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US-Marines in Südafghanistan: "Wir haben unsere Ziele noch nicht erreicht," sagte am Freitag ein US-Diplomat.

Beobachter in Kabul schränkten ein, dass mit dem Fall Kandahars der Krieg noch nicht zu Ende sei. Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow warnte vor verfrühter Euphorie. "Wenn Städte und große Teile Afghanistans erobert wurden, heißt das noch nicht, dass die Taliban-Verbände vollständig zerschlagen wurden", sagte Iwanow in Tadschikistan und verwies auf die russischen Erfahrungen in Tschetschenien.

Bevölkerung begrüßt Einmarsch

Oppositionelle Truppen besetzten strategische Stellungen in Kandahar. Augenzeugen berichteten dem amerikanischen Fernsehsender CNN, die Truppen zögen in Konvois in die Stadt und würden von der Bevölkerung begrüßt. Viele Menschen schwenkten Fahnen und Bilder von Ex-König Sahir Schah. Ein Vertreter der Schura bat die USA, ihre Luftangriffe auf Kandahar einzustellen. Dazu meinte der Sprecher der Militärallianz, der amerikanische Diplomat Kenton Keith, in Islamabad ausweichend: "Wir haben unsere Ziele noch nicht erreicht."

Einwohner berichten von Plünderungen

Zuvor herrschte zeitweise Chaos in Kandahar. Einwohner berichteten von Maschinengewehrfeuer und Plünderungen. Tausende Taliban-Kämpfer versuchten aus der Stadt zu entkommen. Unklar war zunächst, ob alle Taliban-Kämpfer wie zuvor vereinbart ihre Waffen abgeliefert hatten. US-Elitesoldaten feuerten auf mehrere flüchtende Taliban-Kämpfer und töteten sieben von ihnen, berichtete CNN. Die Taliban hatten Mitte der 90er Jahre in den Wirren eines Bürgerkrieges die Macht an sich gerissen.

Amnestie gilt nicht für Omar und Ausländer

Der designierte Chef der afghanischen Übergangsregierung, Hamid Karsai, hatte die Aufgabe der Taliban am Vortag persönlich ausgehandelt. Taliban-Kämpfer, die keine Verbrechen begangen haben, werden demnach amnestiert und erhalten freies Geleit. "Sie können ohne Probleme nach Hause gehen."

Offenbar auf Druck der USA stellte Karsai später ausdrücklich klar, dass die Amnestie nicht für Talibanchef Mullah Omar und nicht für ausländische Taliban-Kämpfer gelte. Omar müsse in Afghanistan vor Gericht gestellt werden. "Er hat sich nicht vom Terrorismus losgesagt", begründete Karsai seine Haltung. Die US-Regierung hatte zuvor klar gestellt, dass sie keine Amnestie für Talibanführer dulden könne. Die afghanische Nachrichtenagentur AIP berichtete, Omar sei an einem geheimen Ort.

Schwere Kämpfe toben um Bergfestung Tora Bora

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Beim Kampf gegen Bin Ladens "El Kaida" geht ein Afghane in der Tora Bora-Region in Deckung.

Auch in der Helmand-Region westlich von Kandahar gaben die Taliban auf. In die Stadt Spin Boldak nahe der pakistanischen Grenze marschierten nach Angaben von AIP rivalisierende Clan-Kämpfer ein. In der ostafghanischen Provinz Paktia lieferten sich zerstrittene Clan- Verbände heftige Kämpfe um die Kontrolle.

Die schwersten Kämpfe tobten zwischen Oppositionstruppen und El- Kaida-Kämpfern von Terrorchef Osama bin Laden um die Bergfestung Tora Bora nahe Dschalalabad. Mehrere Dutzend El-Kaida-Kämpfer seien getötet worden, hieß es. Anti-Taliban-Einheiten hatten eigenen Angaben zufolge eines der "Hauptlager" Bin Ladens entdeckt. Man habe Waffen sichergestellt und einige Frauen gefangen genommen.

Von Bin Laden fehlt jede Spur
Erste Hungertote trotz internationaler Hilfe
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Zuletzt geändert am 7. Dezember 2001 10:31 von aj

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