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Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt

Hannawald krönt Schwarzwald-Heimspiel

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"Bad Boy" Hannawald: Erst disqualifiziert, dann gesiegt und beglückwünscht von team-Kollegen Michael Uhrmann, li, und Newcomer Stefan Hocke, rechts

Titisee-Neustadt - Ausgerechnet "Bad Boy" Sven Hannawald hat mit seinem Sieg das erste Heimspiel der Schwarzwald-Flieger im Skisprung-Weltcup gekrönt. Einen Tag nachdem er wegen einer fehlenden Plombe am Sprunganzug disqualifiziert worden war, segelte der Hinterzartener auf der Hochfirstschanze von Titisee-Neustadt überlegen zu seinem ersten Weltcup-Erfolg

Nach 20-monatiger Durststrecke sprang er damit eindrucksvoll für Weltmeister Martin Schmitt (Furtwangen) in die Bresche. Der von einem Infekt geschwächte Weltmeister konnte seinen zweiten Platz vom Vortag nicht bestätigen und wurde Siebter.

Schmitt und Hocke in der Gesamtcup-Spitze

Polens Weltmeister Adam Malysz, der am Samstag mit dem viertgrößten Vorsprung der Weltcup-Historie (38,8 Punkte) den zweiten Saisonsieg gefeiert hatte, wurde hinter Hannawald Zweiter und baute seine Führung im Gesamtweltcup aus. Jungstar Stephan Hocke (Oberhof) stürmte am Samstag als Dritter zum ersten Mal auf das Siegerpodest und war tags darauf auch mit Rang fünf in der Spitze präsent. Im Gesamtweltcup führt Malysz mit 360 Punkten vor Schmitt (232). Hocke (186) ist Vierter, Hannawald (163) verbesserte sich auf Platz sieben.

"Viel gut gemacht, was ich gestern versaut habe"

"Ich habe viel von dem gut gemacht, was ich gestern versaut habe. Ich fühle mich enorm gut" meinte Hannawald, der sich von der Blamage um den nicht plombierten Sprunganzug und der "beschissensten Nacht meines Lebens" unbeeindruckt zeigte und für seinen insgesamt siebten Weltcup-Erfolg mit fast 100.000 Mark Prämien belohnt wurde. Der 27-Jährige brachte in der Sonntags-Qualifikation auch den Schanzenrekord in seinen Besitz, als er auf 145 Meter segelte.

Schmitt fehlen "20 Prozent Spritzigkeit beim Absprung"

Martin Schmitt, der am 19. Januar im Training auf der weltgrößten Naturschanze einen Finger gebrochen hatte, wurde nicht von der Erinnerung an den Unfall, sondern von einem gerade überstandenen grippalen Infekt geschwächt. "Mir fehlen mindestens 20 Prozent Spritzigkeit beim Absprung. Die Beinkraft lässt nach, so ist nicht der normale Druck im Absprung", entschuldigte sich der DSV-Vorflieger. "Nach einer Woche Nichtstun war der zweite Platz am Samstag schon optimal", meinte Bundestrainer Reinhard Heß.

Hocke mit "Leistungsexplosion"

Angesichts des kometenhaften Aufstiegs von Stephan Hocke in die Weltspitze konnte sich selbst ein Trainer-Fuchs wie Heß kaum bremsen: "Der Junge hat keine Leistungssteigerung hingelegt, das war eine Leistungsexplosion. Er hat es auf dieser komplizierten Schanze geschafft, im Wettkampfstress die Fehler des Trainings zu korrigieren. Das habe ich in meiner Laufbahn bisher erst einmal erlebt: bei Martin."

Insgesamt starke Heim-Vorstellung des DSV

Die starke Heim-Vorstellung der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV) komplettierten Christof Duffner (Schönwald/zweimal 13.) Michael Uhrmann (Rastbüchl/einmal 8.) und Georg Späth (Oberstdorf/einmal 12.), die allesamt ihre ersten Schritte Richtung Olympia-Startplatz machten.

Hannawalds Disqualifikation: Betrug oder Malheur?

Dicker Wermustropfen im deutschen Lager bleibt die korrekte Disqualifikation von Hannawald im ersten Wettbewerb. "Sowas ist mir noch nie passiert", kommentierte Heß das "unprofessionelle Verhalten" seines Schützlings. Die internationale Konkurrenz könnte das von Hannawald als "Unaufmerksamkeit" bezeichnete Malheur als deutschen Betrugsversuch auslegen. Schließlich kontrolliert und plombiert der Weltverband (FIS) alle Sprunganzüge, um unzulässige Manipulation bei Anzugdicke und Luftdurchlässigkeit auszuschließen.

Lob für modernisierte Hochfirstschanze

Uneingeschränktes Lob kassierten die Veranstalter, die ihren ersten Weltcup auf der für 7,2 Millionen Mark modernisierten Hochfirstschanze (Baujahr 1933) nach dem Motto "Klotzen statt Kleckern" organisierten und sich für künftige Aufgaben empfahlen. Zwar wurde der auf 2,5 Millionen Mark angesetzte Etat trotz der insgesamt 40.000 Zuschauer um mindestens 200.000 Mark überzogen, aber Schmitt, Malysz und ihre Kollegen setzten sich für eine Neuauflage im nächsten Jahr ein. Schmitt: "Das Beste ist die kurze Anreise. Wenn ich zu Hause was vergessen habe, kann ich es noch schnell holen."

Peter Stracke, sid


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Zuletzt geändert am 2. Dezember 2001 20:46 von to

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