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"Lexikon der Idole" erscheint mit skurrilen Geschichten

Der Bandwurm der Callas

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Ein Kombo aus drei Bildern zeigt John F. Kennedy, links (Archivbild von August 1963), James Dean, Mitte (Archivbild von 1955), und Marlene Dietrich, rechts (Archivbild von 1940).

Schauspielerin Greta Garbo verpackte ihre kostbaren Bilder zum Schutz vor Sonne in Klarsichtfolie, Sängerin Maria Callas vertraute beim Abnehmen auf einen eingepflanzten Bandwurm, und Marlene Dietrich ließ sich zum Facelifting die Weisheitszähne ziehen.

Diese und andere Skurrilitäten der Superstars haben die Braunschweiger Autoren Michael Völkel und Carsten Weyershausen in ihrem im Herbst erschienenen "Lexikon der Idole" zusammengetragen. Die beiden Männer haben Erfahrung mit den Schattenseiten von Prominenten, denn sie veröffentlichten zuvor bereits das "Lexikon der prominenten Selbstmörder".

"Jetzt wollten wir uns einmal mit der glanzvollen Seite der Stars beschäftigen, aber so glanzvoll ist die eigentlich auch nicht", sagte Weyershausen, der hauptberuflich als Cartoonist arbeitet. Nach aufwendigen Recherchen seien zunächst 700 Personen zusammengekommen. "Wir haben uns dann auf 100 Personen beschränkt, die der Welt wirklich etwas Neues gebracht haben und auch heute noch für Gesprächsstoff sorgen", berichtete Werbetexter Michael Völkel.

Kult verdeckt Schattenseiten der Idole

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"Das Lexikon der Idole", Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin, 15,90 Euro (29,80 Mark),
ISBN: 3-89602-500-7,

Zugleich recherchierten die beiden, welch skurriler Kult um die Superstars getrieben wird. So wurde einer Sekretärin, die nach dem Tod von Prinzessin Diana Wochenlag geweint hatte und darauf hin entlassen wurde, 10.000 Dollar Schadenersatz zugesprochen. Noch verrückter trieben es laut Lexikon die Verehrer von James Dean. Nach dem tödlichen Unfall des Schauspielers zahlten Tausende Fans 50 Cents, um auf dem Fahrersitz des Todesautos sitzen zu dürfen. Und noch Jahrzehnte nach seinem Tod wurden von seinem Grabstein Stücke abgeschlagen.

Der Kult, der um die Idole gemacht wird, verdeckt aber aus Sicht der Autoren häufig ihre Schattenseiten. Über John F. Kennedy etwa schreiben die Autoren des Lexikons: `Zeitzeugen schildern ihn inzwischen als medikamentenabhängigen Ehebrecher, als rücksichtslosen Machtmenschen, der im Weißen Haus hunderte Telefonate und Gespräche abhören ließ." In der Öffentlichkeit werde Kennedy aber immer noch als "makelloser Streiter für eine bessere Zukunft" wahrgenommen.

Trotz Vorbehalte auch Eintrag zu Adolf Hitler

 Link zum Thema 

www.lexxxikon.de

Wer Aufnahme in das "Lexikon der Idole" finden sollte, war unter den Autoren sehr umstritten. So gaben sie Ex-Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda den Vorzug vor Michael Schumacher, weil der Deutsche abseits der Rennbahn ihrer Meinung nach noch nie etwas Interessantes getan oder gesagt hat. Trotz aller Vorbehalte wurde auch Adolf Hitler in das Lexikon aufgenommen. Für die nächste Ausgabe erwägen die Autoren einen Eintrag zu dem mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden.

Keine Aufnahme in das Lexikon fanden die Kindheitsidole der beiden Autoren. Für den 32 Jahre alten Völkel war Moderator Michael Schanze ein Idol, "weil der mit allen zehn Fingern ploppen konnte". Und der 38-jährige Weyershausen begeisterte sich für den Schauspieler Raimund Harmstorf, weil der in dem Film "Der Seewolf" eine rohe Kartoffel mit bloßen Händen zerdrückte. Aber auch diese Legende wurde später zerstört. "Einige Jahre später habe ich erfahren, dass das eine gekochte Kartoffel war", bedauert Weyershausen.

Christian Kunst, AP - Foto: AP


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Zuletzt geändert am 5. Dezember 2001 17:22 von tea

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