweils im Tiebreak spielte Kuerten seine ganze Klasse und Routine aus. Im zweiten Tiebreak sah Haas, der seit seinem erneuten Wechsel zu Trainer David Ayme spürbar an Spielstärke zulegte, bei eigener 4:0-Führung und eigenem Aufschlag schon wie der Sieger aus. Doch Publikumsliebling "Guga" Kuerten bewahrte die Ruhe. "Ich habe jedes Mal die richtige Zeit abgewartet, um perfekt zu spielen. Außerdem hatte ich auch in den entscheidenden Momenten das erforderliche Glück", befand der dreimalige French Open-Gewinner. Von Wolfgang Budde, dpa - Foto: AP |
|
||||||||||||||||
|
Zuletzt geändert am 9. August 2001 11:34 von sab |
||||||||||||||||||