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Palästinenser öffnen "die Tore zur Hölle"

Terror an allen Fronten?

Jerusalem/Haifa - Die palästinensische Extremisten machten blutigen Ernst: Nach der Liquidierung des militanten Hamas-Führers Machmud Abu Hanud durch die israelische Armee am 23. November drohten sie Israel grausame Vergeltung an. Am Wochenende öffneten ihre Selbstmordattentäter mit den Anschlägen im Zentrum Jerusalems und in Haifa "die Tore zur Hölle" - so wie es Hamas-Sprecher Abdel Asis Rantisi angedroht hatte.

Anklicken zum Vergrößern Die palästinensischen Mordanschläge in Jerusalem forderten zehn Opfer, alles Kinder und Jugendliche.

Das Inferno von Jerusalem und die gewaltige Explosion in dem städtischen Linienbus in Haifa - unter den Augen des neuen US- Vermittlers Anthony Zinni - sind der bisherige Höhepunkt einer hemmungslosen Gewalt, für die sich Israel und die Palästinensern bereits seit mehr als 15 Monaten stets gegenseitig verantwortlich machen. Und eine weitere Eskalation ist absehbar.

Mit den Terroranschlägen der vergangenen zehn Tage, bei denen nach israelischen Angaben insgesamt mindestens 33 Israelis getötet wurden, haben die Extremisten, die sich bei ihren Aktionen inzwischen auf breite Unterstützung durch die Palästinenser stützen können, ihr Ziel erreicht. Die Attentate lösten Furcht, Panik, aber auch Wut unter den Israelis aus.

Scharon versprach Frieden ...

Diese richtet sich inzwischen auch offen gegen die Regierung des rechten Ministerpräsidenten Ariel Scharon, der seinem Volk vor seiner Wahl im Februar vor allem "Sicherheit" versprochen hatte. Als US- Unterhändler Zinni am Sonntag zusammen mit Staatspräsident Mosche Katzav die Verwüstungen am Ort des Anschlags in Jerusalem besichtigte, forderte die aufgebrachte Menge erstmals lautstark den Rücktritt des Ex-Generals.

Scharon hatte noch vor wenigen Tagen selbstbewusst gemeint: "Ich bin einer der Wenigen, die Frieden mit den Palästinensern schließen können!" Doch daran glauben in Israel inzwischen immer weniger Menschen, denn die israelische Führung wiederholt inzwischen fast täglich, dass ihr auf der "anderen Seite" derzeit der Partner für den Frieden fehlt. Stunden nach dem Anschlag von Jerusalem riefen deshalb israelische Minister offen zum Sturz Arafats auf, dem bei der Bekämpfung der Extremisten in den Reihen der Palästinenser zusehends die Zügel entgleiten.

... aber die blutige Gewalt eskalierte

Palästinensische Politiker betonten in den vergangenen Tagen immer wieder, dass Israel durch seine zahlreichen Militäraktionen, insbesondere aber durch die Liquidierung Abu Hanuds, die Kettenreaktion der Gewalt ausgelöst habe. "Gewalt gebiert Gewalt", sagte Minister Sajeb Erekat in einer ersten Reaktion auf die Anschläge. Arafat scheint nicht Herr der Lage weiterblättern
 


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Zuletzt geändert am 2. Dezember 2001 20:13 von jo

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