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Das Berliner Duo Rosenstolz über Pop, ihre Fans und die Homoehe

"Wir hassen Schlager"

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Der Erfolg von Rosenstolz ist auch seinen Machern unerklärlich. Die letzten fünf Alben des Berliner Duos erreichten die Top Ten der deutschen Verkaufscharts, das Album "Kassengift" aus dem Jahr 2000 stieg nach seiner Veröffentlichung sofort auf Platz eins und die Kassengift-Tournee war völlig ausverkauft.

Ende Oktober erscheint jetzt eine Doppel-Maxi-CD mit sieben neuen Produktionen. Eine Deutschlandtournee hat gerade begonnen.

"Wir singen über Gefühle, die viele haben", sagt Sängerin Anna Rosenbaum im Interview mit der Nachrichtenagentur AP. "Wir lassen uns nicht in eine Schublade pressen", sagt Keyboarder Peter Plate. Aber das erkläre den Erfolg auch nicht vollständig. "Eigentlich wollen wir es auch gar nicht so genau wissen."

"Wir machen Pop, wir leben Pop"

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Total Eclipse

Rosenstolz profitiert von der Unterschiedlichkeit seiner Protagonisten. Rosenbaum, die sich Anna R. nennt, ist extrovertiert, hat eine Vorliebe für glamouröse Kostüme, große Posen und strahlt kühle Erotik aus. Plate ist dagegen eher introvertiert und bekennt sich offen zu seiner Homosexualität, wie sich die Band insgesamt sehr für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben einsetzt. Aber in ihrem Publikum finden sich neben vielen Homosexuellen auch Schlagerfans, Durchschnittsbürger und sogar Raver kommen zu Rosenstolz, wie Plate erzählt.

Erste Erfolge feierte die 1991 gegründete Band Mitte der neunziger Jahre, als der Song "Nur Einmal Noch" erst in Berlin und später bundesweit für Aufsehen sorgte. Ihre Musik hat einfache, einprägsame Melodien, dazu die markant-kraftvolle Stimme von Anna R.. Die Songs stehen mal dem Chanson nahe, dann dem Pop und manchmal auch den Schlager, was die beiden Musiker aber ungern hören. "Das liegt wohl an den deutschen Texten, da wird man schnell zum Schlagersänger abgestempelt", vermutet Anna R.. "Wir hassen Schlager", sagt Plate. "Wir machen Pop, wir leben Pop." Die Juroren bei der diesjährigen Verleihung der goldenen Stimmgabel sahen das nochmal anders. Rosenstolz wurden dort als "erfolgreichstes Duo Deutsch Rock/Progressiv" geehrt.

Gemeinsame Sache mit Nina Hagen und Marz Allmond

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Besonders erfolgreich waren in der jüngeren Vergangenheit die Songs von Rosenstolz, die sie mit Nina Hagen und Marc Allmond aufnahmen. "Das mit Marc Allmond war eine lustige Geschichte", erzählt Anna R.. "Bei einem seiner Konzerte hat ihm ein Journalist eine CD von uns gegeben. Marc war so begeistert, dass er uns ein paar Tage später anrief und dann ist die Idee für die gemeinsame Aufnahme von 'Total Eclipse' entstanden." Bei "Die Schwarze Witwe" waren sich Plate und Anna R. einig, dass der Song für Nina Hagen wie geschaffen war. "Da stand ihr Name drauf", sagt Plate und die Nina habe das auch so gesehen.

Die Songs auf der neuen Doppelmaxi sind alle sehr ruhig, die Single "Es könnt ein Anfang sein" der einzige Song mit Chart-Appeal. "Wir wollten ganz bewusst eine Balladen-Maxi machen", sagt Anna R. und Plate ergänzt: "Wir sind große Liebhaber von Maxi-CDs - im Gegensatz zu den Plattenfirmen, die immer gleich ein komplettes Album wollten. Mit dem wollen sich die beiden Berliner aber noch bis zum kommenden Jahr Zeit lassen.

Balladen, Tournee und Hochzeit

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Kassengift

Zunächst geht es auf Tournee. Ein halbes Jahr lang habe sich die Band darauf vorbereitet und so viel geprobt wie noch nie, berichtet Plate. "Wir haben einen neuen zweiten Gitarristen dabei, dazu eine aufwendige Lichtshow", sagt er. "Und neue Kostüme", ergänzt Anna R.. Die Tournee heißt "Sanfte Verführer" - "weil es so schön klingt", wie Anna R. findet. "Sanfte Verführer" war aber auch der Titel einer Rosenstolz-CD von 1993, die in der Auflage von 100 Stück erschien und zu Gunsten der Deutschen Aidshilfe verkauft wurde.

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Rosenstolz

Bevor die Arbeit am neuen Album beginnt, hat Plate aber noch einen anderen wichtigen Termin. Im kommenden Jahr will er seinen langjährigen Freund heiraten. Vor drei Jahren sangen sie den Song "Ja, ich will (Hochzeitssong ohne Hella)", in dem sie für die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partner warben. Dass dies jetzt möglich ist, freut Plate zwar, aber es gebe noch viel zu tun. "Aber vielleicht ist ja in späteren Generationen einmal völlig normal, was heute noch als 'anders' bezeichnet wird."

Stephan Köhnlein, AP

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Zuletzt geändert am 8. Oktober 2001 15:15 von tea

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