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Diego Maradona nimmt Abschied
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zurückblättern  ... "Fußball-Gott" Maradona nimmt Abschied

In bester Maradona-Manier ließ er die 150 Journalisten erst einmal zwei Stunden im unterkühlten Saal eines Luxushotels warten. "Der liegt bestimmt oben im Bett und pennt", lästerte ein argentinischer Pressefotograf. "Aber er ist der Größte", fügte er sofort mit todernster Miene hinzu. Eine typische Reaktion im Land des Tangos. Maradona hat in seinen großen Tagen so brillant gespielt, dass ihm auch heute noch alles verziehen wird.

"Mir geht es gut, abgesehen vom Hunger"

Dann endlich erscheint Diego, der inzwischen 41-jährige "Fußball- Gott" und seit bald zwei Jahren auf Kuba in der Drogentherapie. "Immer das gleiche: Wie geht es Maradona, Diego ist zu dick, Diego ist zu dünn", wehrt er gleich die erste Frage nach seinem körperlichen Zustand ab. "Mir geht es gut, abgesehen vom Hunger", sagt der trotz einer Abspeckungskur immer noch etwas übergewichtig wirkende Maradona.

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Diego Maradona mit seiner Frau Cecilia Bolocco und dem Ex-Präsidenten Carlos Menem

Er wolle keine Minute des Spiels verpassen und bis zum Abpfiff auf dem Rasen bleiben, fügt er hinzu, während er unruhig auf seinem Drehstuhl auf dem Podium hin- und herrutscht. Erst vor knapp drei Wochen hat er sich in Kolumbien am Knie operieren lassen. Gegen das grelle Scheinwerferlicht hat er sich eine violette Sonnenbrille aufgesetzt. Um den Hals hängen drei dicke Goldketten. Ohrringe, ein sorgfältig gestutztes Bärtchen sowie ein grauer Anzug über schwarzem Hemd runden das Bild ab.

Parfüm und Millionen

Mehr als sechs Millionen Mark soll der "Goldjunge" aus den Fernsehrechten für das Abschiedsspiel eingenommen haben. Dazu kommen nochmal geschätzte drei Millionen Mark Ticket-Einnahmen für das ausverkaufte Stadion von Boca Juniors mit 40.000 Plätzen. Die billigsten Stehplätze kosten umgerechnet rund 55 Mark, mehr als doppelt so viel wie bei Erstligaspielen. Das neue Parfüm "Diego Maradona", von dem leicht bekleidete Schönheiten Proben unters Volk brachten, soll weitere Einnahmen garantieren.

Mit seiner alten Nummer zehn tritt er mit der Nationalmannschaft Argentiniens gegen eine Auswahl internationaler Stars an. Dass einige der geladenen Fußballer abgesagt haben, vor allem die Brasilianer wegen ihrer noch nicht gesicherten WM-Teilnahme, nimmt Maradona nicht übel: "Ich ärgere mich nicht über die Absagen." Sichtlich gerührt ist er über die Ankündigung, dass die Nummer zehn an keinen anderen Nationalspieler mehr vergeben werden soll. "Das ist für mich eine fast genauso große Ehre wie das Spiel selbst", sagt er.

Pele will auch dabei sein - aber nur auf der Tribüne

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Pele ist auch dabei, aber nur als Zuschauer

Das Wort Abschiedsspiel wird vermieden. Stattdessen stolzieren Blondinen herum, auf deren Hemden "Ehrung für Diego" steht. "Hoffentlich geschieht mal ein Wunder", antwortet er knapp auf die Frage, ob ihn ein Spieler- oder Trainervertrag in Argentinien interessieren würde. Einen Posten als Sport-Manager des Clubs Almagro hatte er im vergangenen Jahr nicht angetreten. "Dafür ist er nicht diszipliniert genug", meinte ein Sportjournalist.

Am Samstag aber will Maradona noch einmal zeigen, was er kann. Von der Liste der geladenen Spieler musste er seinen Landsmann und Freund Claudio Caniggia und den Chilenen Ivan Zamorano streichen. Beide sind verletzt. Dafür werden 24 andere Stars erwartet, darunter Carlos Valderrama aus Kolumbien, der Bulgare Hristo Stoitschkow, Eric Cantona aus Frankreich, der Kroate Davor Suker, der Mexikaner Luis Hernandez und Romario aus Brasilien. Auch Pele will dabei sein, allerdings nur auf der Tribüne.

Von Jan-Uwe Ronneburger, dpa


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Zuletzt geändert am 7. November 2001 12:42 von tea

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