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Optimismus der Buchbranche schwindet:

Harry-Potter-Zauber lässt nach

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Hörbücher sind von Rezitatoren gelesene Literatur auf CD oder Kassette. So gut wie alles, was es gibt im Reich der Literatur, kann man sich heutzutage von CD oder Kassette vorlesen lassen.

Harry Potters Zauberkräfte für den deutschen Buchmarkt schwinden. Nach der Euphorie des vergangenen Jahres, in dem der magische Knirps mit seinen Abenteuerbüchern landauf, landab Kunden in die Buchläden zauberte, legen mittlerweile viele Verleger und Buchhändler ihre Stirn wieder in Sorgenfalten.

Die Furcht der Wirtschaft vor einer Rezession macht auch ihnen zu schaffen, denn die deutsche Buchbranche steckt mitten im Strukturwandel. Wenn die Stimmung auf der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr etwas gedämpft ist, sind daher vermutlich nicht allein die Ereignisse in den USA schuld.

Einerseits muss sich die Branche angesichts des wachsenden Einflusses der elektronischen Medien neuen Herausforderungen stellen. Kaum ein Verleger oder Buchhändler kommt noch an der Rechtevermarktung für Hörbuch, CD-ROM oder Internet vorbei. Noch ist der Umsatzanteil der Multimedia-Produkte am Branchenumsatz (2000: 18,4 Milliarden Mark/9,4 Milliarden Euro) allerdings minimal.

Managerqualitäten statt Liebe zum Buch

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Lesen ohne Papier - auch elektronische Bücher werden wieder auf der Frankfurter Buchmesse zu sehen sein.

Zum anderen hallt von den Verlagsfluren immer öfter das Wort Rationalisierung. Jahr für Jahr werden mehr Titel auf den Markt gespült, zuletzt waren es 83 000 Neuerscheinungen. Die Zahl der Leser und ihr Budget für Bücher wächst aber nicht mit. Die Verlage müssen bei steigenden Produktionskosten daher konsequenter überlegen, was noch machbar ist. Liebe zum Buch reicht da nicht mehr, gefragt sind Managerqualitäten.

Der Umsatztrend für die ersten acht Monate des Jahres, ermittelt vom Fachmagazin "buchreport", war düster: minus 0,4 Prozent. Schon das Plus von 2,1 Prozent für das Jahr 2000 war kein echtes, sondern entpuppte sich preisbereinigt als Stillstand. Wo es Zuwächse gab, schnitten die Verlage in der Regel besser ab als die Buchhändler. Und: Die Schere zwischen Unternehmen mit großen Konzernen im Rücken und kleineren, unabhängigen Verlagen und Buchhandlungen geht immer weiter auseinander. Während die großen Konzerne wie Bertelsmann oder Holtzbrinck immer weiter wachsen, stehen einige der Kleineren mit dem Rücken zur Wand.

Bei den Online- Buchhändlern beginnt das Gesundschrumpfen

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Ein Bild wie von der CeBIT - auf der Frankfurter Buchmesse stellen Verlage auch ihre multimedialen Produkte vor.

Der Zusammenschluss der Buchhandelsketten Phönix und Thalia zur größten Kette in Deutschland und die Übernahme des maroden Internetbuchhändlers buecher.de durch den Konkurrenten Booxtra sind ein Indiz dafür, dass die Konsolidierungs- und Konzentrationswelle auf dem Buchmarkt noch lange nicht abgeschlossen ist. Bei den Online- Buchhändlern beginnt das Gesundschrumpfen jetzt erst. Träumten die Betreiber vor wenigen Jahren noch vom schnell verdienten Geld, sind sie mittlerweile unsanft aufgewacht. Bislang haben alle, auch der Marktführer amazon.de, viel Geld investiert, aber noch keinen Gewinn gemacht. Weitere Übernahmen oder Pleiten sind daher zu erwarten.

Was den Verlagen akute Sorgen macht, ist die geplante Reform des Urhebervertragsrechts. Die Buchverleger - wie auch die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger und Rundfunksender - laufen derzeit Sturm gegen die Pläne von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD), den Autoren Rechtsansprüche auf ein "angemessenes Honorar" zuzugestehen. Die Verleger befürchten unkalkulierbare Nachforderungen, weil Autoren auch rückwirkend Ansprüche stellen können sollen. Zudem sollen alle Lizenznehmer - auch etwa die Hersteller von Hörbüchern oder Filmproduzenten - in die Pflicht genommen werden können. Die Verleger sehen eine Prozesslawine auf sich zurollen und argumentieren, ihnen werde die Planungsgrundlage genommen.

Große Zukunftsfragen rund um den Einfluss der neuen Medien

Um sich besser auf die Veränderungen in der Verlagswelt einstellen zu können, wollen sich internationale Buchexperten einen Tag vor Eröffnung der Buchmesse zu einer Konferenz treffen. Sie suchen Antworten auf die "Big Questions", die großen Zukunftsfragen der Branche. Wie schnell wird sich der Bildschirm als Lesemedium durchsetzen? Wie verändert sich die Rolle von Verlagen, Autoren und Buchhändlern? Wie werden Verlage und Autoren im digitalen Zeitalter entlohnt? Endgültige Antworten sind zwar nicht zu erwarten, aber immerhin Denkansätze, in welche Richtung sich die Buchbranche künftig entwickeln wird.

Nicola Prietze, dpa

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Zuletzt geändert am 8. Oktober 2001 12:01 von hej

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