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Welt-Fußballer 2001: "Ohne Ball bin ich die Hälfte von mir selbst"

Figo gibt Beckham und Raul das Nachsehen

Zürich - Portugals Fußball-Star Luis Figo ist endlich der große Wurf gelungen. Der 116-Millionen-Mark-Mann von Real Madrid wurde von 130 Nationaltrainer in der Abstimmung des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) zum Welt-Fußballer des Jahres 2001 gekürt. Mit 250 Punkten verwies der 29 Jahre alte Offensivspieler Englands Kapitän David Beckham (Manchester United/238 Zähler) und seinen Real-Teamkollegen Raul (Spanien/96 Zähler) auf die Plätze zwei und drei.

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Wechselte im Sommer 2000 für die damalige Weltrekord-Ablöse von 116 Millionen Mark vom FC Barcelona zum Erzrivalen Real: Welt-Fußballer 2001, Luis Figo.

Im vergangenen Jahr hatte Figo den zweiten Platz hinter Welt- und Europameister Zinedine Zidane (Frankreich) belegt, der diesmal Vierter (94) wurde. Dafür war der Portugiese von France Football vor Jahresfrist zu Europas Fußballer des Jahres gewählt worden. Deutschlands "Fußballer des Jahres" Oliver Kahn (Bayern München) belegte beim Fifa-Votum 2001 mit 65 Punkten den siebten Platz unmittelbar vor Europas Fußballer des Jahres Michael Owen (England/61).

DFB-Teamchef Rudi Völler hatte bei seiner Wahl den Italiener Francesco Totti an eins gesetzt vor Beckham und Raul. Griechenlands Nationalcoach Otto Rehhagel stimmte in dieser Reihenfolge für Rivaldo (Brasilien), Beckham und Kahn. Ex-Bundestrainer Berti Vogts, der jetzt Kuwait trainiert, entschied sich für Beckham vor Figo und Kahn. Kameruns Auswahlcoach Winfried Schäfer setzte hingegen Kahn an eins vor Zidane und Beckham.

"Man muss auch in einer Topmannschaft spielen"

Figo wollte derweil seine eigene Leistung nicht überbewertet wissen. "Eine Topmannschaft besteht heute aus 20 Spielern oder mehr. Und für eine solche Auszeichnung in Frage zu kommen, reicht es nicht, ein guter Spieler zu sein, sondern man muss auch in einer Topmannschaft spielen", sagte das Real-Ass, der im Lissaboner Arbeitervorort Almada geboren wurde. Figo selbst hatte sich einmal wie folgt selbst charakterisiert: "Ohne Ball bin ich nur die Hälfte von mir selbst."

Im heimischen Madrid versucht Figo, mit seiner schwedischen Ehefrau Helen Svedien und Töchterchen Daniela (30 Monate) ein normales Leben zu führen - bislang ohne Erfolg. Journalisten- und Fan-Aufläufe sind unumgänglich, wann immer der "Fußballer mit dem meisten Sexappeal" (Umfrage von Marca) seine Villa im Nobelviertel Pozuelo del Monte oder das Trainingsgelände verlässt.

Knirps musste zum Kicken auf die andere Seite des Flusses

Von solchem Trubel konnte Figo früher nur träumen. "Ich bin auf der armen Seite des Tejo geboren. Im Arbeiterviertel Almada gab es keinen Fußballklub", sagt er. So musste der Knirps zum Kicken auf die andere Seite des Flusses und begann seine Karriere bei Sporting Lissabon. Und diese Karriere führte steil nach oben: Früh bekam er einen Profi-Vertrag und kaufte seinen Eltern vom ersten großen Geld ein Haus. 1991 errang er mit dem portugiesischen Nachwuchs den "U20"-WM-Titel. 1995 wechselte er nach Barcelona - für fünf Millionen Mark Ablöse.

Allein Figos starker rechter Fuß ist spätestens nach seinen Gala-Auftritten bei der Euro 2000, wo er sein Land bis ins Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Frankreich (1:2 nach Verlängerung) führte, um ein vielfaches teurer. 120,8 Millionen Mark muss ein englisches Versicherungsunternehmen zahlen, wenn der Portugiese wegen Unfall oder Verletzung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Von Ex-Fans mit Wurfgeschossen und Hass-Tiraden empfangen

Im Sommer 2000 wechselte er für die damalige Weltrekord-Ablöse von 116 Millionen Mark vom FC Barcelona zum Erzrivalen Real. Erst in diesem Jahr wurde er von seinem neuen Teamkollegen Zidane, der 151 Millionen Mark beim Transfer von Juventus Turin zu den Königlichen gekostet hatte, überflügelt.

Bei seinem ersten Auftritt mit Real beim FC Barcelona musste Figo gar um sein Leben fürchten. Die Katalanen empfingen den verlorenen Sohn mit Wurfgeschossen und Hass-Tiraden. "Judas ist an deiner Seite ein Amateur", war die Aufschrift eines Plakates. Inzwischen hat sich der Zorn bei den "Barca"-Fans gelegt, und die Real-Anhänger feiern die Sturmläufe des Frauen-Schwarms über die rechte Seite. Die festgeschriebene Ablösesumme für den Liebhaber deutscher Sportwagen liegt bei 380 Millionen Mark, der Vertrag bei Real läuft bis 2006. Raul gönnte seinem Mitspieler den Triumph. "Figo und ich spielen ja in einer Mannschaft. Wir werden weiter gute Freunde sein", meinte der spanische Nationalstürmer.

Beckham: Kahns Leistungen nicht genügend gewürdigt

Die Leistungen von Oliver Kahn, immerhin Dritter bei der Wahl zu Europas Fußball des Jahres, wurden dagegen nach Ansicht von Beckham nicht genügend gewürdigt. "Oliver Kahn ist einer der besten Torhüter der Welt und hätte auch die Chance verdient, hier unter uns zu sein. Diesmal sind wir die Glücklicheren. Vielleicht schauen die Juroren mehr auf die Torschützen als die Torhüter", meinte der Mittelfeld-Stratege von Manchester United.

In der Wahl, die seit 1991 offiziell von der Fifa ausgerichtet wird, konnte sich zweimal Lothar Matthäus (1990/1991) durchsetzen. Jeweils den dritten Platz belegten Thomas Häßler (1992) und Jürgen Klinsmann (1995). Bei den Frauen setzte sich die US-Amerikanerin Mia Hamm vor der Chinesin Sun Wen und Tiffeny Milbrett (ebenfalls USA) durch.

sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 17. Dezember 2001 20:54 von aj

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