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Neues Video liefert offenbar Beweise gegen Terror-Chef Osama Bin Laden

"Schäden waren größer als erwartet"

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Washington - Das US-Verteidigungs- ministerium hat am Donnerstag das Amateurvideo veröffentlicht, das angeblich schlüssige Beweise für die Verwicklung von Terroristenführer Osama Bin Laden in die Anschläge vom 11. September liefert.

Bin Laden zeigt in dem Video genaue Kenntnisse der Anschläge. So hätten sich die Hijacker unter einander nicht alle gekannt, sagt Bin Laden. Auch hätten mehrere Entführer nicht gewusst, dass sie bei den Anschlägen selbst sterben würden. Dies hätten sie erst beim Besteigen der Maschine erfahren, erklärt Bin Laden, der in der Aufnahme zu sehen, wie er in einem Raum sitzt und sich mit mehreren anderen Männern unterhält.

Auch deutet er nach Bekanntwerden des Einschlags der ersten Maschine ins World Trade Center an, dass noch weitere Attacken folgen werden. "Habt Geduld", sagt er nach der vom Pentagon veröffentlichten englischen Übersetzung.

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Die USA bombadieren weiter vehement die Bergfestung Tora Bora. Unterdessen wurde ein neuerliches Bin- Laden -Video veröffentlicht.

Schlechte Bild- und Tonqualität

Das Band ist von schlechter Ton- und Bildqualität. Zunächst geht es in den Gesprächen immer um Träume, die von Angriffen auf die USA handeln. Auch konkrete über Träume von einem Anschlag mit zwei Flugzeugen wird berichtet.

Nach Angaben des Pentagon ist das Video etwa 40 Minuten lang und wurde vermutlich in Kandahar aufgenommen. In späteren Teilen des Bandes sind Taliban- und El-Kaida-Mitglieder bei der Absturzstelle eines US-Hubschraubers zu sehen.

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Ziel der US- Streitmacht: Ein Soldat einer Spezialeinheit malt ein Fadenkreuz auf das Titelfoto von Bin Laden auf dem Time Magazin.

Nicht für Öffentlichkeit bestimmt

Es enthält auch Szenen mit spielenden Kindern, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Rest des Bandes stehen. Nach Einschätzung von US-Experten war das Video - im Gegensatz zu früher aufgetauchten Videos Bin Ladens - nicht für die Öffentlichkeit gedacht.

Es überführt nach Ansicht der US-Regierung Bin Laden als Drahtzieher der Terroranschläge. Gefilmt wurde ein gemeinsames Mahl Bin Ladens mit einem saudiarabischen Scheich, einem prominenten Geistlichen mit einer Behinderung, über dessen Identität zunächst nichts bekannt wurde. Zu sehen ist, wie der Scheich Bin Laden auf die Stirn küsst, ein Zeichen hohen Respekts in der moslemischen Welt.

Weitere Anschläge angekündigt

Bin Laden beschreibt laut US-Regierungsstellen, wie er sich auf die Berichterstattung über die Terroranschläge in New York und Washington vorbereitete und zeigt, dass er genau über Zeit, Ort und Methode der Attentate informiert gewesen sei. Ferner äußert er sich erfreut über die Anschläge. Er beschreibt die Schäden in New York als größer als erwartet und kündigt weitere Anschläge an.

Das Video wurde kürzlich in einem verlassenen Haus in Dschalalabad im Osten Afghanistans entdeckt. Einer Datumseinblendung zufolge wurde es am 9. November aufgenommen. Zu sehen sind auch Bin Ladens geistlicher Berater und Stellvertreter Ajman el Sawahri sowie sein Sprecher Abu Ghaith. Bin Laden wird derzeit zusammen mit Taliban-Führer Mohammed Omar von US-Truppen und deren Verbündeten in Afghanistan gejagt.

Vier regierungsunabhängige Übersetzer

Die schlechte Qualität des etwa eine Stunde langen Bandes behinderte nach Regierungsangaben die Übersetzung. Der Sprecher von US-Präsident George W. Bush, Ari Fleischer, sagte, vier regierungsunabhängige Übersetzer hätten im Auftrag des Pentagons die Aufnahmen überprüft, bevor sie der Welt präsentiert wurde. Sie sollten das Video ins Englische übersetzen und sich auf eine Version der Äußerungen Bin Ladens einigen. Außerdem soll auch eine arabische Version veröffentlicht werden.

Kaum Bedenken hinsichtlich verschlüsselter Botschaften

Die Abgeordnete Jane Harman erklärte dagegen, sie sei besorgt, das Video könne der amerikanischen Sicherheit schaden. Es könne den USA gezielt in die Hände gespielt worden sein und verdeckte Botschaften Bin Ladens an seine Anhänger enthalten. US-Regierungsvertreter äußerten in der Vergangenheit ähnliche Bedenken, doch waren die früher aufgetauchten Videos Bin Ladens ganz offensichtlich für eine Veröffentlichung gedacht gewesen. Washington bat daraufhin die US-Fernsehsender, die Bänder nicht in voller Länge auszustrahlen.

Bei dem jüngsten Video hat die US-Regierung diese Vorbehalte offenbar nicht. "Es gibt deswegen immer weniger Sicherheitsbedenken", sagte Bush-Sprecher Fleischer. Dennoch wurde auch dieses Band vom Geheimdienst auf mögliche verschlüsselte Botschaften an Terrorzellen untersucht.

dpa, AP - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 13. Dezember 2001 17:37 von sab

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