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Sie flößten ihrem Opfer Chemikalien ein und erstachen ihn

Höchststrafe für Frauen wegen Raubmordes

Meiningen - Wegen besonders grausamen Raubmordes an einem 36-jährigen Mann aus dem hessischen Philippsthal sind am Donnerstag vier junge Frauen aus Thüringen verurteilt worden. Die Jugendkammer des Landgerichts Meiningen verhängte gegen zwei 21-Jährige lebenslange Freiheitsstrafen und gegen eine 20-Jährige acht Jahre Jugendstrafe. Wegen Beihilfe wurde eine 19-Jährige, die in den Mordplan eingeweiht war und eine Mittäterin zum Tatort gefahren hatte, zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt.

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Die Verurteilten (v.l.): Daniela R., Sabrina H., Beatrice K. und Michaela F.

Die drei Frauen hatten den Kraftfahrer, den sie von Discobesuchen kannten, ausgeraubt, einen Mix aus Rohrreiniger, Nagellackentferner und Fensterputzmittel eingeflößt, 28 Messerstiche zugefügt und stranguliert. Die Leiche versteckten sie im Wald. Der Vorsitzende Richter Joachim Zint sprach von einem "schrecklichen Geschehen". Die Angeklagten hätten großes Leid über die Familie des Opfers gebracht. Der Mann hätte in der kommenden Woche seinen 37. Geburtstag feiern können, sagte Zint.

Ausgeraubt und in den Kofferraum gesperrt

Die Kammer wertete die Tat als gemeinschaftlich begangenen Mord, räuberischen Angriff auf einen Kraftfahrer und gemeinsamen schweren Raub. Sie folgte bei der Strafzumessung den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen für ein niedrigeres Strafmaß wegen Totschlags plädiert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die arbeitslosen Frauen aus Bad Salzungen (Wartburgkreis) den Kraftfahrer aus Philippsthal am frühen Morgen des 18. Mai 2001 zu einem Waldweg lockten und mit vorgehaltenem Messer die Herausgabe der Brieftasche mit 400 Mark und EC-Karte mitsamt Geheimnummer erzwangen. Danach flößten sie ihm die Haushalts-Chemikalien ein und sperrten ihn in den Kofferraum seines Autos.

"Damit er endlich tot geht"

Später sahen sie nach, ob er noch lebte. Da er noch atmete, traten und schlugen sie auf den Totgeglaubten ein. Die 21-jährige Beatrice K., die Leitfigur des Quartetts, ohne die das Verbrechen offenbar nicht möglich gewesen wäre, fügte ihm mehrere Messerstiche zu. Beim zweiten Mal drehte sie das Messer im Körper so herum, "dass es knirschte". Als der 36-Jährige dennoch blutend aus dem Kofferraum gestiegen war, brachte ihm Beatrice K. durch einen Tritt von hinten zu Fall und stach erneut auf ihn ein.

Wie es denn so sei, wenn man zusteche, fragte die 20-jährige Daniela R. "Weich, so ähnlich wie beim Stich in eine Couch", antwortete Beatrice K. Darauf ließ sich Daniela R. das Messer geben und wollte wissen, wo das Herz sei, "damit er endlich tot geht", wie der Vorsitzende Richter die Angeklagte zitierte.

Sechs Stiche trafen das Herz

Der am Boden liegende Mann sei mit Fußtritten ins Gesicht und auf den Körper traktiert worden. Insgesamt 28 Mal stachen die Frauen auf ihn ein. Sechs Stiche trafen das Herz und zwei die Lunge. Zuletzt strangulierten sie ihn noch mit seinem Gürtel, wobei vor allem die 21-jährige Michaela F., die zuvor den Höllentrunk gemixt hatte, den Gürtel um den Hals des Mannes zuzog, "damit er nicht mehr so leiden sollte", wie sie während der Beweisaufnahme vor Gericht gesagt hatte.

Jäger fand den nackten Leichnam

Die Frauen zogen den leblosen, blutüberströmten Mann aus und versteckten ihn in einem Wald bei Tiefenort unter Zweigen. Dann wuschen sie in einem Teich ihre Hände. Die 19-jährige Sabrina H., die von Anfang an in die Pläne eingeweiht war und sich nicht an der Bluttat beteiligt hatte, nahm die Jacke des Opfers an sich, weil sie ihr so gut gefallen habe. Später fand ein Jäger den nackten Leichnam. Die Kripo war durch die Geldabhebungen vom Konto des Opfers auf die Spur der Frauen gekommen. Die Angeklagten hatten bestritten, den Mord geplant zu haben.

"Das bringt mir meinen Sohn auch nicht wieder"

Nach der Urteilsverkündung sagte der Vater des Opfers, auch Daniela R., die zur Tatzeit 20 Jahre und acht Monate alt war, hätte Lebenslänglich bekommen müssen. "Aber das bringt mir meinen Sohn auch nicht wieder. Der Schmerz bleibt, so lange ich lebe. Mein Sohn war zu gutmütig, das hat er mit dem Leben bezahlt." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung erwägt, in Revision zu gehen. (Aktenzeichen: Landgericht Meiningen 530 Js 10030/01)

AP - Archivfotos: dpa


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Zuletzt geändert am 13. Dezember 2001 15:19 von aj

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