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Do 27.09.2001

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Zugunglück bei Lindau: Etwa 90 Verletzte
Foto-Doku: Zugunglück bei Lindau
Chronik: Die schwersten Zugunglücke in Deutschland
Hintergrund: Bahnunfälle seit Jahren rückläufig

Fast 90 Verletzte bei Unglück nahe Lindau - Haltesignal übersehen

Personenzüge prallen frontal zusammen

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Feuerwehrleute untersuchen die zusammengestoßenen Züge.

Lindau/Bodensee - Beim Frontalzusammenstoß von zwei vollbesetzten Regionalzügen sind am Donnerstag im bayerischen Enzisweiler am Bodensee fast 90 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Die Züge waren vor allem mit Schülern besetzt. Als Ursache des Unglücks auf der eingleisigen Strecke gilt menschliches Versagen: Offenbar übersah einer der Lokführer ein Haltesignal. Staatsanwaltschaft und Bahnbehörden ermitteln.

Der aus Lindau kommende Zug hätte den Gegenzug im Bahnhof von Enzisweiler abwarten müssen, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG in Bayern, Hermann Graf von der Schulenburg. Die Bilanz des Unglücks: Neun Menschen wurden mit schwersten Verletzungen in umliegende Krankenhäuser geflogen, darunter auch die beiden Lokführer. 24 weitere Insassen wurden mittelschwer, knapp 50 leicht verletzt. In Lebensgefahr schwebte nach Auskunft der Polizei keines der Opfer.

Der aus Lindau kommende Zug sei am Bahnhof trotz eines Haltesignals zu früh losgefahren, sagte von der Schulenburg bei einer Pressekonferenz. Die Justiz werde gegen den schwer verletzten Lokführer zumindest wegen fahrlässiger Körperverletzung ermitteln.

Schüler und Pendler

In den mit je etwa 150 Personen besetzten Nahverkehrszügen zwischen dem bayerischen Lindau und Friedrichshafen in Baden- Württemberg saßen vor allem Schüler, aber auch Pendler aus beiden Bundesländern. Die Züge stießen gegen 7.30 Uhr nahe dem Bahnhof von Enzisweiler mit geringem Tempo zusammen. Die vorderen Teile der Dieseltriebwagen verkeilten sich bei dem Aufprall ineinander.

Alle Verletzten nach eineinhalb Stunden versorgt

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Bereits eineinhalb Stunden nach dem Unfall waren alle Verletzten versorgt. Mehr als 100.Ärzte und Sanitäter versorgten die Opfer, ehe sie mit Hubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen wurden. Viele Verletzte wurden in eigens aufgestellten Zelten behandelt. Ein Großaufgebot von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und Polizei sowie Rettungskräfte aus der benachbarten Schweiz, aus Österreich und aus Baden-Württemberg waren im Einsatz. Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab.

Viele besorgte Eltern eilten an den Unglücksort, um nach ihren Kindern zu sehen und sie abzuholen. Etliche Kinder wurden mit Bussen nach Hause oder in ihre Schulen gefahren. An der Unfallstelle kümmerte sich ein Kriseninterventionsteam um die Insassen.

dpa - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 27. September 2001 12:24 von aj

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