Fr 14.09.2001
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Hintergrund: Bin Laden und andere Islam-Fundamentalisten
Der "Heilige Krieg"
Seit Jahren halten einzelne Gruppen oder Netzwerke militanter Islamisten die Welt mit Terroraktionen in Atem. Als Anführer des internationalen "Heiligen Krieges" (Dschihad) gegen Ungläubige und fremde Mächte - besonders die USA - gilt der saudische Fundamentalist Osama bin Laden.
Bereits lange vor den jüngsten verheerenden Anschlägen in den USA wurden der Top-Terrorist, seine Gruppe "Al Qaida" (etwa: "Die Basis") und verbündete Organisationen mit einer Vielzahl blutiger Aktionen in Zusammenhang gebracht. Das US-Außenministerium beziehungsweise Geheimdienste lasten bin Laden und seinem Umfeld unter anderem die folgenden Gewalttaten an:
Bombenattentate auf US-Angehörige der UN-Operation "Neue Hoffnung" in Somalia 1992 und 1993
einen Autobombenanschlag auf das New Yorker World Trade Center im Februar 1993 mit sechs Toten und über 1000 Verletzten Versuche, im November 1994 US-Präsident Bill Clinton und im Januar 1995 den Papst bei Besuchen in der philipinischen Hauptstadt Manila zu ermorden den gescheiterten Mordversuch an dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak im Juni 1995 in Addis Abeba mit vier Opfern einen Terroranschlag auf das Gebäude der saudischen Nationalgarde in Riad im November 1995 mit sieben Toten, darunter fünf amerikanischen Soldaten wenige Tage später eine Bombenattacke ägyptischer Extremisten auf die Botschaft ihres Landes in Pakistan mit 18 Toten einen Bombenanschlag auf ein Wohngebäude der US-Luftwaffe in Dhahran (Saudi-Arabien) im Juni 1996, bei dem 19 Amerikaner getötet wurden die zeitgleichen Bombenexplosionen vor den US-Botschaften in Nairobi (12 Amerikaner unter 219 Toten) und Daressalam (Tansania) (11 Tote) im August 1998 im Oktober 2000 die Selbstmordaktion von zwei Terroristen gegen den amerikanischen Zerstörer "USS Cole" im Hafen von Aden (Jemen) mit 17 toten Seeleuten und...
schließlich am vergangenen Dienstag die Angriffe mit entführten Verkehrsmaschinen auf New York und Washington mit vermutlich tausenden Opfern und unabsehbaren weiteren Folgen.
Viele islamische Terrorgruppen
Neben bin Laden und seinen Anhängern führen viele islamische Terrorgruppen ihren mehr oder minder eigenen Krieg im Namen Allahs gegen Andersgläubige und deren angebliche Helfer im Land:
In Algerien kämpfen seit 1992 die "Bewaffneten Islamischen Gruppen" (GIA) gegen die Regierung; mehr als 100.000 Menschen, darunter viele Zivilisten und christliche Ordensleute, wurden dabei getötet.
In Ägypten ist die 1987 aus der Moslem-Bruderschaft hervorgegangene und zeitweilig mit bin Laden verbundene "Gamaat Islamija" für zahlreiche Morde an koptischen Christen und westlichen Touristen verantwortlich.
Auf den überwiegend christlichen Philippinen nehmen moslemische Terroristen immer wieder Geiseln und töten "Ungläubige", um einen eigenen Staat zu erzwingen.
In der laizistischen Türkei gehen hunderte Gewalttaten auf das Konto einer nationalen und anti-westlichen "Hisbollah" (Partei Gottes), die wie gleichnamige Guerillagruppen im Nahen Osten angeblich von Iran unterstützt werden.
Auch in den GUS-Staaten am Südrand der früheren Sowjetunion kommt es immer wieder zu schweren Kämpfen mit moslemischen Rebellen.
dpa
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