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Buch-Tipp: "Anti-Potter" liebt High-Tech-Waffen und Mama

Krimineller Artemis Fowl begeistert Kinder

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Artemis Fowl ist erst zwölf Jahre alt, aber schon ein Schwerkrimineller. Er stiehlt, erpresst und entführt unschuldige Elfen, ist vernarrt in Kalaschnikows und andere großkalibrige Waffen. Seine Gedanken kreisen nur um eines - um Gold. Und ausgerechnet dieser Bösewicht erobert die Herzen der Kinder.

Das englischsprachige Original von "Artemis Fowl" ist seit seinem Erscheinen im Mai schon in 250 000 Exemplaren verkauft worden, und nun treibt der "Anti-Potter" auch in Deutschland sein Unwesen. Und sein irischer Erfinder, der Erzähler Eoin Colfer, hat die Harry Potter-Autorin Joanne K. Rowling bereits in einer Hinsicht ausgestochen: Während sie vor fünf Jahren noch nicht einmal 10.000 Mark als Vorauszahlung für "Harry Potter und der Stein der Weisen" bekam, war er schon Millionär, bevor "Artemis Fowl" überhaupt erschienen war.

Er schickte die ersten vier Kapitel an eine Lektorin in London und konnte umgehend Verträge im Wert von 1,5 Millionen Mark unterzeichnen - der höchste Vorschuss, der je für ein Kinderbuch gezahlt worden ist. Noch in diesem Jahr soll "Artemis Fowl" in 18 Ländern erscheinen. Die Disney-Tochter Miramax hat sich die Rechte für die Hollywood-Verfilmung gesichert.

"Ein Junge, dem es nur um sich selbst geht"

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Für den 35-jährigen Colfer ist alles wie ein Traum. Noch vor einem guten Jahr unterrichtete er in seinem Wohnort Wexford südlich von Dublin Kinder mit Lernschwierigkeiten. Zeit fürs Schreiben hatte er nur nachmittags von 15.00 bis 16.00 Uhr. Danach musste er seinen drei Jahre alten Sohn Finn versorgen, denn seine Frau führte nebenher noch eine Boutique. "Ich habe etwa ein Jahr gebraucht, um das Buch auf meinem Laptop zu schreiben", erzählt der Autor, "ich wollte einen Antihelden erschaffen, einen Jungen, der witzig und sarkastisch ist und dem es immer nur um sich selbst geht. Einen kriminellen Intellektuellen."

Kleiner Dieb, Kidnapper und Erpresser

Allein im ersten Band begeht Artemis so viele Verbrechen, dass es wohl für 15 Jahre Gefängnis reichen würde. Er stiehlt die Geheimbibel der Unterirdischen, verschleppt die Elfenpolizistin Holly Short und erpresst Lösegeld. Holly Short sollte ursprünglich die Heldin der Geschichte werden, doch dann ließ sich Colfer von Artemis immer mehr gefangen nehmen. Schon als Kind, so erinnert er sich, hielt er immer zu den Bösen: Zu Professor Moriarty anstatt zu Sherlock Holmes und bei "Krieg der Sterne" zu Darth Vader anstatt zu Luke Skywalker. Allerdings hat Artemis auch einige sympathische Züge, mit denen sich viele Kinder identifizieren dürften. So ist er seiner allein erziehenden Mutter zugetan und sehnt sich nach einem Vater.

Ein bißchen Batman - ein bißchen 007

Eoin Colfer: Artemis Fowl, List Verlag, München, 288 S., DM 35,20/ 18,--

Gar nichts wissen will Colfer davon, dass er auf der Harry Potter-Welle mitschwimmt. Die Abenteuer des Zauberlehrlings hat er nach eigenen Angaben erst nachgelesen, als sein Artemis-Buch schon fertig war. Inspiriert hätten ihn vielmehr die Batman- und Superman- Comics seiner Kindheit und die James Bond-Filme. Vom Geheimagenten "007" hat er auf jeden Fall eine Schwäche für High-Tech-Waffen übernommen, die ihm bei Kritikern den Vorwurf der Gewaltverherrlichung eingetragen hat. Doch das weist er von sich: Klassische Kinderbuchhelden wie Mark Twains Tom Sawyer, der einmal sogar Verbrechern beim Ausgraben einer Leiche zusieht, seien dann erst recht nicht jugendfrei.

Natürlich wird Artemis Fowl neue Abenteuer erleben. Die Fortsetzung ist schon halb fertig, ein dritter Band geplant. Kündigt sich da ein Wettlauf mit Rowling an? Der Autor winkt ab: "Ich habe nicht das geringste Interesse, mit ihr in Konkurrenz zu treten." (Eoin Colfer: Artemis Fowl, List Verlag, München, 288 S., DM 35,20/ 18,--).

Christoph Driessen, dpa

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Zuletzt geändert am 22. August 2001 16:21 von to

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