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CSU-Chef vermeidet auf dem Dresdner CDU-Parteitag jeden Misston:

Stoiber verneigt sich vor Merkels Comeback

Dresden - Wer vor diesem CDU-Parteitag gesagt hätte, die Parteivorsitzende Angela Merkel werde gestärkt aus ihm hervorgehen, wäre möglicherwiese belächelt worden. Doch kein Geringerer als Edmund Stoiber verneigte sich am Dienstag demonstrativ vor der CDU-Chefin und deren fulminanter Rede vom Vortag, die der Union und nicht zuletzt dem CSU-Vorsitzenden selbst das Gefühl gab, es vielleicht doch noch packen zu können bei der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres.

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Der CSU- Vorsitzende Edmund Stoiber spricht zu den CDU-Delegierten, "beobachtet" von der CDU- Führung mit (v.l. auf der Video- Leinwand) Angela Merkel, Volker Rühe und Christian Wulff. Die mit Spannung erwartete Rede des bayerischen Ministerpräsidenten war der Höhepunkt des zweiten Tages des Bundesparteitages.

Gleich zwei Mal während seines rund eineinhalbstündigen Gastspiels vor den 1.000 Delegierten zollte Stoiber seiner Konkurrentin um die Kanzerkandidatur höchste Anerkennung. "Ich beglückwünsche Sie außerordentlich" sagte der CSU-Chef, mit einer "großen Rede" habe Merkel einen "hervorragenden Aufbruch" bewirkt. Doch an der Körpersprache des bayerischen Ministerpräsidenten konnte man ablesen, dass ihm die Komplimente nicht leicht fielen.

Siegeszuvericht eingebleut

Stoibers gemischte Gefühle mochten daher rühren, dass das neue Selbstbewusstsein, welches Merkel den Delegierten eingeimpft hatte, zwar der gemeinsamen Sache dient, die CDU-Vorsitzende aber andererseits mächtig aufgeholt hat im Wettstreit um die Führung in der Union. Und so beschränkte sich der CSU-Chef darauf, die Aufbruchstimmung aufzunehmen und zu verstärken, kein gutes Haar an der rot-grünen Bundesregierung zu lassen und den Delegierten Siegeszuversicht einzubleuen.

Dem taktisch geschickten Bayern war zweifellos aufgefallen, dass ihn die Delegierten eher verhalten, wenn nicht unwillig begrüßten, als er sich eingebettet in eine Traube aus Kamerateams und von Merkel geführt in den Plenarsal bewegte. Weitaus nicht alle rührten die Hände, nur vereinzelt standen die Delegierten auf, vielmehr schien sie die Verlängerung des Frauenquorums zu interessieren, das gerade zur Debatte stand.

In den Knien wippend wie einst Lehrmeister Strauß

Und erst als Stoiber den Parteitag mit seiner stakkatohaften Rethorik aufgeheizt hatte, in den Knien wippend wie einst sein Lehrmeister Franz Josef Strauß, kam er auf die K-Frage zu sprechen. Und artig verneigte sich Stoiber auch hier vor der Vorsitzenden der großen CDU, von der eigenen CSU als der "kleinen Schwester" sprechend: "Ich stimme mit Angela Merkel überein. Wir beide werden unseren Parteien Anfang 2002 einen Vorschlag für die Kanzlerkandidatur unterbreiten."

Kandidatenfrage noch nicht entschieden

Dass der CSU-Chef in den letzten Monaten nichts Anderes immer und immer wieder gesagt hatte, schien der Erinnerung entschwunden. Die Delegierten nahmen die Aussage vielmehr wie neu und wie als Befreiung auf: Konnten sie doch die verheerende Debatte über die Kandidatur, die Querschüsse gegen beide Parteiführungen, das eigentümliche Comeback Wolfgang Schäubles und vor allem die quälende Demontage ihrer Vorsitzenden vergessen.

Und so folgten sie erleichert der Argumentation Stoibers, als wäre die immer schon unumstritten und die einzig wahre gewesen. Dass es nämlich völlig ausreiche, den Kanzlerkandidaten erst im neuen Jahr zu küren, dass es sich als schwerer Fehler erwiesen hätte, den Vorwahlkampf mit Personaldebatten statt mit Inhalten zu bestreiten.

In einer Ecke die Finger wund geklatscht

Freilich ist damit die Auseinandersetzung über den Kandidaten noch nicht entschieden. Als die große Mehrheit der Delegierten nach rund fünf Minuten Applaus Stoiber von der Bühne verabschieden wollte, klatschten sich in einer Ecke des Saales Dutzende Delegierte weiter die Finger wund: Der Merkel eher abholde CDU-Landesverband Baden-Württemberg wollte offenbar unbedingt am nächsten Tag in der Zeitung lesen, dass Stoiber länger Beifall bekam als die sechseinhalb langen Minuten, mit denen die CDU-Vorsitzende am Montag bedacht worden war.

Von Anselm Bengeser (AP) - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 4. Dezember 2001 15:24 von aj

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