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Junge Kunst auf der ART Cologne

Alles ist möglich

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Förderkünstlerin: Einige der 15 "stolzen Rechten", die Bettina Flitner zu einer beängstigenden Rauminstallation aus Fotografie und Text zusammengefügt hat, sind auf dem Kölner Kunstmarkt ART Cologne zu sehen.

Köln - Blickt der Besucher der 35. ART Cologne in das Innere der Riesen-Schokoladenkugel - außen braun, innen weiß - die die Nachwuchskünstlerin Sonja Alhäuser aus vier Segmenten zusammengesetzt hat, so gewahrt er eine Orgie "en miniature". Die ist aus Marzipan, zeigt Männer- und Frauenfiguren, die allein, zu zweit, zu mehreren oder vielen lustvoll oder wollüstig mit ihren Körpern beschäftigt sind.

"Rechts sein heißt für mich: Spaß an der Freude haben. Saufen, Ficken, Schlafen", meint der 18-jährige Arbeitslose Stalin. Er ist einer der 15 "stolzen Rechten", die Bettina Flitner zu einer beängstigenden Rauminstallation aus Fotografie und Text zusammengefügt hat.

Rund 270 Galerien aus 20 Ländern präsentierten sich in Köln mit Kunstwerken zwischen Impressionismus, Klassischer Moderne, zeitgenössischer Fotografie und Videokunst. "Trotz Krieg und Krise haben die Attentate in den USA bisher zu keinerlei Einbußen geführt", sagte ein Galerist.

"Förderkünstler der ART Cologne" wie Bettina Flitner und Sonja Alhäuser vertreten auf der deutschlandweit bedeutendsten Messe für Gegenwartskunst die jüngsten Tendenzen. In diesem Jahr sind es 25 internationale Künstler unter 40, deren maximal 7000 Mark (3580 Euro) teure Werke für die aktuellen Trends stehen. Der heißt nach wie vor "Multimedia" und "Fotografie", aber vor allem: Individualismus - alles ist möglich.

Trends gibt es nicht mehr

Trends gebe es nicht mehr, meint Ernst Hilger aus Wien, dessen Galerie keine "Förderkünstler" stellt. Dafür aber junge Künstler wie Andreas Leikauf, der anhand von figürlichen Fotovorlagen fragmentierte Acrylbilder fertigt, auf denen man lesen kann: "Mal was anderes" oder "Stupidity sells". Er mache auch "Gartenzwerge für Arme", sagt der Künstler aus Wien. Das seien ausrangierte Dosen mit aufgemaltem Gesicht für rund 30 Mark (15 Euro) - im Messeangebot seien sie allerdings nicht vorgesehen.

Jung, individuell und "günstig": "Hausfrauenkunst"

Jung, individuell und "günstig" ist auch die "Hausfrauenkunst" der Karlsruherin Patricia Waller. Ihr gehäkeltes Büffet aus Würstchen mit Spiegelei, Hummer und Hähnchenkeulen samt Salatblättchen sei auch ironischer Kommentar des Vernissagenbetriebs "und allem, was so dazu gehört".

Den Trend zu Multimedia belegen beispielsweise Video- "Förderkünstler" wie Bettina Pousttchi. In ihrem Video "Reset" gehe es um die "Relativität der Dinge", erklärte die Künstlerin. Ihr Film zeigt sechs der Satzsequenzen, die zum Jahreswechsel 1999/2000 an der New Yorker Wall Street auf dem Leuchtband-Ticker des Dow Jones als Chronologie des vergangenen Jahrtausends gelaufen waren: Fünf davon weisen auf die Apartheidsgeschichte Südafrikas - einer auf den Übergriff auf den Schwarzen Rodney King durch die Polizei von Los Angeles 1991.

Auch "konventionelle" Gattungen behaupten sich am Markt

Dass auch "konventionelle" Gattungen wie Malerei oder Installation ihren Platz am Kunstmarkt behaupten, zeigen "Förderkünstler" wie Robert Klümpen mit seinen belebten Darstellungen von Trinkhallen oder Bob Gramsma, in dessen sperrige Installation aus übereinander getürmten Secondhand-Schrankwänden der Besucher eintreten kann, um durch das Mittelteil eines Busses zu gelangen und als "Schau-Objekt" in einem Kranführerhäuschen zu enden.

Antje Lorscheider, dpa


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Zuletzt geändert am 2. November 2001 16:02 von to

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