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Hinweise auf weitere Attentate

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Angst vor weiteren Anschlägen: Polizeikontrolle zwischen palästinensischem und israelischem Sektor in Jerusalem.

Die israelischen Sicherheitskräfte sind am Montag aus Furcht vor neuen palästinensischen Terroranschlägen in höchstmögliche Alarmbereitschaft versetzt worden. Am Tag nach den blutigen Anschlägen in Jerusalem und Haifa befindet sich die Polizei im Großeinsatz. Der für Sicherheit im dicht besiedelten Küstengebiet zuständige Polizeioffizier, Jacov Sigdon, sagte, nahezu alle uniformierten Beamten patrouillierten in den Straßen der Städte, um Terrorakte zu verhindern. Nach Presseberichten haben die Geheimdienste zahlreiche Hinweise darauf, dass palästinensische Extremisten weitere Attentate in Israel planen.

Verhaftungswelle

Aus Furcht vor den drohenden israelischen Militärschlägen baten palästinensische Politiker die Regierung Scharon um einen viertägigen Aufschub, um die geplanten "Säuberungsmaßnahmen" gegen die extremen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad fortsetzen zu können. Beobachter sprachen von der größten Verhaftungswelle in den Palästinensergebieten seit 1996. Bei israelischen Militäraktionen im Gebiet der Stadt Dschenin (Westjordanland) waren in der Nacht insgesamt fünf Palästinenser getötet worden.

Nach dem Raketenangriff auf die russischen Hubschrauber Arafats hieß es in israelischen Militärkreisen, dass man Arafat durch den Angriff klar machen wolle, "wie ernst die Situation ist". Die israelischen Kampfhubschrauber zerstörten auch eine Tankstelle und ein kleines Munitionslager. Arafat hielt sich zum Zeitpunkt der Attacke in seinem Hauptquartier in Ramallah (Westjordanland) auf und kann nun nicht mehr auf direktem Weg nach Gaza reisen. Der palästinensische Minister Sajeb Erekat verurteilte den israelischen Angriff, der nur neue Gewalt provozieren werde.

Hamas bestreitet Hausarrest

Auf massiven internationalen Druck hatte Arafat bereits am Sonntag den Ausnahmezustand über die Palästinensergebiete verhängt, Demonstrationen verboten und die Polizei ermächtigt, jeden Zivilisten zu verhaften, der ohne Erlaubnis Waffen trägt. In den Stunden danach wurden nach inoffiziellen Angaben mehr als 100 mutmaßliche Extremisten und potenzielle Terroristen festgenommen. Das Hauptquartier der Hamas bestritt Berichte, wonach der gelähmte geistliche Führer der Organisation, Scheich Ahmed Jassin, unter Hausarrest gestellt worden sei.

Scharon in Marathon-Beratungen mit Ministern

Scharon befand sich nach seiner Rückkehr aus Washington am Montag in Marathon-Beratungen mit seinen wichtigsten Ministern, um über die israelische Reaktion auf die Terroranschläge zu entscheiden. Am Abend wollte er sich in einer Fernsehansprache direkt an die Israelis wenden. Ungeachtet der zahlreichen wütenden Reaktionen in Israel rechneten Beobachter nicht damit, dass Israel offen die Zerstörung des politischen Apparats von der Palästinenser oder die Entmachtung Arafats plane.

Peres für Sturz Arafats

Die führenden israelischen Minister Schimon Peres und Benjamin Ben-Elieser sprachen sich eindeutig gegen einen Sturz Arafats und seiner Autonomiebehörde aus. Nach Medienberichten stellten sie sich während der Sitzung des "Sicherheitskabinetts" am Morgen auch Forderungen entgegen, die Autonomiebehörde offiziell zum Feind Israels oder zur "Terror-Einheit" zu erklären. Mehrere rechtsgerichtete israelische Minister hatten nach den blutigen Anschlägen vom Wochenende die gewaltsame Ablösung Arafats verlangt.

"Wir dürfen die Verbindungen zur palästinensischen Autonomiebehörde nicht zerstören", sagte Verteidigungsminister Ben- Elieser. Er sprach sich für eine "Mischung harter israelischer Militäraktionen mit massivem US-Druck auf Arafat" aus, um eine Waffenruhe zu erzielen. Außenminister Peres sprach von einer "großen Gelegenheit", um eine Waffenruhe mit Arafat zu schließen. Der massive internationale Druck nach den blutigen Anschlägen müsse Arafat dazu zwingen, den bewaffneten Konflikt zu beenden.

Annan: Suche nach friedlicher Lösung

UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte die palästinensische Autonomiebehörde am Sonntag auf, unverzüglich und entschlossen gegen die Verantwortlichen vorzugehen. Nichts könne den Mord an unschuldigen Menschen rechtfertigen, sagte Annans Sprecher Fred Eckhard. Der israelischen Regierung und den Angehörigen der Opfer sprach Annan sein Beileid aus. "Selbst in dieser schwierigen Zeit kann der Generalsekretär die Bedeutung der Suche nach einer friedlichen Lösung auf Grundlage der Sicherheitsrats-Resolutionen 242 und 338 nicht überbetonen", erklärte Annan weiter. Beide Resolutionen fordern von Israel den Rückzug aus den 1967 besetzen Gebieten.

dpa, AP - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 3. Dezember 2001 17:10 von aj

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