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Ballonfahrer Fossett bricht Weltumrundungsversuch ab::

Gewitter, Sauerstoffmangel und Übermüdung

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Mit seinem eine Million Dollar teuren Gefährt "Solo Spirit" geriet Fossett zunächst in unerwartete Flauten, dann in heftige Turbulenzen und schließlich reichte auch der Sauerstoff nicht.

St. Louis - Gewitter, Sauerstoffmangel und Übermüdung haben den amerikanischen Ballonfahrer Steve Fossett am Freitag gezwungen, seinen Versuch einer Weltumrundung abzubrechen. Der Traum des Millionärs, als erster Mensch allein im Ballon um die Welt zu fahren, ist damit auch im fünften Anlauf gescheitert. 13 Tage und 20.000 Kilometer nach dem Start in Australien landete Fossett am Freitag in Brasilien.

Die Enttäuschung im Kontrollzentrum in St. Louis im US- Bundesstaat Missouri war am Freitag immens. Doch angesichts der widrigen Umstände zögerte der Flugdirektor nicht, auf Nummer Sicher zu gehen. Eine Fortsetzung der Fahrt über den Atlantik wäre für Fossett lebensgefährlich gewesen. "Die Atlantiküberquerung hätte drei Tage über einer Schlechtwetterfront bedeutet", sagte Flugdirektor Joe Ritchie. "Dabei besteht das Risiko, dass der Ballon vereist. Damit ist nicht zu spaßen."

Starke Turbulenzen

Als das Aus kam, schwebte das eine Million Dollar teure Gefährt "Solo Spirit" in rund rund 6000 Metern Höhe über der Grenze von Uruguay und Brasilien. Hinter Fossett lagen 36 schwere Stunden. Über den chilenischen Anden geriet der Ballon bereits am Donnerstag in so starke Turbulenzen, dass der Abenteurer sich auf einen dramatischen Rettungssprung am Fallschirm aus der Kapsel einstellte. "Irgendwann entdeckte er Sterne und wir wussten, dass er den Sturm hinter sich hatte", berichtete Projektmanager Tim Cole. Doch die Erleichterung war von kurzer Dauer.

Die Bodenkontrolle rechnete aus, dass Fossett für die viertägige Atlantiküberquerung auf ausreichender Höhe nicht genügend Sauerstoff haben würde. Auf niedrigerer Höhe stand eine weitere Schlechtwetterfront zwischen dem Piloten und der Erfüllung seines Traums. Ein ausgelaugter Fossett stimmte dem Abbruch der Ballonfahrt schließlich zu.

Unerwartete Flauten

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Steve Fossett: Der ehemalige Börsenmakler und Abenteurer aus Chicago verfolgt seinen Ballonfahrertraum seit zehn Jahren.

Wie bei seinen vorhergehenden Rekordversuchen hatte Fossett auch bei dieser Tour mit widrigen Umständen zu kämpfen: Wegen unerwarteter Flauten war er auf der ersten Hälfte seiner Reise bereits viel langsamer als erwartet vorangekommen. Fossett war am 4. August in Australien gestartet und wollte die Erdumrundung eigentlich in 15 Tagen schaffen.

Der ehemalige Börsenmakler und Abenteurer aus Chicago verfolgt seinen Ballonfahrertraum seit zehn Jahren. Bislang war er dabei vom Pech verfolgt. Eine Bruchlandung in einem Feld in Indien brachte ihm 1997 den zweifelhaften Ruf des Bruchpiloten der Ballonfahrerzunft ein. Doch Fossett ließ sich nicht unterkriegen. Sein Durchhaltevermögen hatte er schon öfter erfolgreich unter Beweis gestellt, zum Beispiel bei der Besteigung des Mount Everest oder beim 1860 Kilometer langen Hundeschlittenrennen in Alaska und dem Durchschwimmen des Ärmelkanals.

Ein Rekord bleibt als Trostpreis

Ein Rekord bleibt Fossett als Trostpreis: Bereits am Mittwoch war er nach zehn Tagen, drei Stunden und 29 Minuten länger als je ein einzelner Ballonfahrer vor ihm in der Luft gewesen. Die Ehre der allerersten Weltumrundung im Ballon kann Fossett ohnehin nicht mehr einheimsen: Das gelang dem Schweizer Bertrand Piccard und dem Briten Brian Jones vor zwei Jahren. Die beiden waren im März 1999 in 20 Tagen um die Welt gefahren und hatten dabei 40.800 Kilometer zurückgelegt.

dpa - Archivfotos: AP

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Zuletzt geändert am 17. August 2001 14:30 von aj

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