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Di 21.08.2001

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Erster "fotorealistischer" Digital-Spielfilm: "Final Fantasy"

Staun-Effekte und wenig Spannung

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Nun darf auch in deutschen Kinos so richtig gestaunt werden. "Final Fantasy - Die Mächte in Dir", der weltweit erste "fotorealistische" Digital-Spielfilm mit vollständig am Computer erzeugten "Schauspielern", läuft am Donnerstag (23.8.) an.

In den USA hatte der Science-Fiction-Streifen des Computerspiele- Erfinders Hironobu Sakaguchi Debatten über die Zukunft des Kinos ausgelöst. Weil die virtuelle Heldin Aki Ross und ihr Abenteuer- Partner Dr. Sid - beide "dargestellt" von ein paar Millionen Bits und Bytes - erstaunlich lebensecht wirken, sagten manche schon das Ende des Schauspielerberufes voraus.

Tatsächlich gehört nur recht wenig Fantasie dazu, die schöne Pixel-Kämpferin für ein Weib aus Fleisch und Blut zu halten. Ein Traum, den weltweit Millionen von Aki-Fans bereits vor ihren Spielkonsolen und PC-Monitoren geträumt haben, scheint wahr geworden zu sein. Im Falle der Lara Croft aus "Tomb Raider" hatte Hollywood den Fans einen ganz ähnlichen Wunsch in Gestalt der sehr lebendigen Angelina Jolie erfüllt.

Hoch bezahlte Informatiker basteln am neuen Menschenbild

Diese herkömmliche Methode war dem Chip-Genie Sakaguchi jedoch zu anspruchslos. Am Harbor Place, mitten in der gemütlichen Downtown von Honolulu, ließ er die hoch bezahlten Informatiker in der Filmabteilung seiner Videospiel-Firma Square Productions am neuen cineastischen Menschenbild basteln. Als Leitmotiv gab er ihnen eine alte Weisheit japanischer Marionettenkünstler mit auf den Weg: "Das Gesicht ist das Leben jeder Puppe."

Geradezu "unheimlich" fanden US-Kritiker denn auch die Blickkontakte mit Aki und den anderen "Darstellern". Wenn auch immer noch als Kunstwesen erkennbar, vermitteln sie viel stärker als alle früheren Trickfiguren den Eindruck einer tatsächlich vorhandenen Intelligenz. Leider haben die Macher vor allem darauf ihre Energien konzentriert. Für die Arbeit an der Story blieb nicht mehr viel übrig. Wenn sich die Verblüffung ein wenig gelegt hat, spätestens nachdem Aki im zerstörten New York erstmals den bösen Geistern begegnet ist, kommt der Gedanke auf, dass technische Brillanz kein Ersatz für eine spannende Inszenierung ist.

Dialoge wie vom Schreib-Roboter entworfen

Wie vom Schreib-Roboter entworfen, klingen viele der Dialoge. Wie aus der Play-Station direkt ins Drehbuch kopiert wirkt oft die Handlung. Heldin Aki muss mit Hilfe von Dr. Sid die spirituelle Energie von acht Lebensformen aufnehmen und damit die außerirdischen Phantome neutralisieren, die ihre Energie aus Menschenseelen gewinnen. Dabei kommt ihr öfter General Hein in die Quere, der das Problem mit seiner alles vernichtenden Superkanone lösen will. Als Rahmen für ein Videospiel, das sich per Gamepad in Action verwandeln lässt, taugt das wohl. Im Kino wünscht man sich irgendwann Knöpfe in den Armlehnen, mit denen sich Schwung in das Geschehen bringen ließe.

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Der Anfang einer neuen Kinowelt?

Dennoch: Wer 106 Minuten für "Final Fantasy" Zeit hat, kann später vielleicht sagen, er habe den Anfang einer neuen Kinowelt erlebt. Der Oscar-Preisträger Tom Hanks fand den Film "sehr beunruhigend". Er ist nicht der einzige, den die Vorstellung umtreibt, dass Produzenten von den Stars künftig nur noch die Hülle wollen. Sakaguchi zeigt, was nach Expertenmeinung in einigen Jahren problemlos möglich sein wird: Nachdem die Gesichter, Körper und charakteristische Bewegungen von Darstellern dreidimensional eingescannt sind, können Hochleistungscomputer sie lebensecht agieren lassen - egal ob bei einem Banküberfall oder im Bett.

Thomas Burmeister, dpa

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Zuletzt geändert am 21. August 2001 12:34 von to

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