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Palästinenser und Schulkind getötet, mehr als hundert Verletzte:

Israel weitet Luftangriffe aus

Ramallah/Gaza/Jerusalem/ - Die israelische Luftwaffe hat am Dienstag in einer weiteren Eskalation des Konfliktes mit den Palästinensern schwere Angriffe gegen Einrichtungen im Westjordanland und im Gazastreifen geflogen. Dabei wurden zwei Palästinenser, unter ihnen ein Schulkind, getötet und mehr als 100 verletzt. Zu den Zielen gehörte unter anderem eine Polizeistation nahe dem Hauptquartier von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, der bei dem Angriff jedoch unverletzt blieb.

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Palästinensische Schulkinder suchen Deckung nach dem Angriff eines Kampfjets auf einen Gebäudekomplex der Sicherheitskräfte in Gaza

In der Nacht hatte die Armee bereits die Rollbahn des Flughafens von Gaza zerstört. Nach Informationen des israelischen Rundfunks wird die israelische Armee ihre Angriffe als Reaktion auf die palästinensischen Terroranschläge vom Wochenende in Haifa und Jerusalem in den nächsten Tagen weiter verstärken.

"Kriegserklärung"

Ein Sprecher der Autonomiebehörde nannte die Angriffswelle eine "Kriegserklärung". Arafat selbst warf Israel in einem Interview mit dem US-Sender CNN vor, seine Bemühungen im Kampf gegen palästinensische Terroristen bewusst zu untergraben. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon erhielt jedoch am Dienstag für seine Aktionen Rückendeckung durch US-Außenminister Colin Powell, der in Bukarest Verständnis für die Angriffe als Folge der palästinensischen Terroranschläge vom Wochenende äußerte. Powell forderte Arafat auf, mehr gegen den Terrorismus in den Palästinensergebieten zu tun.

Vedrine: "Wirklich verhängnisvolle Politik"

Der französische Außenminister Hubert Vedrine warnte dagegen vor einer "wirklich verhängnisvollen Politik" Israels, die auf die Auslöschung der Autonomiebehörde Jassir Arafats abziele. Auch die türkische Regierung zeigte sich "zutiefst besorgt". Die israelische Regierung hatte am frühen Morgen die Autonomiebehörde Arafats als "Einheit, die den Terrorismus unterstützt", erklärt und zwei palästinensische Gruppen, darunter die Elitetruppe "Force 17", als Terror-Organisationen gebrandmarkt.

Koalitionskrise ausgelöst

Die Entscheidung löste eine Koalitionskrise aus. Außenminister Schimon Peres und die sieben anderen Minister der Arbeitspartei verließen vor der Abstimmung unter Protest die Sitzung. Peres kündigte an, die Partei werde am Mittwoch über ihren Verbleib in der von rechten Parteien beherrschten Koalition entscheiden. Beobachter rechnen jedoch nicht mit dem Auseinanderbrechen der rechts- dominierten Regierung.

Die israelischen Luftangriffe begannen am Morgen mit einem Angriff von Kampfhubschraubern auf eine Polizeistation in Ramallah, die nur 40 Meter vom Büro von Palästinenserpräsident Arafat entfernt liegt. In der Stadt Gaza brach nach Angriffen durch mehrere F-16 Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber Panik aus. Menschen flüchteten aus Furcht vor weiteren Angriffen schreiend auf die Straßen. Die Stromversorgung brach zusammen. Die Luftwaffe zerstörte das Hauptquartier der Polizei im Norden der Stadt und bombardierte Gebäude der Elite-Einheit "Force 17" im Süden.

Kinder kamen gerade aus der Schule

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Bombardement im Gaza- Streifen.

Bei dem ersten Angriff in Gaza wurden zwei Palästinenser, darunter ein 14-jähriger Schüler, getötet. Unter den zahlreichen Verletzten waren nach palästinensischen Angaben etwa 40 Kinder, die gerade aus der Schule gekommen waren. Kampfhubschrauber beschossen später auch Gebäude der Sicherheitskräfte bei Chan Junis im Süden des Gazastreifens mit Raketen. Apache-Hubschrauber feuerten Raketen auf ein Gebäude der "Force 17" in Tulkarem im Westjordanland.

Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser sagte zu den neuen Luftangriffen, diese seien als "Signal an die Autonomiebehörde" gedacht, sollten sie aber nicht zerstören. Arafats führender Berater Nabil Abu Rudeine nannte den Angriff auf dessen Hauptquartier in Ramallah dagegen eine "Kriegserklärung der Israelis nicht nur an die Autonomiebehörde, sondern auch an das palästinensische Volk und die internationalen Bemühungen um den Frieden". Er forderte die USA auf, mäßigend auf Scharon einzuwirken.

Powell erteilt Palästinensern offene Absage

Doch US-Außenminister Colin Powell erteilte den Palästinensern eine offene Absage. In Bukarest sagte er lakonisch: "Scharon antwortet auf eine Weise, von der er meint, dass sie richtig ist." Israel habe das Recht, sich zu wehren. "Ich glaube, dass Arafat sehr viel mehr tun kann, als was wir bisher gesehen haben", sagte Powell, der den israelischen Außenminister Peres bei einem Treffen außerdem drängte, die Koalition mit Scharon nicht zu verlassen. Die russische Regierung zeigte ebenfalls Verständnis für die israelische Reaktion auf die Terroranschläge und forderte Arafat zu hartem Durchgreifen auf.

dpa - Fotos: AP, dpa

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Zuletzt geändert am 4. Dezember 2001 12:12 von aj

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