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Chick Corea im Duo mit Gonzalo Rubalcaba auf Tour:

Jazz-Improvisationen am Flügel

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Ein Jazz-Meister am Flügel: Chick Corea

Seit nunmehr 40 Jahren komponiert Chick Corea Jazzmusik und steht in immer neuen Formationen auf der Bühne. Nun setzt der 60-jährige Corea, der in den 70er Jahren mit der Jazz-Rock-Band Return to Forever groß herauskam, mal wieder zu neuen Experimenten an.

Dieses Mal mit dem deutlich jüngeren kubanischen Pianisten Gonzalo Rubalcaba (37), mit dem Corea durch fünf deutsche Städte tourt. Beim Auftaktkonzer in Frankfurt erntet das virtuose Duo viel Applaus.

Corea, der aus seiner Mitgliedschaft in der vom deutschen Verfassungsschutz überwachten Organisation Scientology Church nie einen Hehl gemacht hat, tritt gut gelaunt vor sein Publikum in der Alten Oper. In einem überweiten Hawaii-Hemd verkündet Corea, dass sie trotz der Terrorakte in den USA und gerade jetzt spielen wollten. Zur Eröffnung setzen die beiden Musiker zu einem Tango an, den sie erst am Vortag einstudiert haben. Was folgt sind zweieinhalb Stunden angenehmer Jazz - vom verspielten Dialog der beiden Pianisten über Interpretationen von Jazz-Klassikern bis hin zu sehr sensiblen Solo- Passagen.

Mitspieler von Miles Davis

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Chick Corea

Corea - 1990 mit dem Frankfurter Musikpreis ausgezeichnet - gilt als Inbegriff der Vielseitigkeit. Als Mitspieler von Miles Davis und dann in Zusammenarbeit zum Beispiel mit Dave Holland, Stanley Clarke, Gary Burton und Herbie Hancock wurde Corea ein Protagonist des elektronischen Jazzrocks. Doch auch akustischer Jazz und Duette mit Keith Jarrett und Friedrich Gulda und Nikolaus Harnoncourt sind ein Markenzeichen Coreas. Mozart und spanische sowie südamerikanische Musik waren dabei für den Jazzer stets eine neue Herausforderung. Corea gilt im Jazz als Wegbereiter der Duo- und Soloauftritte. Nun fördert Corea den Kubaner Rubalcaba, der sich auf manchen seiner Platten vor lauter Spielfreude selbst zu überholen scheint. In Frankfurt aber zeigt sich Rubalcaba überwiegend von seiner sanften Seite und lässt nur hin und wieder seinen von Unruhe getriebenen Spielwitz aufflackern.

Corea, der "die moderne Popmusik oft als dunkel, die kubanischen Rhythmen dagegen als enthusiastisch" empfindet, nimmt sich deutlich zurück. Äußerst relaxt, gut gelaunt und immer mild lächelnd spielt Corea sich mit Rubalcaba die Improvisationen zu.

"Erste große Spielpause in 20 Jahren"

Seine nächsten Musikprojekte will Corea mit dem Gitarristen Paco de Lucia sowie mit Herbie Hancock und Bobby Mc Ferrin bestreiten, ehe er seine "erste große Spielpause in 20 Jahren" Ende des Jahres einlegen will.

 Tourdaten 

Mit Rubalcaba im Duo ist Corea noch in Stuttgart (7.10), Köln (8.10), Hamburg (9.10) und solo unter anderem auch am 1. November im hessischen Staatstheater Darmstadt zu sehen.

Ganz entspannt wie in Frankfurt ist Corea nicht immer in Deutschland: 1993 durfte er bei der Eröffnung der Leichtathletik- Weltmeisterschaft in Stuttgart nicht auftreten, weil Baden- Württemberg mit öffentlichem Geld nicht die Auftritte von Scientology-Mitgliedern unterstützten will. Corea sah seine Grundrechte, vor allem das Persönlichkeitsrecht und die Religion- und Kunstfreiheit verletzt und klagte. Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin entschied den vierjährigen Rechtsstreit dann zu Coreas Ungunsten.

Markus Elsner, dpa

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Zuletzt geändert am 5. Oktober 2001 12:57 von tea

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