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Kokain-Prozess gegen Christoph Daum: Trainer bricht sein Schweigen

Applaus nach flammendem Appell

Koblenz - Mit einem flammenden Appell hat Christoph Daum am 9. Verhandlungstag im Kokain-Prozess sein Schweigen vor dem Landgericht Koblenz gebrochen und eine faire Behandlung gefordert. "Ich bin bereit, für meine Fehler Verantwortung zu übernehmen. Doch was sich hier abspielt, empfinde ich beinahe als Hinrichtung", erklärte der offensichtlich durch den zähen Verhandlungsmarathon angeschlagene Trainer des türkischen Fußball-Erstligisten Besiktas Istanbul.

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Auf dem Weg zum Koblenzer Landgericht: Christoph Daum.

Fast fünf Minuten lang gab der 48-Jährige am Ende der Verhandlung ein eindringliches "Plädoyer" ab, das zum Schluss sogar mit Applaus aus dem Zuhörer-Raum bedacht wurde. "Ich bitte nur darum, nicht in irgendwelcher Weise Kriminalitätstendenzen gegen mich aufzubauen", erklärte der 2000 als Bundestrainer vorgesehen gewesene Fußball-Lehrer sichtlich aufgewühlt: "Das ist für mich eine unglaublich belastende Situation. Wenn ich sehe, welche Personen hier zu Wort kommen, die ich überhaupt nicht kenne, fehlen mir beinahe die Worte."

"Weder gedealt noch zum Dealen angestiftet"

Dem gebürtigen Duisburger wird der unerlaubte Erwerb von Kokain in 63 Fällen sowie die Anstiftung zur Beschaffung von 100 Gramm der Droge zur Last gelegt. "Ich gebe ja zu, dass ich gelegentlich Kokain genommen habe. Ich habe aber weder gedealt noch zum Dealen angestiftet. Ich habe auch keine großen Mengen Kokain konsumiert", erklärte Daum weiter.

Telefonmitschnitte abgespielt

Auch erstmals abgespielte Mitschnitte von Telefonüberwachungen hatten den ehemaligen Bundesliga-Trainer des 1. FC Köln, vom VfB Stuttgart und von Bayer Leverkusen zuvor nicht belasten können. Zwar bestätigte erstmals ein nicht aus dem mutmaßlichen Drogenmilieu stammender Zeuge dem Hörensagen nach, dass Daum mit Kokain beliefert worden sei. Konkrete Beweise blieben jedoch erneut Mangelware.

Keine konkreten Beweise

"Ich habe von Herrn Klemens erfahren, dass er Herrn Daum mit Kokain versorgt hat", bestätigte ein Hotelbesitzer aus Essen vor der Ersten Großen Strafkammer. Detaillierte Angaben über vermeintliche Geschäfte zwischen dem Hauptangeklagten Rüdiger Klemens und Daum konnten allerdings auch die Telefonmitschnitte nicht liefern. Im Gegenteil: "Ach, hör doch auf, so einen Mist hier am Telefon zu erzählen", hatte Klemens stattdessen in dem Telefonmitschnitt auf die Frage des Zeugen nach einem Deal zwischen Klemens und dem heutigen Besiktas-Trainer geantwortet. In einem weiteren Mittschnitt antwortete Klemens auf die Frage einer Urlaubsbekanntschaft aus Mallorca, ob "da mit Daum etwas dran" sei: "Bin ich Jesus?"

"Was hier passiert, ist eine Frechheit"

Zuvor schon hatte Daum-Anwalt Nikolaus Schmitte die Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft heftig kritisiert. "Es ist eine auffällige Diskrepanz zwischen den Ergebnissen der polizeilichen Vernehmung und den bisherigen Zeugenaussagen vor Gericht festzustellen. Während die Vernehmungsprotokolle stets eine belastende Tendenz aufweisen, ist von den belastenden Aussagen vor Gericht nichts übrig geblieben", sagte Schmitte.

Auch der Hauptangeklagte Klemens bezeichnete vor Gericht das Vorgehen gegen Daum als überzogen: "Ich kann lediglich bestätigen, dass Herr Daum gelegentlich Kokain genommen hat. Aber was hier mit Herrn Daum passiert, ist eine Frechheit."

sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 11. Dezember 2001 15:47 von aj

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