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Beifall für die Höchststrafe in Stuttgarter Gerichtssaal:

Lebenslang für Alexandras Mörder

Stuttgart - Zunächst herrscht atemlose Stille, dann brandet kurz und fast befreiend Beifall auf im prall gefüllten Stuttgarter Gerichtssaal. "Im Namen des Volkes" hatte der Richter gerade das Urteil über den Mörder der kleinen Alexandra gesprochen: "Lebenslang", lautet die Strafe für die Entführung, den Missbrauch und die Ermordung des sechsjährigen Mädchens.

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Für den Mord an der sechsjährigen Alexandra erhält der 36-jährige Angeklate eine lebenslange Haftstrafe.

Zudem stellte das Gericht eine besondere Schwere der Schuld fest. Der 36-jährige Mörder, der gestanden hatte, Alexandra im Oktober 2000 in Filderstadt (Baden-Württemberg) verschleppt, missbraucht, getötet und auf einem Friedhof verscharrt zu haben, darf also nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden.

"Kalt geplant und durchdacht"

"Kalt geplant und durchdacht haben Sie ihr erschreckendes Werk in die Tat umgesetzt", warf der Vorsitzende Richter Klaus Teichmann dem Angeklagten in seiner Urteilsbegründung vor. Bei dem Gedanken an die sexuelle Abartigkeit, mit der der Mann seine Triebe verfolgt habe, "kann einem nur das Grausen kommen". Vor allem die Beschreibung des abschließenden Vergrabens der Leiche habe "die Grenzen des Ertragbaren überschritten". Eine schlimmere kriminelle Handlung lasse sich schwer vorstellen.

Regungslos hört der Angeklagte im dunklen Nadelstreifen-Jackett der Urteilsverkündung zu. Die Eltern des toten Mädchens wirken zunächst gefasst, erst als Teichmann die Tat minutiös in seiner Begründung nachzeichnet, verdeckt Alexandras Vater seine Augen mit der Hand. Die Eltern des Mädchens waren in dem Prozess als Nebenkläger aufgetreten. Anklage und Verteidigung hatten beide für eine lebenslange Freiheitsstrafe plädiert, die Staatsanwaltschaft aber die besondere Schwere der Schuld herausgestellt.

Aussagen des Täters "wenig glaubhaft"

Die Aussagen des Täters nennt Richter Teichmann "nicht stimmig" und "wenig glaubhaft". Keinesfalls sei der Mörder zufällig mit dem Mädchen "zusammengestoßen", wie er ausgesagt hatte. "Sie sind ein Mann, der sein Leben bis ins letzte Detail geplant hat, und auch bei diesem Verbrechen trägt alles eindeutig die Handschrift der Planung", sagt der Richter. Der Mord sei kein "momentanes Entgleisen" gewesen, sondern "geplantes Vorgehen mit allen Konsequenzen". Alexandra habe ihren sexuellen Missbrauch von vorneherein nicht überleben dürfen. "Sie wollten keine Zeugin haben und mussten das Kind deshalb ausschalten."

Von Voyeur-Touren berichtet

Während des Prozesses hatte die Kälte des Angeklagten immer wieder die Zuhörer erschreckt. Flüssig hatte der gelernte Kühltechniker von seinen Voyeur-Touren berichtet, emotionslos hatte er auch das Verbrechen an der sechs Jahre alten Alexandra beschrieben. Letztlich erfolglos hatte der Mörder auch versucht, sich als gespaltene Persönlichkeit darzustellen, als allseits beliebte Spitzenkraft und andererseits als Spanner, der nachts durch die Straßen zieht und durch Fenster Kinder beim Ausziehen beobachtet und filmt.

Für die Eltern, die keine Stellungnahme zum Urteil abgeben wollen, nennt deren Anwalt Frank Schwemmle das Urteil "alles, was rechtlich möglich ist". Eine Zufriedenheit mit einem Urteil gegen den Peiniger ihrer Tochter könne es für die Eltern bei einem derartigen Verbrechen aber nicht geben.

Sicherungsverwahrung kommt nicht in Betracht

Die auch vor dem Gerichtsgebäude von mehreren demonstrierenden Frauen geforderte Sicherheitsverwahrung kommt für Alexandras Mörder nicht in Betracht. "Eine derartige Strafe ist rechtlich nur bei einer zeitlichen Strafe, nicht aber bei einer derartigen lebenslangen Strafe möglich", sagt Staatsanwältin Brigitte Köhler.

dpa - Archivfoto: dpa


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Zuletzt geändert am 6. Dezember 2001 14:21 von aj

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