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Di 21.08.2001

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Überdurchschnittlich unterhaltend: Teenie-Komödie "Ran an die Braut"

Herzschmerz und Shakespeare

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Eines muss man von vornherein klarstellen: Der deutsche Titel der Highschool-Komödie "Ran an die Braut" zielt voll daneben und wird in seiner Dämlichkeit noch übertroffen vom Zusatz "Sei ein Mann - mach sie an!" Anmache ist nun wirklich keine Lösung für den liebeskranken Berke. Seine Freundin Allison hat ihm lapidar mitgeteilt, es funke nicht mehr zwischen ihnen, und ihn Knall auf Fall einfach sitzen lassen.

Drüber weg kommen - "Get over it" lautet der Originaltitel - stünde nun eigentlich auf dem Plan, aber weder ein Date mit einer Sexbombe noch wilde Partys bringen den Verlassenen von seiner fixen Idee ab, Allison zurück zu erobern. Dabei stolpert er von einer Demütigung in die nächste und steht immer mehr als Loser da. Allison tröstet sich überraschend schnell mit dem Schulneuling Striker, Ex-Sänger einer Boygroup und ein Siegertyp. Berke gibt allerdings immer noch nicht auf. Er will Allison bei den Proben für die Schultheateraufführung von Shakespeares "Sommernachtstraum" wieder näher kommen.

Überdurchschnittlich unterhaltend und leichthändig

Das alles wird für Berke ganz schön stressig: Er muss Basketball-Training und Theaterproben unter einen Hut bringen. Unterstützung findet er bei seinen Freunden Felix und Dennis wie auch bei Felix' Schwester Kelly, die ihm hilft, seine bescheidene Bühnenbegabung zu entwickeln und ihn dabei - einfühlsam dosiert - umgarnt. Das merkt Berke ausgerechnet dann, wenn Allison sich wieder ihm zuwendet - Verwirrungen wie bei Shakespeare.

Trotz vorhersehbaren Verlaufs kommt die Geschichte überdurchschnittlich unterhaltend und leichthändig daher. Dafür sorgen Running Gags wie mit einem kleinen Hund, der alles bespringt, was ihm zwischen die Pfoten kommt, oder Nebenfiguren wie Berkes Eltern: Das symbiotische Paar, das im Fernsehen Ratschläge für ein erfülltes Sexleben gibt, zeigt unbeirrbares, an Gleichgültigkeit grenzendes Verständnis für alle Regungen des pubertären Sohnes.

Viele neue Gesichter auf der Leinwand

Die eigentliche Lachnummer des Films aber ist der exaltierte Schultheaterregisseur Dr. Desmond Forrest Oates, der sich für ein verkanntes Genie hält und mit dem Shakespeare-Musical auf den großen Durchbruch hofft. Der routinierte Komiker Martin Short zieht alle Register dieser Karikatur einer verkrachten Künstlerexistenz. Die Shakespeare-Aufführung mit selbst geschriebenen Songs und der wilden Laienspielschar verspricht auf jeden Fall etwas Besonderes zu werden. Sie wird zum furiosen Höhe- und Schlusspunkt.

Abgesehen von Kirsten Dunst als Kelly haben zahlreiche neue Talente ihren Auftritt in der Teenie-Komödie: Die Hauptrollen als Berke und Allison sind mit dem unauffälligen Milchgesicht Ben Foster und der Newcomerin Melissa Sagemiller besetzt; Berkes Freund Felix spielt Tom Hanks' Sohn Colin. Als Filmneulinge, aber bereits zugkräftige Teenie-Stars sind die Rapper SisqO und Coolio dabei wie auch die beiden Supermodels Carmen Electra und Kylie Bax als Sexbomben.

Für Nachwuchsregisseur Tommy O'Haver ist "Ran an die Braut" ein gelungener Einstand in Hollywood. Die Komödie, die in den USA den Geschmack des jungen Publikums getroffen hat, kommt am 23. August in die deutschen Kinos.

Inge Treichel, AP

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Zuletzt geändert am 21. August 2001 11:43 von to

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