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Großer Streit ums große Geld: FIFA-Exekutiv muss nachsitzen

Weltmeister muss in Qualifikation

Pusan - Der Weltmeister muss in die Qualifikation, die Schiedsrichter dürfen Werbung am Mann tragen, der Konföderationen- Pokal wird der Club-WM geopfert und die Fußballer treten der Welt- Anti-Doping-Agentur bei.

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Der Internationale Fußball-Verband (FIFA) hat am Freitag in Pusan weitreichende Entscheidungen getroffen, beim Streit ums liebe Geld aber endete im Exekutiv-Komitee alle Einigkeit und Freundschaft. Auch nach siebeneinhalb-stündiger Verhandlung konnte FIFA-Präsident Joseph Blatter die Kernfrage, wie es um die Finanzen des Verbandes bestellt ist, nicht genau beantworten. Die 21 Mitglieder bestanden auf lückenlose Aufklärung, die sie nun bei einer außerordentlichen Sitzung des Exekutiv-Komitees am 18. Dezember in Zürich erhalten sollen.

"Wir hatten ein sehr schwieriges Jahr", sagte Blatter mit dem Hinweis auf den Bankrott des langjährigen Marketing-Partners ISL und - als Folge der Terroranschläge vom 11. September - dem Ausstieg des Rückversicherers AXA für die WM 2002. "Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zur Finanzsituation keine weiteren Details abgeben kann." Selten einmal hat man den Schweizer in derart großem Erklärungsnotstand gesehen. Einige Funktionäre verweigerten ihm die Gefolgschaft mit dem Hinweis, keine Gelegenheit gehabt zu haben, den erst am Vorabend von der Finanz-Kommission erstellten Bericht zu prüfen.

Zwei Mal "sehr, sehr angespannte Atmosphäre geherrscht"

Zwei Mal habe in der Sitzung eine "sehr, sehr angespannte Atmosphäre geherrscht", berichtete ein Teilnehmer. So gab es auch bei der Frage, welches Preisgeld die 32 WM-Teilnehmer erhalten sollen, große Differenzen. Nachdem die FIFA den Erlös der TV-Rechte von 145 Millionen Schweizer Franken für die WM 1998 in Frankreich auf rund 1,4 Milliarden Schweizer Franken für die Titelkämpfe 2002 nahezu verzehnfacht hat, wollen die Nationalverbände daran ordentlich partizipieren. Die FIFA-Führung aber will die Beträge von 1998, als jede Mannschaft eine Millionen Schweizer Franken pro Endrunden-Spiel erhielt, nicht erhöhen.

Blatter zeigte sich zwar zuversichtlich, dass bis zum 18. Dezember alle Fragen über den Geldfluss in der FIFA beantwortet sind und der Haushalt abgesegnet wird. Doch das Misstrauen im Führungsgremium ist offensichtlich größer denn je. Ohne nachhaltige Wirkung blieb Blatters Versprechen beim FIFA-Kongress im Juli in Buenos Aires, der ISL-Bankrott werde den Weltverband nicht mehr als 51 Millionen Schweizer Franken kosten. In einem Rundschreiben vor drei Wochen an alle Nationalverbände hatte Blatter dies noch einmal untermauert und als Beleg das Gutachten eines unabhängigen Prüfers vorgelegt.

Blatters Position hat gelitten

Das Votum von Pusan aber verdeutlicht, dass Blatters Position im Weltverband ein halbes Jahr vor den anstehenden Neuwahlen durch den ISL-Bankrott und den anhaltenden Streit mit der Europäischen Fußball- Union (UEFA) gelitten hat. Da half auch sein Auftakterfolg bei der Exekutivsitzung wenig. Gleich zu Beginn hatte er die Tagesordnung ignoriert und aus heiterem Himmel vorgeschlagen, der Weltmeister solle künftig nicht mehr für die nächste WM gesetzt werden. Im Handstreich fand er eine Mehrheit für die seiner Meinung nach "historische Entscheidung", die letztendlich bewirkt, dass Europa oder Südamerika einen WM-Startplatz weniger erhalten, den vermutlich Asien zugesprochen bekommt.

Referees dürfen werben

Auch die anderen wichtigen Beschlüsse waren kaum umstritten. Die Schiedsrichter dürfen in den nationalen Ligen und im Europapokal 200 Quadratzentimeter große Werbebanner auf ihrem Trikotärmel tragen. Dies gilt auch für die Club-Weltmeisterschaft, die im Sommer wegen Terminproblemen und Vermarktungsschwierigkeiten nach dem ISL- Zusammenbruch abgesagt wurde und nun 2003 vermutlich erneut in Spanien nachgeholt werden soll. Dafür wird der Konföderationen-Pokal vorläufig gestrichen. Allerdings bleibt der Plan Blatters bestehen, die sogenannte Erdteil-Meisterschaft 2005 als Generalprobe für die WM 2006 in Deutschland auszutragen.

Reinen Symbolcharakter hat der FIFA-Beschluss, künftig der Welt- Anti-Doping-Agentur WADA beizutreten. Denn nach wie vor behält der Verband die Kontrolle über seine Wettbewerbe und bestimmt auch das Strafmaß für die erwischten Dopingsünder.

Von Oliver Hartmann, dpa


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Zuletzt geändert am 30. November 2001 14:58 von tea

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