IVWPixel Zählpixel

  Ticker    Wetter    Foto des Tages    Archiv    Übersicht 

Home     Kontakt     Site Map  

Mi 12.12.2001

 Nachrichten

   vom 12.12.01

Schily verbietet
den "Kalifstaat"

Kino: Gut, aber
kaum weihnachtlich

Wieder Anschlag in Israel: Acht Tote
Die Grippewelle
bei Computern

USA wollen ABM-
Vertrag kündigen

Unicef-Appell gegen Kinderprostitution
Airbus kündigt
Kurzarbeit an

"Mord ohne Leiche" wird neu aufgerollt
Kohl-Akten im
Keller von Habibie?

Rekordschmerzensgeld für Carolines Baby
Wetter: Sibirische
Kälte und Sonne

Karikatur


 Sport



 Magazin



 Internet

[an error occurred while processing this directive]

zurückblättern  ... Die Polizei kam noch vor dem Morgengebet

Aufruf zum Mord unter dem Deckmantel des Islams

Anklicken zum Vergrößern
Anhänger bejubeln den als "Kalif von Köln" bekannt gewordenen Islamistenführer Muhammed Metin Kaplan. Bundesinnenminister Otto Schily hat die islamistische Extremistenvereinigung "Kalifatstaat" verboten.

Die nach außen völlig abgeschottete islamistische Gemeinschaft mit bundesweit rund 1.100 Mitgliedern galt als eine der radikalsten islamistischen Organisationen in Deutschland und kämpfte nach Erkenntnissen der deutschen Verfassungsschützer für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates in der Türkei - und für die Weltherrschaft des Islams.

Aufruf zum Mord unter dem Deckmantel des Islams, Appelle zum weltweiten Glaubenskrieg, ja sogar ein geplanter Selbstmordanschlag mit einem Flugzeug werden mit der Organisation in Verbindung gebracht. Ende Oktober 1998 reisten nach Angaben des Düsseldorfer Verfassungsschutzes mehrere Anhänger Kaplans in die Türkei, um sich an zwei Sprengstoffanschlägen zu beteiligen.

Attentat in der Türkei vereitelt

Die Attentäter wollten sich nach Darstellung der türkischen Behörden während der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der modernen Türkei mit einem Sportflugzeug auf das Mausoleum des Staatsgründers Kemal Atatürk stürzen. Gleichzeitig sollte ein zweites Kommando eine Moschee in Istanbul stürmen. Doch gelang es den türkischen Sicherheitskräften, die Pläne zu vereiteln. 25 Personen wurden festgenommen. Ende 1996 hatte es den Erkenntnissen zufolge auch Kontakte zum mutmaßlichen Top-Terroristen Osama bin Laden gegeben.

"Der Sieg oder der Märtyrer-Tod"

Anklicken zum Vergrößern
Eilig werden beschlagnahmte Gegenstände aus einer Moschee in Braunschweig abtransportiert. Ob allerdings von den sicher gestellten Unterlagen noch viele Erkenntnisse zu erwarten sind, bezweifeln Experten.

Kaplan forderte seine Anhänger zum "Heiligen Krieg" für einen islamischen Staat auf und motivierte sie mit den Worten: "Durch den Dschihad erteilt man dem Feind eine Lektion, die er verdient hat. Am Ende eines Dschihad erwartet jeden Muslim eine der beiden Möglichkeiten, die allerdings beide schön sind: der Sieg oder der Märtyrer-Tod." Kaplan soll in die Türkei abgeschoben werden. Zuvor muss jedoch sichergestellt sein, dass dort nicht die Todesstrafe vollstreckt wird.

Der selbst ernannte Kalif wurde vom Düsseldorfer Oberlandesgericht bereits im November vergangenen Jahres wegen Aufrufs zum Mord zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hatte seine Gesinnungsgenossen 1997 zwei Mal öffentlich zur Tötung des Konkurrenten und Gegenkalifen Halil Ibrahim Sofu in Berlin aufgefordert. Bald darauf wurde Sofu von Unbekannten erschossen. Erst vor wenigen Wochen entschied sich Kaplan, auf die Aussetzung des letzten Drittels seiner Haft zur Bewährung zu verzichten, um der drohenden Abschiebung in die Türkei zu entgehen.

Auflösung ohne Widerstand

Die Auflösung seiner Organisation, die in den vergangenen Wochen noch versucht hatte, sich mit öffentlichen Erklärungen vom Terrorismus zu distanzieren, ging am Mittwoch ohne Widerstand vor sich. Kaplans Anhänger öffneten in Köln der Polizei die Tore zur Zentrale ihrer Organisation. Lastwagenweise wurden danach Computer, Videos, Vereinsunterlagen, aber auch die gesamten Einrichtungsgegenstände abtransportiert. Nur ein Kaplan-Anhänger, der die Räumung beobachtete, machte seinem Herzen mit den Worten Luft: "Wer Moslems etwas antut, wird gestraft von Allah."

"Ein Teil wird im Untergrund weitermachen",

Links:

  • Bundesinnenministerium
  • Bundesamt für Verfassungschutz
  • Verfassungsschutz NRW

  • Ob allerdings dabei von den sicher gestellten Unterlagen noch viele Erkenntnisse zu erwarten sind, bezweifeln Experten. Schließlich hätten die Islamisten dank der wochenlangen Verbotsdiskussion genug Zeit gehabt, reinen Tisch zu machen. Dennoch bestand für sie kein Zweifel an der Notwendigkeit des Verbots. "Die zunehmende Irrationalität und Unberechenbarkeit der Vereinigung, gepaart mit verbaler Befürwortung von Gewalt, aggressiver Polemik sowie totalitärer Vereinnahmung der Mitglieder stellen ein großes Sicherheitsrisiko für die Bundesrepublik Deutschland dar", hieß es etwa in einer Erklärung des bayerischen Innenministeriums.

    Ein Schlusspunkt ist das Verbot dennoch wohl nicht: "Ein Teil der Anhänger wird erfahrungsgemäß im Untergrund weitermachen", prognostizierte der Düsseldorfer Innenminister Fritz Behrens.

    AP - Fotos: AP, Archiv, dpa

    [an error occurred while processing this directive]
    Zum SeitenanfangZum Seitenanfang

     Suche in RZ-Online

     RZ

    Web




    Sonderteil zur Bundesliga
    Sonderteil zur Fußball-Bundesliga



    Zuletzt geändert am 12. Dezember 2001 14:05 von aj

    » Artikel druckenDruckversion
    » Schriftgröße einstellen
    » Impressum