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Sprinter, Lehrer, Popstar - Sting wird 50

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Gordon Matthew Sumner ist einer der skurrilsten Popstars, die England je hervorgebracht hat: Er führt seine Kreativität teilweise auf eine erfolgreiche Psychotherapie nach der Archetypen-Theorie von Carl Gustav Jung zurück, beschloss nach eigenem Bekunden mit 25 Jahren, "ein Teenager zu werden" und behauptet von sich, dank Astanga-Yoga fünf Stunden Sex am Stück haben zu können.

Heute fühlt sich der Mann, der sich Sting nennt, "ausgeglichener denn je" und sieht deshalb mit großer Gelassenheit seinem 50. Geburtstag an diesem Dienstag (2. Oktober) entgegen. Der heutige Ehrendoktor der Musik war einmal praktizierender Grundschullehrer. Nach Ansicht seiner Kritiker ist er es heute noch. Die "New York Times" nannte ihn einen "weltlichen Pop-Prediger, der in bewusstseinserweiternder Mission das globale Dorf bereist".

Im Kalten Krieg mahnte er den Westen: "The Russians love their children too." Später sammelte er Spenden für den tropischen Regenwald und schrieb Lieder gegen argentinische Militärs und den chilenischen General Pinochet. Dabei zitierte er Shakespeare und übernahm Melodien von Prokofjew. "Warum kann Sting bloß nicht damit zufrieden sein, ein Superstar zu sein?" seufzte der "Guardian". "Warum denn auch noch Volkshochschullehrer?"

Sting produzierte Hits in Serie

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Vielleicht ist die Antwort: Er ist ja schon so lange ein Star. Bereits 1978 kam der Durchbruch mit der Gruppe The Police. Seit Mitte der 80er Jahre verfolgte der Sänger, Bassist und Songschreiber dann mit noch größerem Erfolg seine Solokarriere. "Wie er Reggae und Rock zusammenbringt, Drama und Musik, Radikalismus und Reaktion, jungenhaften Habitus und reife Sensibilität - das macht Sting zum universellen Star, zum neuen und modernen Pop/Rock-Archetypus", schrieb das britische Magazin "The Face". Sting produzierte Hits in Serie, darunter "Englishman In New York" und "Mad About You". Die hohe Kopfstimme wurde zu einer der bekanntesten der Welt.

Obwohl er nach eigenem Bekunden das "low life", das einfache Leben, liebt, residiert er wie der gehobene Landadel: Inmitten eigener Güter bewohnt er in Südengland ein Anwesen aus dem 16. Jahrhundert. Sting ist so reich, dass ihm eine Unterschlagung von sechs Millionen Pfund (derzeit 18,84 Millionen Mark/9,64 Millionen Euro) gar nicht auffiel. So hat er es sich als Junge erträumt - damals, in den 50er und 60er Jahren, als der Sohn eines Milchmanns und einer Friseuse in der heruntergekommenen Hafenstadt Newcastle aufwuchs und sich nach jedem Kinobesuch fragte, warum seine Welt nur grau war, obwohl es doch offenbar Farben gab.

"Ich wäre gern auch noch mit 60 ein Sänger"

Großer Ehrgeiz hat ihn seitdem vorangetrieben. Er machte seinen Schulabschluss - trotz der Rekordzahl von 43 Stockschlägen. In kürzester Zeit gewöhnte er sich seinen nordenglischen Slang ab. Und im Sauseschritt wurde er der drittschnellste englische Sprinter. Aber es reichte ihm nicht: "Zwei Läufer waren besser als ich, und ich sah keine Möglichkeit, sie zu schlagen. Also gab ich das Laufen auf."

Erst in den vergangenen Jahren hat sich das Gefühl, immer der Beste sein zu müssen, gelegt: "Ich brauche keine Preise mehr, ich will nur das weitermachen, was ich jetzt mache", sagt er. "Ich wäre gern auch noch mit 60 ein Sänger." Zu seinem 50. wird er aber erst einmal wieder mit seinen alten Bandkollegen abrocken: Sowohl Police- Drummer Stewart Copeland als auch Gitarrist Andy Summers sind zu der Feier im marokkanischen Marrakesch eingeladen.

Christoph Driessen, dpa

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Zuletzt geändert am 1. Oktober 2001 15:43 von tea

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