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Außenminister Peres trifft Jassir Arafat - Waffenruhe vereinbart

Hoffnungsschimmer für Frieden in Israel

Gaza - Israels Außenminister Schimon Peres gab seinem Gesprächspartner zwar die Hand, doch sein Blick war starr. Auch das Lächeln Jassir Arafats wirkte tiefgefroren, als er seinen Friedenspartner von einst im VIP-Raum des Flughafens von Gaza begrüßte. Am Ende der zweistündigen Gespräche sagten sie kein Wort. Die gemeinsame Erklärung verlas der frühere palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat, dem dabei auch noch ein Patzer unterlief. Als Datum der Erklärung nannte er Sonntag, den 22. September, den Tag, an dem das Peres-Arafat Treffen ursprünglich stattfinden sollte.

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Neuer Anlauf: Schimon Peres und Jassir Arafat wollen die Welle der Gewalt stoppen.

Dass sich die beiden Friedensnobelpreisträger Peres und Arafat nach einem Jahr blutiger Konfrontationen überhaupt zusammensetzten, bewerten beide Seiten schon als Erfolg. Doch ohne die jüngsten Ereignisse in den USA und ohne den massiven Druck der US-Regierung wäre das Treffen vermutlich überhaupt nicht zustande gekommen. Denn erst die weltweite Empörung über die Anschläge von New York und Washington zwang Arafat, dem Terror als Mittel zur Durchsetzung palästinensischer Forderungen abzuschwören.

USA üben Druck auf Israel aus

Und Israels Ministerpräsident Ariel Scharon ließ den auf Dialog drängenden Peres erst gewähren, als sowohl US-Präsident George W. Bush und sein Außenminister Colin Powell beide Seiten in täglichen Telefonaten an den Verhandlungstisch zwangen. Washington will Ruhe an der Palästinenserfront, um potenziellen arabischen Partnern den Beitritt zu seiner Allianz gegen den Terror zu erleichtern.

Israelische Blockade soll gelockert werden

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Ausbruch der blutigen Intifada, die den in Oslo eingeleiteten Friedensprozess aufs Erste beendete, bietet das Ergebnis des Treffens einen, wenn auch nur fahlen Hoffnungsschimmer für Israelis und Palästinenser. Arafat und Peres beschlossen Maßnahmen, die die ineinander verbissenen Gegner wieder auf Distanz bringen könnten. Die Überwachung der Waffenruhe durch eine gemeinsame Kommission, die Lockerung der israelischen Blockade um palästinensische Städte und der Rückzug der Israelis aus ihren vorgezogenen Stellungen am Rande der Städte sollen den Palästinensern die Rückkehr zu einem einigermaßen normalen Leben erleichtern.

Palästinenser während der Gespräche erschossen

Doch die ersten zaghaften Schritte auf dem Rückweg zur Normalität stehen unter keinem guten Stern. Noch während Peres und Arafat über die Umsetzung der äußerst labilen Waffenruhe sprachen, konnte man auf dem Flughafen von Gaza das Donnern israelischer Panzerartillerie hören, und bei Rafah erschossen Soldaten einen 17-jährigen Palästinenser, der Steine auf die Besatzer geworfen hatte. Fast zur selben Zeit veröffentlichten die radikalen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad Erklärungen, in denen sie die Fortsetzung des Bombenterrors gegen Israel ankündigten. Ohne ein Ende der Gewalt aber, dass wissen Arafat und Peres, wird es keine Fortschritte an der politischen Front im Nahen Osten geben.

Von Christian Fürst, dpa - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 26. September 2001 11:34 von sab

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