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Milliardenbetrug: Langjährige Haftstrafen im FlowTex-Prozess verhängt

Vorzeigemanager muss zwölf Jahre hinter Gitter

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Die vier Angeklagten im milliardenschweren "FlowTex"- Betrugsprozess vor der Urteilsverkündung: Manfred Schmider (l.o), Klaus Kleiser (r.o), Angelika Neumann (l.u) und Karl Schmitz (r.u).

Mannheim - Wegen des Milliardenbetrugs im so genannten FlowTex-Skandal hat das Landgericht Mannheim am Dienstag gegen vier Manager des Unternehmens hohe Haftstrafen verhängt. Der ehemalige FlowTex-Chef Manfred Schmider muss wegen schweren Betrugs zwölf Jahre ins Gefängnis. Sein Partner Klaus Kleiser erhielt ebenfalls wegen Betrugs eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren.

Im Prozess um eines der größten Wirtschaftsverbrechen in Deutschland wurden außerdem Haftstrafen von sechseinhalb Jahren gegen den ehemaligen Finanzdirektor Karl Schmitz sowie siebeneinhalb Jahren gegen die Geschäftsführerin der FlowTex-Tochter KSK, Angelika Neumann, verhängt.

Richter: Bandenmäßiger Betrug

Der Vorsitzende Richter Michael Meyer bezifferte den strafrechtlich relevanten Schaden, den die Angeklagten angerichtetet hatten, auf 3,5 Milliarden Mark (rund 1,8 Milliarden Euro). Das Gericht wertete die Straftaten unter anderem als bandenmäßigen Betrug und Kapitalanlagebetrug. Das Unternehmen hatte nicht vorhandene Horizontalbohrsysteme an Banken und Leasinggesellschaften verkauft und dann gegen monatliche Ratenzahlungen zurück gemietet. Die Raten seien im Monat von anfangs fünf Millionen Mark auf zuletzt 64 Millionen Mark gestiegen, sagte der Vorsitzende Richter. "Grundlage für den Erfolg des Systems waren ausgeklügelte Täuschungsmanöver." FlowTex habe über zehn Jahre hinweg den Eindruck erweckt, ein florierendes Unternehmen zu sein.

Villen, Privatjets, Luxuslimousinen und Schmuck

In dieser Zeit haben sich dem Gericht zufolge allerdings alle Manager persönlich bereichert. Allein Schmider habe 325 Millionen Mark aus den Unternehmen abgezweigt, davon 276 Millionen Mark für den eigenen Gebrauch. Damit habe er sich Villen unter anderem in Miami und St. Moritz, drei Privatjets, Luxuslimousinen, Schmuck und wertvolle Kunstwerke finanziert. Meyer widersprach Schmiders Aussage im Prozess, dass er sich niemals persönlich bereichern wollte. Kleiser habe dagegen 15,8 Millionen Mark beansprucht, Neumann 25 Millionen Mark und Schmitz 3,9 Millionen Mark. Meyer sagte, die Strafkammer habe in ihren Urteilen diese Abstufung berücksichtigt.

Auf Schmider und Kleiser warten zwei weitere Prozesse

Nach Berechnungen des Gerichts liegt ein tatsächlicher Schaden von 1,6 bis 1,8 Milliarden Mark vor. Der Insolvenzverwalter habe davon inzwischen 750 Millionen Mark wieder beschafft. Dennoch schwirrten immer noch auf den Finanzmärkten nicht weiter bekannte Beträge herum. "Wir wissen nicht wo und wie", sagte Meyer. Auf Schmider und Kleiser warten zwei weitere Prozesse, in denen sie sich wegen weiterer Betrugsschäden in Höhe von 400 Millionen Mark und 40 Millionen Mark zu verantworten haben. Bei alle vier Beschuldigten bestehe weiterhin Fluchtgefahr, weshalb die Strafkammer die bestehenden Haftbefehle mit Blick auf Weihnachten nicht außer Vollzug gesetzt habe, sagte Meyer.

Richter: Kein politischer Druck

Der Richter verwahrte sich gegen Spekulationen, auf den Prozess sei politischer Druck ausgeübt worden. "Es hat zu keinem Zeitpunkt von höheren Stellen bis hin zum Justizministerium Einfluss auf das Verfahren gegeben, soweit es die Kammer betrifft", sagte der Richter. Am vergangenen Donnerstag hatte die Opposition in einer aktuellen Stunde im baden-württembergischen Landtag der Regierung vorgeworfen, ihre "schützenden Hände" über den einstmals als Vorzeige-Unternehmer gefeierten Schmider zu halten. Derzeit ist noch offen, ob sich in Stuttgart ein Untersuchungsausschuss konstituiert, um das politische Umfeld des FlowTex-Skandals aufzuhellen.

AFP - Fotos: dpa


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Zuletzt geändert am 18. Dezember 2001 14:12 von aj

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