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Do 13.09.2001
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Bayer stellt Weichen für die Zukunft - Neuer Vorstandschef:Kein Bußgeld wegen LipobayLeverkusen - Im Fall des Cholesterin-Senkers Lipobay droht dem Leverkusener Bayer-Konzern in Deutschland kein Bußgeld. Der Vorwurf, die Firma habe sicherheitsrelevante Informationen zurückgehalten, werde nicht mehr erhoben, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Donnerstag in Bonn mit. Ein Anhörungsverfahren werde nicht eingeleitet. Dies sei nach gemeinsamer Aufklärung des Sachverhalts durch das Institut und Bayer festgestellt worden. Die Firma Bayer begrüßte die Entscheidung.
Das Medikament, das der Konzern inzwischen vom Markt genommen hat, wird weltweit mit mehr als 50 Todesfällen in Zusammenhang gebracht. Das BfArM hatte Bayer zunächst wegen zu später Information ein Bußgeld angedroht. Lipobay mit dem Wirkstoff Cerivastatin war 1997 zunächst in Großbritannien, später auch in anderen EU-Ländern, zugelassen worden. "Durch die freiwillige Rücknahme von Lipobay hat Bayer mögliche Risiken durch die Einnahme dieses Medikaments ausgeschlossen", hieß es in der Mitteilung. Relevante Informationen mitgeteilt Bayer habe die relevanten Informationen im europäischen Verfahren der Medicines Control Agency (MCA) mitgeteilt, die für das Zulassungsland Großbritannien gehandelt habe. Über diese Behörde seien dieür die Aufnahme einer Kontraindikation erforderlichen Informationen an die beteiligten Behörden der anderen Mitgliedsstaaten und auch an das BfArM gelangt. Pharma-Sparte soll nicht verkauft werden Nach dem Lipobay-Debakel hat der Chemie- und Pharmakonzern Bayer die Weichen für den Weg aus der Krise gestellt. Die Pharma-Sparte wird nach einem Beschluss von Vorstand und Aufsichtsrat nicht verkauft, sondern bleibt weiter Kerngeschäft. Doch soll ein strategischer Partner gesucht werden. Außerdem berief der Aufsichtsrat am Donnerstag erwartungsgemäß den 54-jährigen Finanzvorstand Werner Wenning zum Nachfolger von Manfred Schneider als Bayer-Chef. Er soll sein Amt am 26. April 2002 antreten. Mit Blick auf die schwer angeschlagene Gesundheitssparte betonte Vorstandschef Schneider nach der Aufsichtsratssitzung in Leverkusen: "Aufsichtsrat und Vorstand sind sich einig, dass diese Aktivitäten auch nach dem herben Rückschlag weiterhin ein Kerngeschäft des Konzerns bleiben." Allerdings sei wegen der Ergebniseinbußen eine veränderte Strategie erforderlich. Um eine größere Flexibilität für notwendige strategische Partnerschaften zu schaffen, werde der Gesundheitsbereich künftig als eigenständige Unternehmenseinheit unter dem Dach des Konzerns geführt werden. Suche nach Kooperationspartner Bayer hatte bereits vor dem Lipobay-Debakel nach einem Kooperationspartner für die Pharmasparte gesucht. Doch waren die Gespräche bisher stets an der Forderung des Leverkusener Konzerns gescheitert, die unternehmerische Führung zu behalten. Doch hatte Schneider nach dem Medikamenterückruf bereits ein Umdenken angedeutet. Große Zukunftspläne hat der Konzern im Bereich Pflanzenschutz. Schneider betonte, er gehe davon aus, dass die Verhandlungen mit Aventis und Schering bezüglich der Übernahme von Aventis CropScience bis Ende September erfolgreich abgeschlossen werden könnten. Mit rund 23.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von fast sieben Milliarden Euro (13,7 Milliarden Mark) werde das neue Unternehmen einer der führenden Anbieter im weltweiten Pflanzenschutz-Markt sein. Eigenständige Unternehmenseinheiten Sowohl die Gesundheits- als auch die Landwirtschaftsparte sollen künftig als eigenständige Unternehmenseinheiten innerhalb des Konzerns geführt werden. "Die veränderte Organisationsstruktur bringt uns jenen Schub, von dem auch die Belegschaft profitieren wird", sagte Schneider. Bayer sei nach wie vor ein attraktives Unternehmen mit guten Zukunftsaussichten. Gleichzeitig berief der Aufsichtsrat Bayer-Finanzchef Wenning zum neuen Konzernchef. Der Aufsichtsratvorsitzende Hermann Josef Strenger betonte. "Ich bin überzeugt, davon, dass Herr Wenning der richtige Mann für die anstehenden Aufgaben ist." Als ausgewiesener Finanzfachmann besitze er hohe Akzeptanz auf den internationalen Kapitalmärkten. Mit Wenning tritt ein Manager an die Spitze von Bayer, der über detaillierte Kenntnisse des Unternehmen verfügt. Der Manager startete seine Bayer-Karriere 1966 mit einer Lehre zum Industriekaufmann und arbeitete dann im In- und Ausland für den Konzern. Seit 1997 gehört er dem Konzernvorstand an. dpa, AP - Foto: dpa [an error occurred while processing this directive] |
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Zuletzt geändert am 13. September 2001 17:55 von aj |
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