|
|
|||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||
Sa 11.08.2001
|
"Überfliegerin" Jones nach Crash weich gelandet:"Gold ist Gold"Edmonton - "Überfliegerin" Marion Jones ist nach dem WM- Absturz über 100 Meter am Ende des Titelkampfs über die doppelte Distanz weich gelandet.
"Ich fühlte mich so stark und wollte es einfach schaffen", freute sich der 25-jährige US-Superstar, der nach der gelungenen Rehabilitation für die Niederlage im Kurzsprint auf die Knie sank. Dass sie das 200-m-Finale der 8. Leichtathletik-WM in Edmonton im Bummeltempo von 22,39 Sekunden gewann, störte die fünffache Medaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Sydney überhaupt nicht. "Okay, es war nicht besonders schnell, doch Gold ist Gold", sagte sie. Hinter der Sprint-"Queen" passierten mit gebührendem Abstand Debbie Ferguson von den Bahamas (22,52) und ihre Landsfrau Kelli White (22,56) die Ziellinie. Enttäuscht, aber nicht aus der Bahn geworfen Die sensationelle WM-Pleite vier Tage zuvor gegen die Ukrainerin Shanna Pintusewitsch-Block hatte sie enttäuscht, aber nicht aus der Bahn geworfen. "Mit der Niederlage habe ich ein neues Territorium beschritten, das mir unbekannt war, aber ich habe es gut verkraftet", meinte Marion Jones. Schließlich war sie vier Jahre lang in 52 Rennen unschlagbar gewesen, bevor Pintusewitsch-Block sie im Halbfinale und Finale zwei Mal abhängte. Über 200 Meter holte sie den ersten WM- Titel und verteidigte ihre Serie mit nun 27 Finalsiegen.
Der 100-m-Crash hat die gebürtige Kalifornierin ("Total zufrieden wäre ich, wenn ich zwei Mal Gold gewonnen hätte"), die angespornt von den Auftritten Carl Lewis' und Florence Griffith-Joyners bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles zur Leichtathletik kam, aber auch ins Grübeln gebracht. "Als ich 1997 meinen ersten Weltmeistertitel gewann, waren alle überrascht. In den Jahren danach siegte ich zum Teil mit drei, vier Meter Vorsprung und alle fanden es normal", sagte Marion Jones, "doch nun ist die Konkurrenz stärker geworden." Besonders der dritte Platz der 24-jährigen Sprint- Aufsteigerin Kelli White freute sie: "Dass sie Dritte wurde, ist gut für die Zukunft des US-Sprints." "Es gab in letzter Zeit eine ganze Menge Dinge, die ich regeln musste" Möglicherweise weiß Marion Jones momentan selbst nicht genau, was gut für sie ist. Nach dem historischen Olympia-Erfolg und der Trennung von ihrem Ehemann C.J. Hunter, der in Sydney als Doping- Sünder spektakulär aufflog, ging es in ihrem Leben recht turbulent zu. "Es gab in letzter Zeit eine ganze Menge Dinge, die ich regeln musste", berichtete sie. Als Mensch hat Marion Jones, die sich in den Tagen von Edmonton aufgeräumt, fröhlich und befreit wie nie zuvor gab, dadurch gewonnen. Als Sportlerin muss sie sich etwas einfallen lassen, um die Leichtigkeit auf der Laufbahn wieder zu erreichen und die rasenden Rivalinnen in Schach zu halten. Denn die WM-Zweite Debbie Ferguson hat ihr schon den Kampf angesagt: "Ich wäre gerne an Marions Stelle heute. Nun hoffe ich, dass es das nächste Mal klappt." dpa |
|
|||||||||||||||||
|
Zuletzt geändert am 11. August 2001 15:14 von tea |
|||||||||||||||||||