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Jamiroquai starten Funk-Odyssee in Deutschland

Kung-Fu-Sprünge vom Ferrari-Fan

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Frontmann Jay Kay beherrscht mit seinem Charisma Bühne und Publikum.

Jamiroquai überlassen es ihren Vorbildern, die bestens aufgelegte Menge auf ihre Show einzustimmen: Zu James Brown, Aretha Franklin und anderen Soul- und Funk-Ikonen der 60er und 70er Jahre schunkelten sich die 7.000 Zuschauer am Mittwochabend in der Hamburger Sporthalle warm.

Kurz nach 21.30 Uhr lüftet sich der Vorhang und gibt den Blick frei auf ein überwältigendes Bühnenbild: Eine vierstufige, an die frühen südamerikanischen Hochkulturen erinnernde Pyramide beherbergt die neunköpfige Band aus Großbritannien. Dahinter prangt ein Weltraumszenario mit bunten Planeten und Meteoriten, die dem Betrachter entgegen zu rasen scheinen. Man fühlt sich erinnert an Filme wie Stargate und Star Wars.

Eine lebende Discokugel

Und als dann endlich Mr. Jamiroquai alias Jay Kay die Stufen herabschreitet gibt es beim Publikum kein Halten mehr: Die Band startet für gut 90 Minuten in den Groove-Hyperraum, ganz nach dem Titel ihres aktuellen fünften Albums "A Funk Odyssey". Der charismatische kleine Frontmann beherrscht Bühne und Publikum von Beginn an.

Das Weltraumdesign findet man dieses Mal auch im Kopfschmuck des ansonsten mit fliederfarbenem Hemd und dunkler Hose bekleideten 31-Jährigen: Der indianische Federschmuck der letzten Tour und die ihn einst zierende übergroße Wollmütze sind einem futuristisch anmutenden verspiegeltem Hut mit Eiskristalloptik gewichen. Wenn die im Grundton lilafarbene Bühnenbeleuchtung nur durch den grellen Scheinwerfer für den Sänger ergänzt wird, verwandelt sich dieser in eine lebende Diskokugel.

Ruheloser Entertainer

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Schon als zweiten Song lassen Jamiroquai das "Cosmic Girl" durch die wogende Menge tanzen. Das Repertoire der Band beinhaltet Songs aller fünf Alben. Ganz egal ob Hits wie "Canned Heat" oder "Emergency On Planet Earth" oder eher unbekanntere Stücke, die Masse kann sich dem groovenden Funk der bestens eingespielten Band nicht entziehen. Tanzen lautet das Motto des Abends.

Immer wieder heizt der kleine Sportwagenfan die Zuschauer an und gibt sich auffällig publikumsnah. Selbstverständlich springt er in den Graben vor der ersten Reihe, schüttelt und klatscht Hände, verteilt Wasser in der schwülen Atmosphäre oder hält ein kleines Schwätzchen während er auf den Lautsprechertürmen sitzt. Ansonsten ist Jay Kay natürlich der ruhelose Entertainer, dessen Füße ihn in atemberaubendem Tempo über die Rampe schnellen oder Kung-Fu-Sprünge von einer Pyramidenebene auf die nächste machen lassen.

Konzertabend endet im kollektiven Hüpftanz

Zwischendurch gönnt er sich den Spaß und dirigiert das verblüffte Auditorium durch einen vom Band eingespielten Wiener Walzer. Der Weltraumhintergrund hat sich mittlerweile in einen Palmenstrand mit untergehender Sonne verwandelt. Nach "Space Cowboy" folgt ein mit rollenden Bässen versehenes "Alright". Die Stimmung befindet sich auf dem Siedepunkt, die Zuhörer übertönen gar die Band, entreißen dem angetanem Sänger den Refrain und feiern sich selbst.

Minutenlanges Singen, Tanzen und Klatschen zwingt die Band wieder zur Rückkehr. Animiert durch ihren Chef greift sie nochmals das Thema des letzten Liedes auf und improvisiert zum 7.000-stimmigen Chor. Wummernde Bässe kündigen dann die letzte Zugabe an, den Song "Deeper Underground" aus der Filmmusik des "Godzilla" Remakes. Ein wunderbarer Konzertabend endet im kollektiven Hüpftanz. Über der Bühne ist nun der Sternenhimmel aufgezogen und Jamiroquai entlassen die anwesenden Twentysomethings in die Nacht, aber im Wiegeschritt.

Stephan Markert, AP

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Zuletzt geändert am 12. Oktober 2001 12:35 von tea

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