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Tag zwei des Putin-Besuches in Deutschland: Wirtschaftskontakte vertiefen

"Im Konfliktfall liefern wir mehr Öl"

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Putin wurde von Ministerpräsident Wolfgang Clement am Flugzeug abgeholt. In Essen wollte der Gast vor Vertretern deutscher Unternehmen sprechen. Am Abend planen Putin und seine Ehefrau Ljudmila einem Privatbesuch in Dresden. Putin war dort lange Zeit im Auftrag des des KGB beschäftigt.

Düsseldorf/Essen - Russlands Präsident Wladimir Putin hat Deutschland weitere Angebote zur Zusammenarbeit gemacht und eine Abstützung der Energieversorgung im Falle politischer Konflikte zugesichert. Am zweiten Tag seines Staatsbesuches erklärte Putin unter Beifall: "Im Fall von Konflikten sind wir bereit, zusätzliches Mineralöl zu liefern. Das sage ich Ihnen klipp und klar."

Putin setzte am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen seine am Vortag begonnene dreitägige Deutschland-Visite fort. Mit führenden deutschen Managern sprach er in Essen über eine Vertiefung der deutsch- russischen Wirtschaftsbeziehungen.

Radikale Gesetzesänderungen für Geldgeber und gegen Korruption

Der Präsident bekräftigte den Willen seines Landes, die Wirtschaftskontakte mit der Europäischen Union auszubauen. Russland versuche vor allem mit einer verbesserten Steuerpolitik und Entbürokratisierung Investitionen zu stimulieren. Unter anderem seien die Unternehmenssteuersätze in seinem "Haushalt der liberalen Wirtschaft" von 35 auf 24 Prozent gesenkt worden.

Darüber hinaus kündigte der Präsident radikale Gesetzesreformen an, um die Eigentumsrechte von Investoren und Kreditgebern zu sichern und Korruption einzudämmen. Der Euro solle als "Verrechnungseinheit" auch in das russische Wirtschaftssystem eingeführt werden.

Blühendes russisches Wirtschaftswachstum

Putin legte den Managern Zahlen über ein blühendes russisches Wirtschaftswachstum vor. So sei das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent gestiegen, die Industriewachstumsrate um 12,9 Prozent. "Solche Zahlen hatten wir in den letzten 30 Jahren nicht." Die Einnahmen aus der Einkommensteuer hätten um 54 Prozent zugenommen. Der Handelsumsatz, der im vergangenen Jahr schon bei 41,5 Milliarden Mark (21,2 Mrd. Euro) gelegen habe, sei im ersten Halbjahr 2001 nochmals um 24 Prozent gestiegen. Putin traf in Essen unter anderem die Chefs von Lufthansa, RWE, Bayer, Opel und eon.

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Zuletzt geändert am 26. September 2001 18:20 von mwege

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