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Amerikanische Marine soll vor der Küste patroullieren:

In Somalia wächst Angst vor Militärschlag

Nairobi/Hargeisa - In Somalia wächst die Angst vor einem Militärschlag der Anti-Terror-Koalition. Fischer vor der nordsomalischen Küste im Indischen Ozean wollen bereits erste amerikanische Marineschiffe gesichtet haben. Auch in der nordwestsomalischen selbsternannten Republik Somaliland kursieren offiziell nicht bestätigte Informationen über derartige Patrouillen, an denen auch die Bundesmarine beteiligt sein soll.

Somalia ist einer der Spitzenreiter auf der Terror-Fahndungsliste der US-Bundespolizei (FBI). In dem ostafrikanischen Land hat Terroristenführer Osama bin Laden viele Unterstützer, seit die USA dort 1993 mit ihrer Aktion "Restore Hope" die größte Niederlage seit dem Krieg in Vietnam erlitten haben. Der Fundamentalismus hat in Somalia das Machtvakuum nach dem Staatenzerfall vor elf Jahren gefüllt. Der stärksten Organisation "Al Ittihad" werden enge Beziehungen zu Bin Ladens Terrornetzwerk "El Kaida" nachgesagt. Sie tauchte auch auf der Liste der Organisationen auf, deren Kapital die USA eingefroren haben, weil sie in Verdacht stehen, terroristische Kanäle zu unterstützen.

Ausbildungslager für Terroristen?

Nach Informationen westlicher Diplomaten wird die Koalition gegen den Terror in ihren Aktionen gegen "Al-Ittihad" möglicherweise vom somalischen Nachbarland Äthiopien unterstützt. Rund 200 äthiopische Soldaten sollen bereits in die somalische Region Puntland eingedrungen sein. Dort, behaupten die Äthiopier, unterhalte "Al- Ittihad" Ausbildungslager. In Puntland, das sich 1998 für autonom erklärt hat, tobt seit knapp zwei Wochen ein Machtkampf zwischen dem abgesetzten Präsidenten Abdullah Yussuf und seinem gewählten Nachfolger Jama Ali Jama. Unklar ist, in welchem Ausmaß die äthiopischen Truppen in diese Kämpfe verstrickt sind.

Land gilt als potentielles Versteck für Bin Laden

Das Land am Horn von Afrika gilt auch als potenzielles Versteck für Bin Laden. Doch der Präsident der Übergangsregierung in Mogadischu, Abdikasim Salat Hassan, bestritt diese Möglichkeit am Freitag. In der arabisch-sprachigen Zeitung "Asharq al-Awsat" sagte er: "Banden in Somalia würden doch nicht zögern, Osama bin Laden für die ausgesetzte Belohnung von 25 Millionen US-Dollar auszuhändigen."

Ungeachtet eines möglichen Verstecks für Bin Laden oder etwaiger Militärschläge spricht nach Meinung von Beobachtern aber noch ein weiterer Aspekt für eine internationale Militärpräsenz am Horn von Afrika: der Schutz einer der wichtigsten Seerouten der Welt von Europa nach Asien. Über den Golf von Aden an der Nordspitze Somalias mündet sie in den Indischen Ozean. Und dort hat Somalia mit 3000 Kilometern die längste Küste Afrikas.

Menschen rechnen mit deutschen und amerikanischen Truppen

Besonders im Norden, der zu Somaliland gehört, rechnen die Menschen bereits seit längerem mit dem Eintreffen deutscher und amerikanischer Truppen. Somaliland, das sich vor zehn Jahren von Somalia losgesagt hat und seitdem vergeblich auf seine völkerrechtliche Anerkennung wartet, wirbt regelrecht um die Stationierung der internationalen Koalition auf seinem Boden.

Nachdem Bundeskanzler Gerhard Schröder das Horn von Afrika bereits während der Diskussion über einen Bundeswehreinsatz ins Gespräch gebracht hatte, sorgte erst in der vergangenen Woche der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Christoph Zöpel (SPD), für Verwirrung. Im "Kölner Stadt Anzeiger" sprach er über einen möglichen Einsatz deutscher Soldaten in Somalia. Schröder tat dies als "rein theoretische Erwägungen" ab, für die es "keinen konkreten Hintergrund" gebe.

dpa


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Zuletzt geändert am 30. November 2001 17:20 von aj

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