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F1-Neuling Toyota enthüllt "TF102"
Toyota-Chef Andersson: Wir müssen lernen, wie die Formel 1 funktioniert

Toyota-Blitzstart in die Formel 1: Neuling präsentiert seinen Renner

Bescheidene Ziele vor dem Lernjahr

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Vorhang auf: Mit dem "TF102" startet Toyota in die Saison 2002.

Köln - Das jüngste Mitglied der Formel-1-"Familie" hat einen Blitzstart hingelegt: Als erstes Team der Königsklasse des Motorsports präsentierte Neuling Toyota in Köln-Marsdorf sein neues Auto für die kommende Saison.

Vor Hundertschaften internationaler Medienvertreter enthüllten die Fahrer Mika Salo und Allan McNish das bestens gehütete "Geheimnis": den TF102. Das Rennfahrzeug ist in den Farben Weiß, Rot und Schwarz lackiert. Und "es wird auch sehr schnell sein", versuchte der Finne Salo, die Konkurrenz der elf anderen Teams zumindest verbal ein wenig zu erschrecken.

Doch vor der Premiere am 3. März 2002 beim Großen Preis von Australien in Melbourne herrscht vorwiegend Skepsis bei den Japanern, die ihre Rennstall-Zentrale in Nordrhein-Westfalen angesiedelt haben. "Zurzeit haben wir mehr Sorgen als jemals zuvor. Wir wissen, dass 2002 für uns ein Lernjahr wird", hielt sich der Schwede Ove Andersson zurück. Doch der Präsident der Toyota Motorsport GmbH plant mit seinem Multi-Kulti-Team von Mitarbeitern aus 30 Ländern Großes: "Eines Tages wollen wir die WM-Titel in der Konstrukteurs- und Fahrerwertung gewinnen." Doch wann das sein wird, das weiß in Köln- Marsdorf keiner.

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"Da war nur ein weißes Blatt Papier"

Toyota startet fast aus dem Nichts. Erst vor zwei Jahren begannen die Arbeiten am Wagnis Formel 1. "Da war nur ein weißes Blatt Papier", schilderte Motorsport-Chef Tsutomu Tomita die Anfänge. Aber bis zum "historischen" 17. Dezember 2001, von dem Andersson während der via Satellit live nach Japan übertragenen Zeremonie in Köln sprach, ackerte das Team mit dem Österreicher Gustav Brunner als erfahrenem Chef-Designer an der Spitze "wie verrückt". Allein zwischen März und November legten Salo (35) und der Schotte McNish (31) 20 967 Test-Kilometer zurück.

Möglichst viele Rennen zu Ende fahren

"Qualifikation für jedes Rennen und so viele wie möglich zu Ende fahren", lauten die vorerst kleinen Zielsetzungen. Der frühere Rallye-Pilot Andersson weiß um den Druck, den seine japanischen Geldgeber machen: "Sie wollen Erfolge sehen." Die bisherigen Testfahrer Salo und McNish, der noch nie ein Formel-1-Rennen bestritten hat, strotzen vor Ehrgeiz. "Ich kann es gar nicht abwarten, bis es endlich los geht. Wir haben eine tolle Mannschaft, und das Auto ist phantastisch", lobte Salo die Stimmung im Team und sein künftiges Arbeitsgerät.

"Jede Schraube, jede Mutter, die ganze Elektronik - alles ist neu"

Der Finne ist ungleich Formel-1-tauglicher als sein Kollege McNish, obwohl der Schotte 1994 beim ersten WM-Titelgewinn von Michael Schumacher Testfahrer für Benetton war. Salo begann damals mit zwei Rennen für Lotus seine Karriere, fuhr drei Jahre (1995 bis 1997) für Tyrrell, anschließend für Arrows, BAR, Ferrari und Sauber. Das eine Jahr Pause "bedeutet überhaupt kein Problem für mich, es wird mir nichts ausmachen, in Melbourne an den Start zu gehen".

An den neuen Dienstfahrzeugen von Salo und McNish haben die Ingenieure seit Juni gebastelt. "Jede Schraube, jede Mutter, die ganze Elektronik - alles ist neu", ließ auch Brunner Unsicherheit erkennen, ob die Toyotas konkurrenzfähig sein werden. Der V10-Motor "RVX-02" mit dem Sechsgang-Halbautomatikgetriebe ist in der Rennpraxis unerprobt. Das Chassis ist ein Karbon-Monocoque und bringt zusammen mit Motor und Fahrer 600 kg Gewicht mit. Bei den Reifen vertraut Toyota auf den "Pilot" von Michelin.

Von Dietmar Fuchs, dpa - Fotos: dpa

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Zuletzt geändert am 17. Dezember 2001 14:06 von sab

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