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UN-Tribunal beschäftigt sich mit Bosnienkrieg:

Milosevic direkt des Völkermordes angeklagt

Den Haag - Der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic muss sich seit Dienstag vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen Gräueltaten während des Bosnienkriegs und erstmals auch wegen Völkermordes verantworten. Die Anklage wirft Milosevic vor, Drahtzieher von hunderten Verbrechen zu sein, die serbische Extremisten in seiner Regierungszeit im Nachbarland Bosnien verübten. Milosevic gab sich während der Verlesung der Anklage unbeeindruckt. Er erkennt das UN-Tribunal nicht an und weigert sich bislang, Verteidiger zu benennen.

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Milosevic bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement.

Die Anklage will die drei Verfahren mit insgesamt 66 Anklagepunkten gegen Milosevic in einem Prozess zusammenfassen, um Zeit zu sparen. Ankläger Geoffrey Nice kündigte vor Gericht an, dass bis zu 30 "ranghohe Insider" und insgesamt 400 Zeugen in dem Fall gehört werden sollten. Der Prozessbeginn ist bislang auf Februar 2002 angesetzt, im Falle einer Zusammenlegung der Verfahren wird sich dieser Termin jedoch vermutlich bis zum Sommer verschieben. Die Prozessdauer wird auf mehr als ein Jahr geschätzt.

"Die ultimative Absurdität"

Die Anklage wegen Verbrechen in Bosnien ist das erste Mal, dass Milosevic explizit Völkermord vorgeworfen wird - die bislang schwerste Anschuldigung gegen ihn. Milosevic weigerte sich am Dienstag erneut, sich für schuldig oder unschuldig im Sinne der Anklage zu erklären. Er bestritt die von der Anklage verlesenen Vorwürfe jedoch vehement. "Dieser miserable Text ist die ultimative Absurdität. Man sollte mir den Frieden in Bosnien anrechnen, nicht den Krieg", erklärte der 60-Jährige. "Die Verantwortung für den Krieg in Bosnien liegt bei den (West-)Mächten und ihren Agenten, nicht in Bosnien und nicht bei Serben, dem serbischen Volk oder der serbischen Politik", sagte er, bevor ihm Richter Richard May unterbrach.

Vergewaltigung eines zwölfjährigen Mädchens

Neben dem Anklagepunkt des Völkermordes werden Milosevic unter anderem Beihilfe zum Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwere Verletzungen der Genfer Konventionen während des Bosnien-Kriegs von 1992 bis 1995 vorgeworfen. In der Anklageschrift heißt es, Milosevic sei an einer kriminellen Unternehmung beteiligt gewesen, deren Ziel die dauerhafte Vertreibung der nicht-serbischen Bevölkerungsmehrheit aus weiten Teilen Bosnien-Herzegowinas gewesen sei. Unter anderem geht es um die Verantwortung für das Massaker in der UN-Schutzzone Srebrenica, wo im Juli 1995 mehr als 7000 Moslems von serbischen Truppen ermordet wurden. Aber auch Einzelfälle wie die Vergewaltigung eines zwölfjährigen Mädchens in einem Gefangenenlager oder der Tod spielender Kinder bei einem Mörserangriff in Sarajevo wurden in der Anklage aufgeführt.

Das Tribunal hatte im August erstmals einen Angeklagten des Völkermords schuldig gesprochen und den bosnisch-serbischen General Radislav Krstic zu 46 Jahren Haft verurteilt. Gegen das Urteil hat Krstics Verteidigung Berufung eingelegt.

AP

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Zuletzt geändert am 11. Dezember 2001 15:54 von aj

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