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Vergebliche Jagd nach Bin Laden wird für USA zum Problem:

Wann ist Phase eins abgeschlossen?

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Anti-Taliban- Kämpfer haben die Höhlen bei Tora Bora durchsucht. Aber von Bin Laden fehlt bislang jede Spur.

Washington - Die bisher vergebliche Jagd nach Osama bin Laden wird für die amerikanische Regierung zunehmend zum Problem. Nach der Serie der militärischen Erfolge ist in den USA die allgemeine Erwartung gestiegen, dass die Einsätze von Soldaten und Bomben in Afghanistan in Kürze zumindest deutlich zurückgeschraubt und die Kapazitäten für die nächste Phase des Anti-Terror-Kampfes genutzt werden können.

Wo immer das auch sein mag. Dass bisher weder Bin Laden noch Mullah Mohammed Omar gefasst werden konnten, macht indessen anhaltendes militärisches Engagement in der Region nötig. Und das wahrscheinlich mit weitaus geringerer Unterstützung der afghanischen Anti-Taliban-Kräfte: Sie nähern sich nach Einschätzung von US-Experten dem Punkt, an dem sie ihre Aufgabe als beendet ansehen. Das heißt, die USA werden bei der gefährlichen Suche nach Bin Laden und seinen engsten Leuten in den Tunneln und Höhlen zunehmend auf sich selbst gestellt sein. Ein Handicap für die Amerikaner, die sich in dem rauen Terrain weitaus weniger gut auskennen als die einheimischen Truppen.

"Die Amerikaner werden keine Ruhe geben"

Als bisher deutlichstes Beispiel dafür, dass sich die Interessen der USA und der verbündeten afghanischen Truppen auseinander zu entwickeln beginnen, wurden jüngste Äußerungen von Kommandeur Hazarat Ali gewertet, einem der wichtigsten militärischen Führer in Afghanistan. Er kritisierte nach Darstellung der "New York Times", dass die US-Bombenangriffe in Tora Bora auch nach der von ihm verkündeten Eroberung der El-Kaida-Bergfestung fortgesetzt worden seien. Dadurch hätten die USA afghanische Kämpfer in den Bergen gefährdet. "Die Amerikaner werden keine Ruhe geben, bis Osama getötet ist oder ihnen jemand ein Dokument gibt, das zeigt, dass er tot ist", zitierte das Blatt Ali.

Neben dem sich andeutenden Abbröckeln der gemeinsamen Front in Afghanistan bei der Jagd nach Terroristen und Taliban-Führern muss sich die US-Regierung auch langfristig um die Stimmung daheim sorgen. Noch ist die Unterstützung für den Anti-Terror-Kampf und den Kurs des Weißen Hauses äußerst stark, und nach einer jüngsten Umfrage glauben 43 Prozent der US-Bevölkerung, dass es gelingen wird, Bin Laden zur Strecke zu bringen. Aber 62 Prozent, so besagt eine andere Erhebung, meinen, dass die US-Regierung ihren Afghanistan-Krieg nur dann als Erfolg feiern kann, wenn Bin Laden und Omar gefasst oder getötet werden.

Verkörperung des Bösen

Präsident George W. Bush und andere Regierungsvertreter haben zwar stets betont, es gehe in ihrem Feldzug nicht nur um die Hauptfiguren. Aber zugleich, so merken Experten kritisch an, haben sie immer wieder und immer wieder auf Bin Ladens Rolle als "evildoer", als Oberschurken und Verkörperung des Bösen, verwiesen. Allen voran habe Bush mit derartigen Formulierungen dazu beigetragen, dass der Anti- Terror-Kampf "personalisiert" worden sei.

Das habe sich durch die jüngste Veröffentlichung des Videos, auf dem sich Bin Laden mit den Anschlägen vom 11. September brüstet, noch verstärkt, sagt Ivan Eland, Verteidigungs-Analytiker am Cato-Institut in Washington. "Wenn die US-Regierung versuchen würde, den Krieg ohne die Festnahme von Bin Laden zu beenden, wäre das nicht zu verkaufen. Das wäre so, als würde man einen Haufen Gangster schnappen und Al Capone dabei verfehlen", so Eland in der "Los Angeles Times".

Bisher nicht negativ ausgewirkt

Gary Schmitt, Direktor der konservativen Organisation "Project for the New American Century", glaubt, dass die Unfähigkeit, Bin Laden zu schnappen, sich bisher nicht negativ ausgewirkt hat. Aber wenn das so weiter gehe, warnt Schmitt, dann könnte das die US-Regierung politisch ablenken und "es schwieriger machen zu sagen, dass die eine Phase vorbei ist und wir jetzt zum nächsten Abschnitt übergehen können."

dpa - Foto: AP


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Zuletzt geändert am 19. Dezember 2001 16:02 von aj

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