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"Swimming Pool" mit Freigabe ab 18 Jahren wird die Zielgruppe verfehlt

Horrorfilm rutscht auf der Blutspur aus

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Es ist der Tag der Abschlussprüfung an der International High School in Prag. Bevor sie sich in die verschiedenen Länder verstreuen, aus denen sie kommen, wollen zwölf Freunde noch einmal ausgelassen miteinander feiern.

Die reichen, spaßverwöhnten jungen Leute brechen nachts in das Erlebnisbad der Stadt ein, um dort unter sich zu sein. Ein Mörder im schwarzen Anzug und mit weißer Totenmaske ist auch unter ihnen, und wenn er mordet, dann hört der Spaß für die Zuschauer auf.

Der deutsch-tschechische Horrorfilm "Swimming Pool" von Boris von Sychowski kommt am 4. Oktober in die Kinos. Eigentlich sollte er bereits im Juli starten, wobei Regisseur und Produzenten damit rechneten, dass er für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben wird. Doch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) entschied sich für 18 Jahre und blieb trotz aller Proteste der Filmemacher dabei.

"Scream" als Vorbild

Als Vorbilder für seinen Film nannte Sychowski "Scream" und "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast", denn dort sei es "nicht um Ekel, sondern um Spannung gegangen". Und der Regisseur betont, "dass ich nicht im Geringsten an Gewaltexzessen oder Splatter interessiert bin". Da muss wohl ein Missverständnis vorliegen, denn der Kino-Regiedebütant Sychowski, der sich mit Werbefilmen einen Namen gemacht hat, kommt seinen Bildern gerne sehr nahe.

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Dabei gewinnt man den Eindruck, als sei dem Regisseur eine durchgeschnittene Gurgel in etwa die gleiche optische Herausforderung wie eine gerade geöffnete Sprudelflasche. Das schmatzende, röchelnde Geräusch von Menschen, denen ihr Blut den letzten Atem nimmt, sowie zahlloses anderes Gemetzel wird mit sinnloser Penetranz und Kälte unter die Lupe genommen.

Gegen diese Brutalität kommt kein Witz mehr auf

Die noch verbliebenen Jugendlichen gehen derweil im Schwimmbad weiter ihren Beziehungsproblemen nach. Dabei ist auch eine Restspur von Witz in der achten Drehbuchfassung erhalten geblieben, die allerdings im Angesicht des Grauens vollends kapituliert. An Charakteren ist erwähnenswert sind das Mädchen Sarah, deren Darstellerin Kristen Miller schon in "Sex oder stirb" zu sehen war, und ihre aggressive Freundin Carmen (Elena Uhlig), die jedoch das Herz am rechten Fleck hat. Sarahs Freund Gregor (Thorsten Grasshoff) ist ein undurchsichtiger Frauenheld, der schnell in Verdacht gerät, der Mörder zu sein.

Fehlt es dem Film an erzählerischem Gefühl, so hat er dafür kommerziellen Ehrgeiz im Überfluss: Den Jugendlichen, die sich gruseln wollen, so viel Schockierendes hinzuknallen, dass sie wirklich bedient sind. Doch so massiv und billig, wie dieses Kalkül hier daherkommt, muss es zwangsläufig entgleisen. Der Film lässt vieles vermissen, vor allem einen Grund zum Schmunzeln oder das schaurig-schöne Kribbeln, das ein Horrorfilm normalerweise verursacht.

Bianka Piringer, AP

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Zuletzt geändert am 1. Oktober 2001 13:46 von tea

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